Akkus Tante Paula

12/05/2009 - 16:05 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
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Moin,

neulich traf ich meine Nachbarin, und die jammerte rum, daß die Akkus
von "Tante Paula" schon wieder im Eimer seien. Na gut, habe ich mich
erst einmal schlau gemacht: Tante Paula hat einen 500-W-Motor und
fàhrt mit Bleiakkus, die àlteren Modelle 24 V/10 Ah, die neueren 36
V/10 Ah bzw. der "Langreichweitenakku" 36 V/15 Ah. Daß die "schon
wieder kaputt" sind, ist so verwunderlich nicht: Da die Akkus jeweils
ziemlich weit entladen wurden, haben die schon nach ca. 200 Zyklen
(etwa ein Jahr Fahrbetrieb, paßt zum Nutzungsprofil) erhebliche
Kapazitàtsverluste, und wenn ich der Nachbarin klarmache, daß man
zwecks höherer Zyklenzahl (500-1000) die höchstens zur Hàlfte
leerfahren darf, dann machst sie ein ganz làngliches Gesicht, denn die
20-30 km Auslegungsreichweite sind schon verflixt knapp.

So extrem teuer sind die Akkus auch gar nicht: Ca. 350 E/kWh (was dann
allerdings bei der niedrigen Zyklenzahl auf jede Kilowattstunde noch
einen satten Euro Batteriekosten draufschlàgt, wàhrend eine
Sprit-Kilowattstunde nur 60-70 ct kostet).

Trotzdem: Was wàren die Alternativen, bzw., wo kriegt man kleine
Traktionsbatterien (12-V-Blöcke) mit einem günstigen
Preis-Leistungsverhàltnis her? Was nimmt man überhaupt: Blei-Gel, AGM
oder offene und dadurch wartbare Systeme? Was sind die qualitativ
hochwertigen Marken mit hoher Lebenserwartung? (Ich tendiere im
Prinzip dazu, sehr viele kleine Einzelzellen zu nehmen, die man bei
Defekt einzeln austauschen kann, aber wo kriegt man die her?)

Eine höhere Reichweite wàre durchaus erstrebenswert, und andere
Systeme (z. B. NiMH) haben auch eine wesentlich günstigere
gravimetrische Enmergiedichte als Bleakkus, aber wie sieht das
"eurometrisch" aus?


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Marcel Müller
12/05/2009 - 17:32 | Warnen spam
Hallo,

Ralf . K u s m i e r z wrote:
Trotzdem: Was wàren die Alternativen, bzw., wo kriegt man kleine
Traktionsbatterien (12-V-Blöcke) mit einem günstigen
Preis-Leistungsverhàltnis her? Was nimmt man überhaupt: Blei-Gel, AGM
oder offene und dadurch wartbare Systeme?



es gibt spezielle Akkus für Elektrische Fahrzeuge und Rollstühle. Die
sollten es eine Weile überleben.

(Ich tendiere im
Prinzip dazu, sehr viele kleine Einzelzellen zu nehmen, die man bei
Defekt einzeln austauschen kann, aber wo kriegt man die her?)



Ob das etwas bringt, wage ich mal zu bezweifeln, wenn ein Akku mit einem
Zellenschluss die Spannung erstmal runterzieht, werden die Anderen auch
ruck zuck tiefentladen. Gut, bei 36V ist der Effekt einer Zelle nicht
mehr so extrem, aber das Prinzip bleibt letztlich. Außerdem ist bei
baugleichen nicht zu erwarten, dass ein einzelner Akku deutlich lànger
oder kürzer lebt, als ein anderer, der die gleiche Historie hinter sich hat.

Eine höhere Reichweite wàre durchaus erstrebenswert, und andere
Systeme (z. B. NiMH) haben auch eine wesentlich günstigere
gravimetrische Enmergiedichte als Bleakkus, aber wie sieht das
"eurometrisch" aus?



Schlecht, denn Ni* bei größerer Wh-Zahl in vernünftiger Zeit zu laden
ist eine Kunst für sich, da die in Reihe geschalteten Zellen dann
einzeln überwacht und geladen werden müssen. In jedem Fall ist eine
komplett neue Ladeschaltung fàllig.
Zudem ist das Thema Kühlung bei größeren Blocks nicht ohne. Ohne aktive
Kühlung ergibt sich eine sehr inhomogene Ladung, da die warmen Zellen
bei Delta-U schneller abschalten und auch eine stark erhöhte
Selbstentladung haben.
Die Selbstentladung von NiMH ist sowieso ziemlich schlecht. Wenn man das
mit 08/15 Consumerzellen macht, ist das Ding nach einer Woche nicht mehr
fahrbereit, weil die hàlfte der Zellen fast leer ist. Die
Infinimum/Eneloop&Co-Technik bekommt man meines Wissens noch nicht in
großen Kapazitàten. Dadurch ist ein Wechselakku der gemütlich mit I <
C/10 geladen wird, auch keine Option.
Schussendlich ist noch das Thema Entladeschlussspannung zu beachten. Ich
weiß nicht wie tolerant der genannte Verbraucher da ist.

Also grundsàtzlich ist es möglich, NiMH für Fahrzeuge zu verwenden, und
ich glaube auch, dass wir in absehbarer Zeit öfter davon hören, aber es
muss halt im Ganzen betrachtet und ausgelegt werden.


Marcel

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