7-Stunden-Regel

16/04/2013 - 15:07 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
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Moin!

Kennt zufàllig jemand die Herkunft einer sog. "7-Stunden-Regel" für
Kernwaffenfallout?

Die soll sinngemàß besagen, daß die Aktivitàt des Fallouts (oder
vielleicht auch seine Strahlungsleistung*) nach 7 h auf ein Zehntel,
nach 7*7 h, also rund zwei Tagen, auf ein Hundertstel und nach 7^3 h,
also zwei Wochen, auf ein Tausendstel des Anfangswerts zurückgegangen
ist. Pi mal Daumen könnte das sogar hinkommen.

(Eine Atombombe soll angeblich pro KT yield ca. 57 g Spaltprodukte
freisetzen, also dafür die entsprechende Menge Kernbrennstoff
gespalten haben**). Diese 57 g sollen eine Aktiviàt in der Gegend von
2e17 Bq aufweisen. Kommt das hin? Kann man irgendwo die
Zusammensetzung der Spaltprodukte und Abschàtzungen für deren
Abklingen nachlesen? Das ist nicht dasselbe wie beim Fallout, weil im
Fallout die radioaktiven Edelgase nicht - oder kaum - vorkommen,
außerdem enthàlt der auch noch Kernbrennstoff. Zu den Spaltprodukten
kommen übrigens noch die Aktivierungsprodukte: So wird z. B. Kochsalz
(also auch Meerwasser) bei Neutronenbestrahlung sehr stark radioaktiv
(und klingt aber auch ziemlich schnell wieder ab: HWZ(24Na) ist 15 h,
HWZ(38Cl) ist 37 min). Andererseits sollte das Wasser die Neutronen
auch ziemlich effizient wegfangen.)

Steht das vielleicht alles im Handbuch für den ABC-Unteroffizier?

*) Kurzlebigeres Zeuxx hat i. a. höhere Zerfallsenergien, produziert
also pro Bq eine höhere Dosisleistung. Damit geht die Strahlung, also
das, was das Dosimeter anzeigt, vermutlich deutlich stàrker zurück als
die Aktivitàt.

**) 57 g Spaltstoff sind ca. 0,24 mol, also rund 1,4e23 Atome. Jedes
liefert ca. 180 MeV, macht zusammen 4 TJ oder rund 1GWh. 1 kg
konventioneller Sprengstoff dürfte ca. 2-3 kWh Energie liefern, das
wàren dann als ungefàhr eine halbe Tonne Sprengstoff. Mein
Milchmàdchen sagt, daß die Größenordnung paßt. Das sagt auch, daß 2e17
Bq auf 2,8e23 Spaltproduktkerne eine mittlere Lebensdauer von 16 d
bedeutet - kommt mir doch ganz schön lang vor, aber auch nicht völlig
unrealistisch.


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Helmut Wabnig
16/04/2013 - 16:20 | Warnen spam
On Tue, 16 Apr 2013 15:07:08 +0200, "Ralf . K u s m i e r z"
wrote:

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Moin!

Kennt zufàllig jemand die Herkunft einer sog. "7-Stunden-Regel" für
Kernwaffenfallout?

Die soll sinngemàß besagen, daß die Aktivitàt des Fallouts (oder
vielleicht auch seine Strahlungsleistung*) nach 7 h auf ein Zehntel,
nach 7*7 h, also rund zwei Tagen, auf ein Hundertstel und nach 7^3 h,
also zwei Wochen, auf ein Tausendstel des Anfangswerts zurückgegangen
ist. Pi mal Daumen könnte das sogar hinkommen.

(Eine Atombombe soll angeblich pro KT yield ca. 57 g Spaltprodukte
freisetzen, also dafür die entsprechende Menge Kernbrennstoff
gespalten haben**). Diese 57 g sollen eine Aktiviàt in der Gegend von
2e17 Bq aufweisen. Kommt das hin? Kann man irgendwo die
Zusammensetzung der Spaltprodukte und Abschàtzungen für deren
Abklingen nachlesen? Das ist nicht dasselbe wie beim Fallout, weil im
Fallout die radioaktiven Edelgase nicht - oder kaum - vorkommen,
außerdem enthàlt der auch noch Kernbrennstoff. Zu den Spaltprodukten
kommen übrigens noch die Aktivierungsprodukte: So wird z. B. Kochsalz
(also auch Meerwasser) bei Neutronenbestrahlung sehr stark radioaktiv
(und klingt aber auch ziemlich schnell wieder ab: HWZ(24Na) ist 15 h,
HWZ(38Cl) ist 37 min). Andererseits sollte das Wasser die Neutronen
auch ziemlich effizient wegfangen.)

Steht das vielleicht alles im Handbuch für den ABC-Unteroffizier?

*) Kurzlebigeres Zeuxx hat i. a. höhere Zerfallsenergien, produziert
also pro Bq eine höhere Dosisleistung. Damit geht die Strahlung, also
das, was das Dosimeter anzeigt, vermutlich deutlich stàrker zurück als
die Aktivitàt.

**) 57 g Spaltstoff sind ca. 0,24 mol, also rund 1,4e23 Atome. Jedes
liefert ca. 180 MeV, macht zusammen 4 TJ oder rund 1GWh. 1 kg
konventioneller Sprengstoff dürfte ca. 2-3 kWh Energie liefern, das
wàren dann als ungefàhr eine halbe Tonne Sprengstoff. Mein
Milchmàdchen sagt, daß die Größenordnung paßt. Das sagt auch, daß 2e17
Bq auf 2,8e23 Spaltproduktkerne eine mittlere Lebensdauer von 16 d
bedeutet - kommt mir doch ganz schön lang vor, aber auch nicht völlig
unrealistisch.




Die Herkunft ist sicherlich von unseren Befreiern in Übersee.

Anbei zwei Seiten aus meinem vorigen Leben.

http://img707.imageshack.us/img707/...abille.jpg
http://img138.imageshack.us/img138/7325/schutz.jpg


w.

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