230V auf JY(St)Y

10/01/2010 - 17:33 von Carsten Kreft | Report spam
Hallo,

in neu zu beziehenden Praxisràumen installierte ich eine Telefonanlage auf
dem Fußboden liegend, der war eiskalt und ich sah mir deshalb den
Heizkreisverteiler an.

Die Stellventile werden aus einer Abwzeigdose versorgt, in die aber neben
den Ventillleitungen nur eine NYM3x1,5 und zwei JY(St)Y 2x2x0,6 hereingehen.
Auf den Ventilen steht 230V / 4W drauf.

Nanu, da wird doch nicht einer


Doch, er hat.
Die beiden Telefonleitungen sind mittels Lüsterklemmen an die 230V führende
NYM geklemmt und steuern dann die Ventile an.
Zudem hat er auf den Neutralleiter zu den Thermostaten verzichtet, welchen
diese zwecks "thermischer Rückführung" eigentlich gerne hàtten (ist bei ner
tràgen FBH doch auch besser so, oder sehe ich das falsch?). Und die von mir
vorgeschlagene Zeitschaltuhr zwecks zentraler, einheitlicher Absenkung geht
so natürlich auch nicht (die Thermostate haben dazu eine weitere Klemmen,
man kann so einfach durch Anlegen von 230V zentral alle Ràume um 4K
vermindern).

Also mal im Sicherungskasten nachgeschaut, er könnte ja seinen Pfusch
abgemildert haben, indem er einen kleinen Steuersicherungsautomaten genommen
hat - NEIN, 16A Typ "B", brav beschriftet mit "Heizkreisverteiler", direkt
deneben der Aufkleber "geprüft nach VDE - e-Check" und die Werbung "XY
Elektrotechnik, Fachbetrieb für Gebaàudetechnik".
In der Hoffnung, noch irgendwas stromlimitierendes zu finden, habe ich die
UV geöffnet und dabei noch die 5x1,5mm gefunden, die als Herdzuleitung
deklariert ist und durch wàrmegedàmmte Wànder (Trockenbau) geführt wird,
trotzdem mit 16A abgesichert ist.
Und die 16mm² Ader der Zuleitung, die mit der flexiblen 10mm² Brücke
gemeinsam unter einer Klemme des RCD verklemmt ist.
Und die Sicherungsautomaten mit einem Gesamtnennstrom von 64A pro
Außenleiter, die von jedem Kontakt des 40A RCD (ohne Vorsicherung an der 63A
Zuleitung) gespeist werden.
Und die lose liegende 3x1,5mm, die wohl irgendwo über war.
Dass praktisch alle Einzelsteckdosen schief eingebaut sind, ist dann nur
noch ein Schönheitsfehler, ebenso, dass er dem Arzt Leuchten empfohlen (und
leider auch schon installiert) hat, die ein hàssliches Blechgehàuse mit
billigem Riffelraster und VVG haben und (für meine Ohren) nervig brummen -
bzw. bei Rundsteuersignalen auch mit 310Hz "morsen".

Ach so, die Leitung für die Außenleuchte ist schon unter Spannung, aber nur
abgeschnitten und baumelt an der Außenwand rum.

Bei der Schalterstellung war sich der Kollege auch unsicher, es findet sich
eine ungefàhre 50:50 Mischung von "aus = Wippe oben" und "aus = Wippe unten"
bei den Ausschaltungen.

Einige unschöne Dinge, einige Dinge, die unzulàssig sind, aber vor allem die
230V / 16A abgesicherte Telefonleitung schreit nach MECKER.

Wie seid ihr schon mal bei sowas vorgegangen?

Einerseits kann das so nicht bleiben, andererseits will ich nicht als
Querulant gelten, der den Einzug noch weiter verzögert.
Eine Lösung wàre IMHO nur der EInsatz von Kleinspannung für die Thermostate
und dann Relais.
Der Einsatz von "dummen" Thermostaten (Bi-Metall) für FBH ist meiner Meinung
nach unsinnig, ich hàtte da lieber (auch sehr preiswert erhàltliche)
PWM-Regler genommen, die aber leider nicht zum Schalterprogramm passen.
Wobei - Raumthermostat dirket über dem Lichtschalter an der Tür - ist doch
sowieso kein optimaler Einbauort.
(Da sind auch Privatwohnungen im Haus. Da könnte auch mal ein Dimmer rein.)
 

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#1 Thomas Einzel
10/01/2010 - 18:07 | Warnen spam
Carsten Kreft schrieb am 10.01.2010 17:33:
...
Der Einsatz von "dummen" Thermostaten (Bi-Metall) für FBH ist meiner Meinung
nach unsinnig, ich hàtte da lieber (auch sehr preiswert erhàltliche)
PWM-Regler genommen, die aber leider nicht zum Schalterprogramm passen.



Für Fußbodenheizungen kann man die billigen Bi-Metall Thermostate
nehmen, die FbHz sind mit 2...4h Latenz so etwas von tràge.

Wobei - Raumthermostat dirket über dem Lichtschalter an der Tür - ist doch
sowieso kein optimaler Einbauort.



So schlimm ist das oft gar nicht, ich habe seit kurzem eine
Visualisierung für den direkt an der Wohnzimmertür liegenden
Temperatursensor (der aber nicht die Heizungen steuert), das schwankt
max. um ein paar Zehntel (und der Raum/Flur) daneben ist schon merklich
kàlter.

(Da sind auch Privatwohnungen im Haus. Da könnte auch mal ein Dimmer rein.)



Warum nur einer ;->

zum topic: Wenn die Leitung nicht für die Nennspannung ausgelegt sein
sollte, sollte IMO die Reaktion klar sein. JY(St)Y ist in der Regel nur
bis 300V Nennspannung ausgelegt, es gibt aber auch YSTY Varianten mit
350V Nennspannung.
http://www.elektrikshop.de/product_...roducts_id’7

Thomas

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