2015 Global Internet Report der Internet Society: Mobiles Internet ist entscheidend, um das Versprechen der Internetkonnektivität für eine weitere Milliarde Menschen einzulösen

07/07/2015 - 13:00 von Business Wire

2015 Global Internet Report der Internet Society: Mobiles Internet ist entscheidend, um das Versprechen der Internetkonnektivität für eine weitere Milliarde Menschen einzulösenHerausforderungen bleiben, da „Erschwinglichkeit“ und „relevante Inhalte“ vor der „Verfügbarkeit“ mittlerweile die Haupthindernisse für den weltweiten Internetzugang sind.

Die Internet Society hat heute ihren 2015 Global Internet Report, www.internetsociety.org/globalinternetreport, veröffentlicht, den zweiten alljährlichen Bericht der Organisation zum weltweiten Stand des Internets. Der diesjährige Bericht mit Schwerpunkt auf dem Einfluss des mobilen Internets zeigt, dass das mobile Internet den Internetzugang und die Internetnutzung grundlegend verändert hat und entscheidendes Potenzial birgt, das Versprechen der Internetkonnektivität für eine weitere Milliarde Menschen einzulösen.

Der Internetzugang über mobile Geräte nimmt immer weiter zu. Derzeit nutzen mehr als drei Milliarden Menschen das Internet und das mobile Internet bietet hunderten Millionen von Menschen in der ganzen Welt die primäre, wenn nicht sogar die einzige Möglichkeit, um ins Internet zu gehen. Das mobile Internet ermöglicht nicht nur den Zugang, sondern auch die Nutzung aller Funktionen, die in intelligente Geräte integriert sind und die in der Regel über komfortable Apps aufgerufen werden.

„Wir begrüßen diesen weltweiten Wandel bei der Internetdynamik, zumal das mobile Internet eine entscheidende Rolle im Hinblick auf die rasant steigende Zahl neuer Internetnutzer spielt“, sagte Kathy Brown, President und CEO der Internet Society. „Das Internet ist wahrhaftig ein globales Phänomen und jeder neue Internetnutzer ermöglicht anderen Nutzern Vorteile im Hinblick auf soziale Interaktion, wirtschaftliche Möglichkeiten und viele andere Vorzüge, die bislang unvorstellbar waren.“

Während sich die digitale Kluft in der ganzen Welt mithilfe des mobilen Internets schließt, gibt es immer noch Herausforderungen. Eine zentrale Erkenntnis aus dem Bericht lautet, dass nicht mehr die Verfügbarkeit des mobilen Internets, sondern die Erschwinglichkeit sowie der Mangel an relevanten Inhalten die Haupthindernisse für den Internetzugang sind. Selbst unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede ist die Verfügbarkeit des mobilen Internets in den meisten, vielleicht sogar in allen Ländern weitaus besser als die Nutzungsraten. Das bedeutet, dass eine beträchtliche Anzahl an Personen Zugang zum Internet hat, diesen aber nicht in Anspruch nimmt.

Es gibt zahlreiche Länder, in denen die Kosten für den mobilen Internetdienst mehr als fünf Prozent oder sogar zehn Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens ausmachen. Während darüber hinaus ein wesentlicher Teil der Bevölkerung Zugang zum mobilen Internet hat und sich diesen leisten kann, mangelt es am Interesse, es zu nutzen. Dies kann auf Sprachbarrieren und begrenzte lokal relevante Inhalte zurückzuführen sein, wie etwa der fehlende Zugang zu größeren App-Stores in einigen Ländern, was den Möglichkeiten von intelligenten Geräten Grenzen setzt.

Apps werden zunehmend als primäres Mittel zur Interaktion mit dem Internet verwendet und der Bericht hebt die zahlreichen Vorteile von Apps sowie die Herausforderungen hervor. Bei der überwiegenden Mehrheit handelt es sich um native Apps, die speziell für eine proprietäre mobile Plattform wie Android oder Apple konzipiert sind. Dies erhöht die Kosten für Entwickler, die Apps für alle Plattformen erstellen müssen, sowie für Verbraucher, um zwischen verschiedenen Plattformen zu wechseln. Zudem ist die Auswahl sowie der Wettbewerb zwischen den Plattformen eingeschränkt.

