Abschirmung radioaktiver Strahlung (Gammastrahlen)

04/06/2009 - 13:57 von peggy88mail-google2 | Report spam
Hallo,

ich bin neu in diesem Bereich tàtig, bin sozusagen artfremd.
Wir sammeln grad Ideen zur Abschirmung von Sendungen mit radioaktiven
Gut für die Medizin, welche kurzzeitig im Arbeitsbereich verbleiben
und aus Zeitgründen nicht in den dafür vorgesehenen Betonbunker
gebracht werden können.
Hierfür sollen kleiner mobile Castorrollwagen entwickelt werden.
Wir suchen nach geeigneten Materialien, welche vielleicht leichter
oder preisgünstiger als Blei sind.
Über Ideen, konkrete Vorschlàge oder das Wissen über àhnliche Projekte
wàre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße
Peggy
 

Lesen sie die antworten

#1 Ralf . K u s m i e r z
04/06/2009 - 15:31 | Warnen spam
X-No-Archive: Yes

begin quoting, schrieb:

Wir sammeln grad Ideen zur Abschirmung von Sendungen mit radioaktiven
Gut für die Medizin, welche kurzzeitig im Arbeitsbereich verbleiben
und aus Zeitgründen nicht in den dafür vorgesehenen Betonbunker
gebracht werden können.
Hierfür sollen kleiner mobile Castorrollwagen entwickelt werden.
Wir suchen nach geeigneten Materialien, welche vielleicht leichter
oder preisgünstiger als Blei sind.



Maßgeblich für die Abschirmwirkung ist die Ladungsdichte bzw. die
Anzahl der in einer durchstrahlten Schicht insgesamt vorhandenen
Ladungstràger. Nützlich sind dabei nur die Elektronen bzw. Protonen
(die Anzahlen sind gleich), aber die Neutronen bringen ebenfalls
Gewicht auf die Waage, ohne zur Abschirmung beizutragen. Du brauchst
also ein Material, daß möglichst viele Protonen und möglichst wenige
Neutronen enthàlt. Nimm Wasserstoff... ;-)

Blei hat ein Protonen-Neutronenverhàltnis von 0,66, bei Wasser ist es
1,25 - Wasser schirmt also viel besser ab.

Und warum nehmen diese Strahlenschützer-Trottel dann Blei?

Naja, wegen der hohen Mieten: Blei nimmt einfach weniger Platz weg.

Wenn Du Dir eine Nuklidkarte anschaust, dann ist der Verlauf der
stabilen Elemente nach rechts gebogen, d. h. bei den schwereren
Elementen ist der Neutronenanteil höher. Zur Abschirmung sollte man
also eher leichtere Elemente wàhlen.

P N P/(N+P)
Al 13 14 0,481
Fe 26 31 0,456
Cu 29 35 0,453
Pb 82 125 0,396

Die Unterschiede sind aber ziemlich klein.

Materialien, die viel Platz wegnehmen, also leichte, sind auch noch
aus einem zweiten Grund vorteilhaft: Bei Durchgang durch eine
Abschirmung hàrtet die Strahlung auf, d. h. die weicheren Anteile
werden stàrker ausgefiltert, zusàtzlich entsteht dabei auch noch
Streustrahlung, die dann kreuz und quer durch das Volumen làuft, und
die legt in der Abschirmung um so lànger Strecken zurück, je
voluminöser die ist.


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus

Ähnliche fragen