d'Wu hat ja 1954 die CP-Verletzung bei den Neutrinos erkannt ... (C=Ladung, P=Parität eines Teilchens)

19/04/2015 - 17:34 von The Cylon | Report spam
Es wird nun die Anzahl der in negativer z-Richtung emittierten Elektronen gemessen.

Aus Drehimpulserhaltungsgründen müssen die Spins von Elektron und Neutrino in Richtung des ursprünglichen 60Co-Spins zeigen.

Damit legt das àußere Magnetfeld auch die Spin-Richtung der emittierten Elektronen und Neutrinos fest - allerdings nur zu einem gewissen Grad, der dem Polarisationsgrad der Cobalt-Kerne entspricht. Man muss hier die beiden folgenden Szenarien unterscheiden:


Szenario:

Die Kernspins sind in positiver z-Richtung ausgerichtet. Die in negativer z-Richtung detektierten Elektronen wurden also entgegen der Richtung des 60Co-Spins und damit auch ihres Spins emittiert (das heißt mit negativer Helizitàt).

Gespiegeltes Szenario:

Da die Kernspins Axialvektoren sind, zeigen sie nach einer Spiegelung immer noch in die gleiche Richtung.

Anstatt den Versuchsaufbau zu spiegeln, reicht es daher aus, die Kernspins mit Hilfe des Magnetfeldes zu drehen. Es werden dann Elektronen detektiert, die in Richtung des 60Co-Spins emittiert wurden, also mit positiver Helizitàt.


Wàre die Paritàt erhalten, wàren beide Szenarien gleich wahrscheinlich: Es würden genauso viele Elektronen in Richtung des Kernspins wie in Gegenrichtung emittiert.

Wu stellte jedoch experimentell fest, dass fast alle Elektronen entgegen der Spinrichtung der Kerne emittiert werden, was einer maximalen Paritàtsverletzung entspricht.


Der Grund ist, dass die Austauschbosonen der schwachen Wechselwirkung nur an linkshàndige Teilchen (bzw. rechtshàndige Antiteilchen) koppeln.


Die Verletzung der Paritàt ist keine kleine Korrektur, sondern maximal bei der schwachen Wechselwirkung. Sie ist sozusagen eines ihrer Kennzeichen.
 

Lesen sie die antworten

#1 The Cylon
19/04/2015 - 21:45 | Warnen spam
Dazu gehört noch :

Das τ-θ-Ràtsel


Zunàchst waren zwei verschiedene positiv geladene Mesonen mit Strangeness bekannt, die nach ihren Zerfallsprodukten unterschieden wurden:


tau+ -> pi+ + pi+ + pi-

theta+ -> pi+ + pi0

( Bei mir heißen die Biester alle udsi )


Die Endzustànde dieser beiden Reaktionen haben verschiedene Paritàt. Da zur damaligen Zeit angenommen wurde, dass die Paritàt in allen Reaktionen erhalten bliebe, hàtten auch die Ausgangszustànde τ und θ unterschiedliche Paritàt haben und damit zwei verschiedene Teilchen sein müssen.

Pràzisionsmessungen von Masse und Lebensdauer zeigten jedoch jeweils keinen Unterschied zwischen den beiden Teilchen, sie schienen identisch zu sein.
Die Lösung des Ràtsels lag in der Paritàtsverletzung der schwachen Wechselwirkung, nach der beide Zerfallsarten ablaufen: sie muss – entgegen der ursprünglichen Annahme – die Paritàt nicht erhalten. Die beiden Zerfàlle konnten damit von demselben Teilchen stammen, das daraufhin K+ genannt wurde.

Ähnliche fragen