Abgrenzung Betriebssystem

03/01/2014 - 21:14 von Martin Klaiber | Report spam
Anlàsslich eines privaten Mailwechsels beschàftigt mich die Frage, ab
wann von einem Betriebssystem gesprochen wird/gesprochen werden kann.

Ein Disk-Operating-System gilt ja üblicherweise als Betriebssystem, da
steckt ein wichtiges Merkmal schon im Namen, aber wie sieht es dann
mit den Monitorprogrammen der Einplatinencomputer der 70er-Jahre aus?
Sie enthielten hàufig Funktionen, um Programme auf Audio-Kassetten zu
speichern und davon zu laden. Kassette statt Diskette oder Festplatte,
ist das Monitorprogramm also auch ein Betriebssystem?

Oder reicht schon weniger? Wie sieht es mit der Ein- und Ausgabe aus?
Das machte auch das Monitorprogramm. Wenn aber die Abfrage der Tastatur
und die Ansteuerung der Anzeige schon Funktionen eines Betriebssystems
sind, dann müsste jeder Taschenrechner eines haben.

Gibt es also überhaupt Computer ohne Betriebssystem? Laut wikipedia Ja:

<http://de.wikipedia.org/wiki/Betrie...980.29>

bzw.

<http://de.wikipedia.org/wiki/Entwic....A4nge>

Allerdings bleibt die Abgrenzung, ab wann man von einem Betriebssystem
sprechen kann, IMHO unklar (wikipedia erwàhne ich hier als Beispiel,
das ich auf die Schnelle fand, soll keine Referenz sein).

Danke und Gruß
Martin
 

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#1 Kay Martinen
03/01/2014 - 22:53 | Warnen spam
Am 03.01.2014 21:14, schrieb Martin Klaiber:
Ein Disk-Operating-System gilt ja üblicherweise als Betriebssystem, da
steckt ein wichtiges Merkmal schon im Namen, aber wie sieht es dann
Oder reicht schon weniger? Wie sieht es mit der Ein- und Ausgabe aus?



Ich würde mich nicht so an den Terminus Betriebssystem klammern.
Ein System als solches bezeichnet meist eine ganze kollektion von
Bestandteilen. Und das muss nicht immer sein.

Vielleicht kann/sollte man es auf die Grundlegenden Funktionen der
Datenverarbeitung runter brechen. Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe, kurz:
EVA. Wenn irgend ein Computer dies mit irgendeinem Programm "quasi" vom
Start weg schafft - denke ich kann man zumindest von einem
Betriebsprogramm sprechen.

In dieses Schema würde jetzt dein Monitorprogramm hinein fallen, nicht
aber ein PC BIOS.

Denn Das BIOS ist von seiner Auslegung her eher passiv. Es "ermöglicht"
erst das laden irgend eines Programms/Systems das dann auf seine Dienste
zugreift, und mit der Außenwelt kommuniziert. Das BIOS allein muss zwar
auch Daten verarbeiten, doch die kommen im allgemeinen direkt aus dem
eigenen System selbst, und nicht von außen.

Man könnte ein Betriebsystem oder Programm also auch so beschreiben das
es Informationen von *außerhalb* des Computers verarbeitet und das
Ergebniss wieder nach *außen* gibt. Das ist im Vergleich zum BIOS eine
eher Aktive Arbeitsweise. Zugleich ist es im allg. möglich mehr als ein
Programm zu starten. Gut, das gilt auch für ein BIOS, aber seine
sonstigen Beschrànkungen bleiben!

Ich hatte einen 3-Platinen Computer mit Hexdisplay und Tastatur, und
Kassetttenport. Der hatte auch ein Monitor-Programm das man auch per
Terminal ansprechen konnte. Ich würde es ein Betriebsprogramm nennen. Da
es im inneren modular aufgebaut war könnte man es natürlich auch ein
Betriebssystem nennen. Und man konnte natürlich programme eintippen,
speichern, laden und starten.

Ein Microcontroller làdt auch ein Programm um Signale von außen zu
verarbeiten und als Reaktion ausgaben zu machen. Auch der hat ein
Betriebsprogramm (das man auch wechseln kann).

Und schließlich brauchen auch die größten Numberchruncher ein Programm
das ihnen sagt wo sie welche Daten wann bekommen und wie sie die
Verarbeiten sollen. Ohne das gehen sie nicht "in Betrieb" und sind nur
nutzloses Silizium.


Vielleicht hilft es dir weiter.

Kay

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