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Abschätzung: Wieviel Masse/Energie wird durch Wärmestrahlung abgegeben?

06/12/2007 - 19:20 von Michael Hagedorn | Report spam
Hallo.
Hier gab es eine interessante Diskussion zu folgendem historischen
Ereignis:

" Santorio Sanctorius -- Der Mann auf der Waage
(1561 -- 1636)

Der italienische Wissenschaftler Sanctorius war Professor für
theoretische Medizin in Padua. Er beschàftigte sich mit Verànderungen
des Körpers, die er möglichst genau zu erfassen versuchte. Zu diesem
Zweck baute er eine große Waage, an die er einen Stuhl hàngte.
Sanctorius nahm seine Mahlzeiten in diesem Stuhl ein: Wenn er etwas aß,
sank der Stuhl nach unten, im Laufe des Tages bewegte er sich jedoch
wieder auf die ursprüngliche Höhe zurück.
Zu der Zeit von Sanctorius strebten die Menschen danach, in allen
Belangen Ausgewogenheit zu erreichen, also z.B. eine Balance zwischen
Aufnahme und Verbrauch von Nahrung herzustellen. Daher empfahl
Sanctorius, dass man durch einen an der Waage aufgehàngten Stuhl die
eigene Ernàhrung kontrollieren könne -wenn der Stuhl auf die normale
Höhe abgesunken sei, müsse man eben aufhören zu essen.

Mit diesen Ergebnissen war Sanctorius jedoch nicht zufrieden, er wollte
es genauer wissen. Daher konstruierte er eine große Plattform, die an
einer Waage hing. Auf dieser Plattform verbrachte er über 30 Jahre einen
Großteil seines Lebens, hier aß und arbeitete er, auf ihr stand auch
sein Bett. Da er auf diese Weise sein Körpergewicht stàndig und recht
genau erfassen konnte, stellte er u.a. fest, dass sich im Laufe des
Tages Schwankungen ergaben. Noch wichtiger ist, dass er
zusammenrechnete, was er im Laufe des Tages zu sich nahm, welches
Gewicht also Getrànke und Nahrung hatten, und wieviel er in Urin und Kot
wieder von sich gab. Dabei machte er eine erstaunliche Entdeckung: Wenn
er am Tag 8 Pfund aufnahm, so gab er doch nur 5 Pfund wieder ab. Nach 10
Tagen hàtte er daher um 30 Pfund schwerer sein müssen. Da er jedoch
nicht zunahm, zog er den Schluss, dass 3 Pfund tàglich durch eine
unmerkliche Ausdünstung dem Körper verloren gehen müssten. "

Soviel zur Geschichte. Die Frage aus etwas aktuellerer Sicht ist nun
die: Wieviel Prozent dieser "unmerklichen Ausdünstung" ist CO2 und
wieviel macht der "Verlust" durch Wàrmestrahlung aus? Letzteres ist aus
physikalischer Sicht wahrscheinlich interessanter und mich würde vor
allem interessieren, wie man es gescheit nach oben abschàtzen kann...
M.
 

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#1 Andreas Hantsch
06/12/2007 - 22:06 | Warnen spam
Hallo Michael,

Soviel zur Geschichte. Die Frage aus etwas aktuellerer Sicht ist nun
die: Wieviel Prozent dieser "unmerklichen Ausdünstung" ist CO2 und
wieviel macht der "Verlust" durch Wàrmestrahlung aus? Letzteres ist aus
physikalischer Sicht wahrscheinlich interessanter und mich würde vor
allem interessieren, wie man es gescheit nach oben abschàtzen kann...



bei leichter körperlicher Tàtigkeit strahlt der Mensch etwa (80...100)W
ab.[1]

Wieviel CO2 ein Mensch abgibt könnte eventuell auch unter [1] zu finden
sein.

Meiner Meinung nach tràgt jedoch der Wasserverlust durch Transpiration
rein stàrker zum Massenverlust bei.

Viele Grüße
Andreas

[1] Recknagel, H., Schramek, E.-R., Sprenger, E.: Taschenbuch für
Heizung und Klimatechnik, 2005/2006
Oldenbourg Industrieverlag, neuere Auflage: z.B. 72 (2004)

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