11.0 RC3 Feuerprobe

13/06/2008 - 10:45 von Olaf Meltzer | Report spam
Nachdem Versuche mit 11.0 (zuletzt als RC3) in einer VM von VMware
ermutigend verliefen, habe ich diese Distribution nun auf einer
freigeràumten Partition neben 10.3, 10.2 (JAD) und Windows-XP
installiert. Auf KDE4 habe ich zugunsten des àlteren und
bekanntermaßen brauchbaren KDE3 verzichtet.

Folgende Festplatten bzw. Betriebssysteme waren bereits vor der
Installation von 11.0 in Betrieb.
sda: Windows-XP NTFS / Linux-Swap / 10.2 (JAD) EXT3 / Daten NTFS
sdb: 10.3 EXT3 / Freiraum / Linux-Home Reiser3
sdc: Daten NTFS

Installation

Als Installationsort für das 11.0-System wurde automatisch der
Freiraum vorgeschlagen, auf / und /home verteilt. Ich habe das so
geàndert, daß ich den kompletten Freiraum dem 11.0-System zuteilte
und die bereits früher benutzte Linux-Home-Partition wieder als /home
einband. Alle bereits installierten Betriebssysteme wurden erkannt,
aber außer Windows und Diskette wurde keines automatisch ins
Grub-Menü eingebaut. Nach Abschluß der Installation habe ich menu.lst
manuell angepaßt und grub mit grub-install neu in den MBR der sda
schreiben lassen.

Zusàtzliche Repositories

Wàhrend der Installation wurden noch keine weiteren Repos angeboten,
aber nach Abschluß der Installation standen über Yast eine ganze
Menge Repos zur Verfügung, u.a. das unvermeidliche Packman.

Erkannte Geràte

Netzwerk (Kabel-Internet) wurde schon wàhrend der Installation erkannt
und zur Anmeldung benutzt.

Der Motherboard-Sound (NVIDIA) ist hier abgeschaltet, die beiden
PCI-Soundkarten Soundblaster-Live! Digital 5.1 und M-Audio Delta
Audiophile 2496 wurden von Yast erkannt und funktionieren. Als
Mixer/Konfigurationstool für die M-Audio benutze ich das
envy24control aus den alsa-tools. Jack funktioniert. Was es mit
Pulse-Audio auf sich hat, hab ich noch nicht ergründet. Damit bin ich
erstmals in Berührung gekommen, als gestern Xine beim ersten Start
stumm blieb und mir sagte, es könne keine Verbindung mit Pulse-Audio
aufnehmen. Nun geht es aber, ohne daß ich etwas zu diesem Behufe
unternommen hàtte. Nehmen wir es als Wunder der Technik.

Nur eine der beiden TV-Karten (Hauppauge Nexus [x] für DVB-S und
Terratec Cinergy 1200 [ ] für DVB-T) wurde direkt erkannt. Nachdem
ich die Firmware der Cinergy aus dem 10.3-System ebenfalls
nach /lib/firmware kopiert hatte, lief auch diese mit VDR. Die
Konfiguration des VDR hab ich ebenfalls aus dem alten System kopiert.
VDRadmin-am hab ich mir von der Homepage neu geholt und installiert.
Hiermit gibt es noch Probleme mit UTF-8: Das 11.0-System ist auf
de.DE.UTF-8 eingestellt, die EPG-Daten kommen aber wohl als de.DE.
Nun sind alle Masken des VDRadmin korrekt, aber bei den
Inhaltsangaben tauchen statt Umlauten falsche Zeichen auf. Wenn ich
die Zeichenkodierung des Firefox entsprechend umschalte, ist es
genau umgekehrt: Maske kaputt, Inhalt korrekt.

Beide Drucker (Tinte Canon PIXMA iP4000 und Laser Brother 2040) ließen
sich über CUPS anmelden. Der Canon funktionierte auch auf Anhieb gut,
aber der Brother spuckte statt der Testseite nur hunderte leere
Seiten aus. Zum Glück erinnerte ich mich daran, daß ich für diesen
Drucker bereits einmal spezielle Treiberdateien (Treiber und
CUPS-Wrapper) von Brother besorgt hatte. Damit funktioniert er auch
unter 11.0 prima.

Scanner noch nicht getestet.

USB-Festplatten

Die automatische Einbindung von externen USB-Platten mittels HAL
funktioniert hier nicht! Und zwar weder von solchen mit EXT3 noch
solchen mit NTFS. Das ist von übel. Manuelles mounten einer
NTFS-Platte mit -t ntfs-3g klappte, aber die Datenrate war am Boden:
ca. 1 MB/s lesend. Wurde wohl synced eingebunden. Solche
Komplikationen bei der Einbindung externer Platten sind ein dickes
Minus.

3D-Grafik NVIDIA

Ein passendes Kernelmodul ließ sich aus dem zuletzt von mir benutzten
Treiber-Skript 169.09 gar nicht mehr kompilieren, mit dem aktuellen
173.14.05 aber klappte es. Allerdings baute mir sax2 auch damit kein
funktionierendes xorg.conf. Das bereits unter openSUSE 10.3 für
NVIDIA erstellte xorg.conf funktioniert zum Glück auch unter 11.0.

Ich fürchte, diese leidigen Grafiktreiber-Probleme sind für viele
potentielle Linux-Kunden bereits Showstopper.

VMware Server 1.0.5

Funktioniert.

Firefox

Leider wird mit 11.0 RC3 nur die Firefox-Version 3 angeboten, womit
fatalerweise die Hàlfte der von mir benutzten AddOns nicht mehr
funktioniert. Für viele davon gibt es auch noch keinen Ersatz. Ich
vermisse z.B. schmerzlich den FireFTP.

Java und Flash funktionieren im Prinzip. Guter Testcase für Flash ist
das Angebot Acrobat.com von Adobe. Hier gibt es Probleme bei der
Eingabe von Sonderzeichen, z.B. des @ in der Emailadresse, wo noch
ein leeres Kàstchen vor dem @ erscheint. Außerdem stürzt der Firefox
3 nach der Anmeldung unter meinem korrekten Account leider ab. Der
Firefox 2.0.14 tat es.

Ich hatte von Anfang an sehr viel von der DVD installiert, ca. 3,5 GB.
Bei einem anschließenden Online-Update wurde bereits fast alles
erneuert (3,2 GB). Es empfiehlt sich also, besonders bei schwacher
Leitung, noch auf das fertige Release der 11.0 zu warten.

Im Grunde bietet 11.0 gegenüber einem tagesaktuellen 10.3 keine
offensichtlichen Vorteile. Laßt Euch also ruhig noch Zeit.

Gruß -- Olaf Meltzer
 

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#1 Patrick Lions
13/06/2008 - 10:54 | Warnen spam
Olaf Meltzer schrieb:

Im Grunde bietet 11.0 gegenüber einem tagesaktuellen 10.3 keine
offensichtlichen Vorteile. Laßt Euch also ruhig noch Zeit.



Wir wechseln ja auch nicht wegen den offensichtlichen Vorteilen, sondern
nur wegen dem neuen Desktophintergrund und dem Kernelsplash! ;-)


Gruß -- Olaf Meltzer

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