„Heutzutage wird das das mobile Internet mit einem intelligenten Gerät assoziiert, das auf einer bestimmten Plattform läuft und Zugang zu den Apps erlaubt, die wir nutzen“, meinte Michael Kende, Chief Economist der Internet Society und Verfasser des Berichts. „Während dies unglaubliche Vorteile für die Benutzer sowie eine komplette App-Wirtschaft für Entwickler geschaffen hat, legt es die Benutzer auf eine gewählte Plattform fest und begrenzt letztlich die Wahlmöglichkeiten auf eine Weise, die neu für das Internet ist.“

Das mobile Internet hat mehr Menschen den Internetzugang ermöglicht, um mehr Dinge an mehreren Orten zu tun. Der Bericht begrüßt die Rolle des mobilen Internets, die Diskussion über die digitale Kluft von der Frage, ob ein Zugang möglich ist, auf die Frage, ob der Zugang erschwinglich und relevant ist, zu verlagern. Kathy Brown weist jedoch auf Folgendes hin: „Trotz der bemerkenswerten Entwicklung des mobilen Internets sind Herausforderungen zu bewältigen, um dafür zu sorgen, dass alle Benutzer - derzeitige und künftige – uneingeschränkt von den Vorteilen des offenen Internets profitieren können.“

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts:

  • 94 Prozent der weltweiten Bevölkerung sind durch ein mobiles Netz abgedeckt, 48 Prozent sind durch mobiles Breitband abgedeckt und 28 Prozent haben mobile Internetdienste abonniert.
  • Die Lücke zwischen Verfügbarkeit und Nutzung des mobilen Internets ist auf die Erschwinglichkeit und den Mangel an relevanten Inhalten zurückzuführen. Politiker sollten den Fokus darauf legen, diese Lücke zu schließen, indem sie die Dienste erschwinglicher machen, etwa durch die Abschaffung von Steuern auf Ausrüstung, Geräte und Dienste und durch die Beseitigung regulatorischer Hindernisse für Betreiber. Werden Inhalte lokal gehostet, kann dies ebenfalls zu einem Abbau von Kosten führen, indem die Inanspruchnahme relativ teurer internationaler Kapazität für den Zugriff auf Inhalte vermieden wird.
  • Im Zuge einer steigenden Nachfrage müssen die Regierungen für eine adäquate Zuweisung von Frequenzen für die mobile Internetnutzung sorgen.
  • Über 80 Prozent der Onlinezeit im mobilen Bereich entfällt auf Apps im Gegensatz zu einem Browser. Selbst wenn man das Webbrowsing über den Desktop-Computer dazurechnet, verbringen die Benutzer mehr als 50 Prozent der gesamten Onlinezeit mit der Nutzung mobiler Apps.
  • Intelligente Geräte bieten viele nützliche Dienste und Funktionen wie Standorterkennung und Kamera; diese Angebote werfen jedoch vermehrt Datenschutzfragen auf.
  • Die Nutzung des mobilen Internets beruht auf drahtlosen Schnittstellen und dem Zugang zu Apps, was zu erhöhten Sicherheitsbedenken führen kann.
  • Eine steigende Nutzung mobiler Apps, kombiniert mit nativen Apps, die speziell für eine proprietäre mobile Plattform konzipiert sind, erhöhen die Kosten für die Entwicklung von Apps für die einzelnen Plattformen sowie die Kosten für die Benutzer, um zwischen den Plattformen zu wechseln, und beschränken so den Wettbewerb bei den Plattformen.
  • Die Web-App-Umgebung versetzt Entwickler in die Lage, Websites mit modernen Funktionen zu gestalten, die auf einem mobilen Gerät mit einem ähnlichen Symbol wie dem von vorhandenen Apps installiert werden können. Entwickler können eine einzige Web-App für alle Plattformen schaffen – Verbraucher können leichter zwischen Plattformen wechseln, so wie sie heute schon zwischen Browsern wechseln - und neue Plattformen könnten unter ausgewogeneren Bedingungen auf den Markt und in den Wettbewerb treten.

Über die Internet Society

Die Internet Society, http://www.internetsociety.org, ist die vertrauenswürdige unabhängige Quelle für Informationen und wegweisende neue Ideen rund um das Internet aus der ganzen Welt. Unter ihrem Dach ist auch die Internet Engineering Task Force (IETF) organisiert. Auf der Grundlage ihrer grundsatzorientierten Vision, eines soliden technischen Fundaments und ihrer weltweiten Präsenz fördert die Internet Society den offenen Dialog in Bezug auf Internetrichtlinien, Technologie und künftige Weiterentwicklung unter Nutzern, Unternehmen, Regierungen und anderen Organisationen. Im Zuge der Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern und Verbänden in der ganzen Welt ermöglicht die Internet Society die ständige Weiterentwicklung und Ausdehnung des Internets für jeden Einzelnen.

Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.

Contacts :

Internet Society
Wende Cover, +1-703-439-2773
cover@isoc.org


Source(s) : Internet Society

Schreiben Sie einen Kommentar