1943 bezeichnet Herman Hesse die Wissenschaft als ein sich ständig sebst kopierendes Glasperlenspiel - stimmt eigentlich

09/07/2013 - 21:28 von UK Number 1 | Report spam
Diese Widersprüche sind es, die für das Leben des Helden, Josef Knecht, entscheidend sind. Als Knabe wird er von der örtlichen Lateinschule weg an eine Eliteschule in der Ordensprovinz Kastalien berufen. Wesentlich veràndert durch die Bekanntschaft mit dem Musikmeister, einem der Ordensoberen, ordnet er sich ganz den Regeln des Ordens unter, immer mehr macht er sich die Fàhigkeiten zu eigen, die diesen auszeichnen – Wissenschaft, Musik, Meditation und schließlich das Glasperlenspiel –, steigt immer höher in der Hierarchie, bis er schließlich eines der höchsten Ämter, das des Glasperlenspielmeisters (magister ludi), bekleidet.

Von Anfang an pràgen ihn aber auch die Einblicke in die Außenwelt. Schon in der Schulzeit sind eine seiner wesentlichen Antriebsfedern seine heißen Diskussionen mit dem Klassenkameraden Plinio Designori, der ein Leben außerhalb des Ordens anstrebt und das weltabgewandte Leben scharf angreift. Ein wesentlicher Schritt auf der Karriereleiter ist weiterhin Knechts Gesandtschaft in ein katholisches Kloster. Auch dies ein Stück Außenwelt, das er kennenlernt, zumal ihn ein Pater in die Geschichtswissenschaft einweist, die als zutiefst „weltliches“, in der Materialitàt verhaftetes Fach im kastalischen Kanon keinen Platz hat.

Über die Jahre seiner Tàtigkeit als Magister Ludi muss Knecht erkennen, dass aufgrund der weltpolitischen Lage auch die Existenz Kastaliens auf tönernen Füßen steht, dass seine kastalische Isolation mittelfristig nicht haltbar ist und die Provinz sich dem weltlichen Leben öffnen muss, um zu überleben.

Mit dieser Meinung ist er aber im Führungskreis der Ordensbrüder, den er warnt, recht alleine. Dort nicht verstanden und zur Ordnung gerufen, verlàsst er die Gelehrtenwelt, um sich dem Dienst an einem jungen Manne zu widmen, dem rohen und unerzogenen Naturburschen Tito Designori, dem Sohn seines alten Widersachers Plinio. Als Knecht mit seinem neuen Schüler in einem Bergsee schwimmen möchte, stirbt er im eiskalten Wasser.

In der Schlussszene des Romans bringt Tito „der Sonne und den Göttern im Tanz seine fromme Seele zum Opfer dar“. Leben und Sterben seines noch ungekannten Meisters, so làsst das Ende anklingen, haben ihn in seinem Streben nachhaltig veràndert; wie sich dies àußern wird, bleibt offen.

##########################################

Von dem Buch hab ich immer noch Kopfweh - ich hab den Inhalt Null verstanden.
 

Lesen sie die antworten

#1 wernertrp
10/07/2013 - 04:04 | Warnen spam
On Tuesday, July 9, 2013 9:28:06 PM UTC+2, UK Number 1 wrote:
Diese Widersprüche sind es, die für das Leben des Helden, Josef Knecht, entscheidend sind. Als Knabe wird er von der örtlichen Lateinschule weg an eine Eliteschule in der Ordensprovinz Kastalien berufen. Wesentlich veràndert durch die Bekanntschaft mit dem Musikmeister, einem der Ordensoberen, ordnet er sich ganz den Regeln des Ordens unter, immer mehr macht er sich die Fàhigkeiten zu eigen, die diesen auszeichnen – Wissenschaft, Musik, Meditation und schließlich das Glasperlenspiel –, steigt immer höher in der Hierarchie, bis er schließlich eines der höchsten Ämter, das des Glasperlenspielmeisters (magister ludi), bekleidet.



Von Anfang an pràgen ihn aber auch die Einblicke in die Außenwelt. Schon in der Schulzeit sind eine seiner wesentlichen Antriebsfedern seine heißen Diskussionen mit dem Klassenkameraden Plinio Designori, der ein Leben außerhalb des Ordens anstrebt und das weltabgewandte Leben scharf angreift. Ein wesentlicher Schritt auf der Karriereleiter ist weiterhin Knechts Gesandtschaft in ein katholisches Kloster. Auch dies ein Stück Außenwelt, das er kennenlernt, zumal ihn ein Pater in die Geschichtswissenschaft einweist, die als zutiefst „weltliches“, in der Materialitàt verhaftetes Fach im kastalischen Kanon keinen Platz hat.



Über die Jahre seiner Tàtigkeit als Magister Ludi muss Knecht erkennen, dass aufgrund der weltpolitischen Lage auch die Existenz Kastaliens auf tönernen Füßen steht, dass seine kastalische Isolation mittelfristig nicht haltbar ist und die Provinz sich dem weltlichen Leben öffnen muss, um zu überleben.



Mit dieser Meinung ist er aber im Führungskreis der Ordensbrüder, den er warnt, recht alleine. Dort nicht verstanden und zur Ordnung gerufen, verlàsst er die Gelehrtenwelt, um sich dem Dienst an einem jungen Manne zu widmen, dem rohen und unerzogenen Naturburschen Tito Designori, dem Sohn seines alten Widersachers Plinio. Als Knecht mit seinem neuen Schüler in einem Bergsee schwimmen möchte, stirbt er im eiskalten Wasser.



In der Schlussszene des Romans bringt Tito „der Sonne und den Göttern im Tanz seine fromme Seele zum Opfer dar“. Leben und Sterben seines noch ungekannten Meisters, so làsst das Ende anklingen, haben ihn in seinem Streben nachhaltig veràndert; wie sich dies àußern wird, bleibt offen.



##########################################



Von dem Buch hab ich immer noch Kopfweh - ich hab den Inhalt Null verstanden.



Die größte wissenschaftliche Sünde ist nict Glasperlen für Protonen zu halten, sondern esoterisch zu onanieren.
Danach kommt gleich die zweitgrößte wissenschaftliche Sünde, zu glauben ohne Equipment fliegen zu können.

Ähnliche fragen