1&1, DSL-Wechsel von 16000 auf 50000 für Bestandskunden unerwünscht?

03/03/2012 - 20:05 von Peter Weber | Report spam
Hallo NG,
ich habe bei meinem Provider 1&1 den Doppel-Flat 16000, würde gerne auf
VDSL 50000 wechseln. Der 1&1 DSL-Verfügbarkeitscheck den ich heute
gemacht habe sagt mir es ist möglich.
Ich habe gestern bei 1&1 angerufen und bin das 1. Mal belogen worden.
Sie behaupteten es sei bei meinem Anschluss nicht möglich.
Ein Anruf heute ging so aus, dass mir gesagt wurde es wàre auf einmal
doch verfügbar aber technisch nicht machbar ????

Muss ich mich jetzt veràppelt vorkommen oder ist an dieser Aussage was dran.

MfG,
Peter Weber
 

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#1 Michael Landenberger
04/03/2012 - 00:13 | Warnen spam
"Peter Weber" schrieb:

Muss ich mich jetzt veràppelt vorkommen oder ist an dieser Aussage
was dran.



Ja, das ganze Chaos hat einen Hintergrund. Ich werde versuchen, das kurz zu
erklàren:

1&1 ist ein Reseller ohne eigenes Netz, d. h. er muss für alle seine
Angebote auf Vorleistungen anderer Netzbetreiber zurückgreifen. Im Falle von
VDSL ist das in der Regel die Telekom. Es gibt aber auch
1&1-ADSL-Anschlüsse, die auf Telekom-DSL basieren.

Damit die Reseller ihre angemieteten DSL-Anschlüsse bestellen, verwalten und
auch wieder kündigen können, stellen die Vorleister Software-Schnittstellen
zur Verfügung. Diese Software-Schnittstellen weisen aber noch Màngel auf.
Erschwerend kommt hinzu, dass viele àltere ADSL-Resale-Anschlüsse über eine
andere Software-Schnittstelle verwaltet werden als VDSL-Resale-Anschlüsse,
und dass das Zusammenspiel der beiden Schnittstellen an vielen Stellen sehr
hakelt. Eine Anschlussübergabe von Resale-ADSL zu Resale-VDSL wird dadurch
schwierig bis unmöglich. Genau das dürften auch die "technischen Probleme"
sein, die in deinem Fall trotz Verfügbarkeit von VDSL einen Wechsel von DSL
16000 (ADSL) zu VDSL verhindern.

Dummerweise ist es nun auch noch so, dass die Telekom ihre DSL-Infrastruktur
nur sehr widerwillig an die Konkurrenz vermietet. Sie wird nàmlich durch die
Regulierungsbehörde dazu gezwungen und darf obendrein noch nicht einmal die
Preise dafür selbst festlegen, sondern bekommt sie diktiert. Das hat zur
Folge, dass die Motivation der Telekom, für einen reibungslosen Wechsel zu
sorgen, nahe Null liegen dürfte. Deswegen wird sich an den Problemen auch in
absehbarer Zeit nichts àndern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Reseller-Kunden werden vermutlich immer mit
derartigen Problemen zu kàmpfen haben. Wer direkt beim Netzbetreiber Kunde
ist, hat es wesentlich leichter.

Die Konsequenzen daraus sind naheliegend: wer die Wahrscheinlichkeit von
Ärger und Problemen senken möchte, kehrt dem Reseller den Rücken und
wechselt zu einem Netzbetreiber. Dort kann er zwar auch Ärger bekommen, aber
die Wahrscheinlichkeit ist deutlich geringer. Auf jeden Fall entfallen
sàmtliche Probleme, die durch die Reseller-Schnittstelle verursacht werden,
denn eine solche gibt es bei Netzbetreiber-Anschlüssen nicht.

Gruß

Michael

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