Aendert sich im Lauf des Lebens, welchen Stellenwert Mathematik fuer einen hat?

30/03/2014 - 22:39 von Timo | Report spam
Hallo,

wie manche von Euch wahrscheinlich aus meinern früheren
Postings wissen, bin ich noch nicht lange querschnittsgelàhmt.

Die Gefühle, die damit einhergehen, zu wissen, was man im
Leben alles nicht machen können wird, sind manchmal ziemlich
niederdrückend. (Aber ich schàtze, derartige Gefühlszustànde
durchlebt jeder mal - schliesslich geht jeder seinen Weg durchs
Leben und macht sich eine Vorstellung davon, welche Wege es
sonst noch gibt, die man aber nicht gehen kann, weil man eben
seinen Weg geht und nicht gleichzeitig mehrere Reisen
machen kann... Man muss dazu wohl nicht querschnittsgelàhmt
sein ...)

Im Moment ist es so, dass ich, wenn ich in der UB die Regale
mit den vielen Mathebüchern sehe, oder wenn ich Zeitschriften
oder Paper in die Hand bekomme, bei denen ich zur Zeit nur
Bahnhof verstehe, immer das Gefühl habe:
Das alles weisst du noch nicht - es gibt noch viel für dich zu
tun und es wird noch so vieles geben, auf das du deinen
Blick richten kannst. Und dieses Gefühl baut mich auf.

Was mich interessiert, ist: Wenn man im Lauf der Zeit immer
mehr Mathematik dazulernt und immer mehr von dem begreift,
was man in die Hànde bekommt - bleibt einem dann trotzdem
dieses Gefühl erhalten? Dieses Gefühl, dass da immer noch
ein grosser Lernauftrag auf einen wartet wenn man dafür
offen bleibt?
Oder stumpft sich das im Lauf der Zeit ab und es wird langweilig?

Das hört sich vielleicht komisch an, aber im Moment ist für mich
Mathematik etwas, wo ich mir noch Ziele stecken kann, die sich
nicht von vorneherein aufgrund der Zwànge des Faktischen
komplett verbieten.
Aber den Gedanken, dass ich mal auf eine Weise ende, bei der
ich nichts mehr von dem, was zu tun mir noch möglich ist,
faszinierend finde, finde ich beàngstigend.

Freundliche Grüße

Timo
 

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#1 wernertrp
31/03/2014 - 08:26 | Warnen spam
Am Sonntag, 30. Màrz 2014 22:39:44 UTC+2 schrieb Timo:
Hallo,



wie manche von Euch wahrscheinlich aus meinern früheren

Postings wissen, bin ich noch nicht lange querschnittsgelàhmt.



Die Gefühle, die damit einhergehen, zu wissen, was man im

Leben alles nicht machen können wird, sind manchmal ziemlich

niederdrückend. (Aber ich schàtze, derartige Gefühlszustànde

durchlebt jeder mal - schliesslich geht jeder seinen Weg durchs

Leben und macht sich eine Vorstellung davon, welche Wege es

sonst noch gibt, die man aber nicht gehen kann, weil man eben

seinen Weg geht und nicht gleichzeitig mehrere Reisen

machen kann... Man muss dazu wohl nicht querschnittsgelàhmt

sein ...)



Im Moment ist es so, dass ich, wenn ich in der UB die Regale

mit den vielen Mathebüchern sehe, oder wenn ich Zeitschriften

oder Paper in die Hand bekomme, bei denen ich zur Zeit nur

Bahnhof verstehe, immer das Gefühl habe:

Das alles weisst du noch nicht - es gibt noch viel für dich zu

tun und es wird noch so vieles geben, auf das du deinen

Blick richten kannst. Und dieses Gefühl baut mich auf.



Was mich interessiert, ist: Wenn man im Lauf der Zeit immer

mehr Mathematik dazulernt und immer mehr von dem begreift,

was man in die Hànde bekommt - bleibt einem dann trotzdem

dieses Gefühl erhalten? Dieses Gefühl, dass da immer noch

ein grosser Lernauftrag auf einen wartet wenn man dafür

offen bleibt?

Oder stumpft sich das im Lauf der Zeit ab und es wird langweilig?



Das hört sich vielleicht komisch an, aber im Moment ist für mich

Mathematik etwas, wo ich mir noch Ziele stecken kann, die sich

nicht von vorneherein aufgrund der Zwànge des Faktischen

komplett verbieten.

Aber den Gedanken, dass ich mal auf eine Weise ende, bei der

ich nichts mehr von dem, was zu tun mir noch möglich ist,

faszinierend finde, finde ich beàngstigend.



Freundliche Grüße



Timo



Ein kurzer Einstieg in die Behinderten Relativitàtstheorie:

Gestern sah ich einen Film wie ein Kinderlàhmungspatient sich endlich so weit erholt hatte, daß er Rollstuhlfàhig wurde und die Eiserne Lunge verlassen durfte.
Er beschrieb mit großer Begeisterung dieses Experiment.
Welch ein Fortschritt.

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