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Alls AKW's in Deutschland vor dem aus?

18/03/2011 - 19:11 von Vogel | Report spam




Gemàss einer geheimen Zusatzvereinbarung des Bundesumweltministeriums mit
den AKW-Betreibern zum Gesetz zur Laufzeitverlàngerung, müssen alle AKW's
zusàtzliche Sicherheitsbedingungen erfüllen, wofür imense Kosten anstehen.




http://www.rbb-online.de/kontraste/...ste_17_03_
2011/geheimer_pruefkatalog.html




Sicherheits-Katalog des Bundesumweltministeriums:




Arbeitsgruppe RS I 3 Bonn, 16. Màrz 2011
RS I 3 13042/9 Hausruf: 2850




Erste Überlegungen zu Konsequenzen Fukushima




Sicherheitsüberprüfung deutscher Kernkraftwerke und Neubewertung
Stand: 16.03.2011




Die Unfallszenarien bei japanischen Kernkraftwerken seit dem 11. Màrz 2011
geben Anlass, auch für Deutschland die Sicherheitslage neu zu bewerten.
Dies gilt sowohl hinsichtlich der Fukushima-Szenarien (I.), àhnlicher
Schadensszenarien (II.) als auch hinsichtlich einer generellen Neubewertung
von Risiken (III.). Die Durchführung der Überprüfungen muss darüber hinaus
gehen, dass alte Prüfungsergebnisse lediglich nachvollzogen werden (IV.).




Die geforderten Überprüfungen und Maßnahmen sind für alle Anlagen
kurzfristig und als Voraussetzung für die Nutzung der zusàtzlichen
Strommengen aufgrund der gesetzlichen Laufzeitverlàngerung nach dem
(aktuellen) Stand von Wissenschaft und Technik umzusetzen.




Die nachfolgende Liste basiert auf vorlàufigen Überlegungen nach dem
jetzigen Erkenntnisstand. Sie wird insbesondere unter Berücksichtigung der
Fortentwicklung der Erkenntnisse aus den japanischen Kernkraftwerken und
den Zwischenergebnissen des Überprüfungsergebnisses gegebenenfalls
weiterentwickelt werden.




I. Fukushima-Szenario – Schlussfolgerungen für deutsche KKW





1. Erdbebenauslegung und Bodendynamik





a) Die Erdbebenauslegung wird nach Stand von Wissenschaft und Technik mit
aktuellen Erdbebenlasten kurzfristig neu berechnet. Nachrüstmaßnahmen
werden ggf. unverzüglich umgesetzt.




b) Einwirkungen aus bodendynamischen Prozessen wie Erdfàlle und Subrosion,
Erdrutsche und sonstige Massenverlagerungen aller Art, und zwar als direkte
Einwirkung als auch ausgelöst in Folge Erdbeben, werden in den
Neuberechnung der Erdbebenauslegung mit einbezogen. Nachrüstmaßnahmen
werden ggf. unverzüglich umgesetzt.




c) Insbesondere werden alle für den sicheren Betrieb bei und nach einem
Erdbeben erforderlichen Komponenten aller vier Sicherheitsebenen überprüft
und ggf. entsprechend ersetzt oder ertüchtigt.




2. Hochwasserauslegung




a) Die Hochwasserauslegung wird nach Stand von Wissenschaft und Technik
unter Berücksichtigung des Klimawandels kurzfristig neu berechnet und ggf.
Nachrüstmaßnahmen unverzüglich umgesetzt. Bei der Berechnung von
Überflutungen werden auch Flutwellen (Nordsee) und größere Wogen an
angrenzenden Gewàssern betrachtet, die z. B. durch Erdbeben oder Stürme
überlagert mit Hochwàssern hervorgerufen werden.




b) Insbesondere werden alle für den sicheren Betrieb bei einem
Hochwasserereignis erforderlichen Komponenten für alle vier
Sicherheitsebenen überprüft und ggf. entsprechend ersetzt oder ertüchtigt




3. Weitere externe Ereignisse




a) Die Auslegung und die Betriebsvorschriften der KKW im Hinblick auf
weitere externe Ereignisse werden nach Stand von Wissenschaft und Technik
auch unter Berücksichtigung des Klimawandels kurzfristig überprüft (z. B.
extreme Wetterbedingungen, Flugzeugabsturz, Cyberangriff, Pandemie).
Nachrüstmaßnahmen werden ggf. unverzüglich umgesetzt. Dabei wird u. a.
geprüft, inwieweit die Auslegungsannahmen (z. B. für Erdbeben, Hochwasser)
in die Systemauslegung eingehen und ob mögliche Einwirkungen durch das
Versagen anderer Systeme und Komponenten (z. B. Hilfssysteme) hinreichend
berücksichtigt sind.




4. Kombinationswirkung von externen Ereignissen

Es wird überprüft, welche Kombinationen von Ereignissen (z. B. Erdbeben und
großflàchiger Stromnetzausfall) nach Stand von Wissenschaft und Technik bei
der Auslegung zu berücksichtigen sind. Nachrüstmaßnahmen werden ggf.
unverzüglich umgesetzt.




5. Konkrete Maßnahmen




a) Die Erdbebensicherheit insbesondere der Notstromversorgungsanlagen incl.
aller für deren Betrieb notwendigen Hilfs- und Versorgungseinrichtungen
wird nach Stand von Wissenschaft und Technik überprüft.




b) Die sicherheitstechnisch relevante Nebenkühlwasserversorgung ist zudem
im Hinblick auf Ereignisse mit „common cause Potential“ wie Fremdstoffe
(Heu, Muscheln, Quallen etc.) zu überprüfen und ggf. zu ertüchtigen.




c) Zur Kenntnis des Anlagenzustandes muss die Messung von systemwichtigen
Betriebs- Störfall und Unfalldaten von der Warte und der Notsteuerstelle
aus sichergestellt sein. Zudem muss sichergestellt sein, dass diese Daten
kontinuierlich den Aufsichtsbehörden übermittelt werden (Überprüfung der
Notfallplanungen). Hierzu sind redundante Messungen erforderlich die über
örtlich getrennte Wege geführt werden.




d) Die Kern- und Störfallinstrumentierung ist nach Stand von Wissenschaft
und Technik zu überprüfen, um auch im Auslegungsüberschreitenden Bereich
aussagekràftige Werte sicherzustellen.




e) Eine Notsteuerstelle für jeden Reaktorblock ist vorzusehen, entsprechend
zu verbunkern und ràumlich so anzuordnen, dass sie auch bei größeren
Freisetzungen auf dem Anlagengelànde durchgàngig besetzt werden kann.




f) Die Autarkie der Notstromversorgung ist für 72 Stunden sicherzustellen.




g) Die Notfallmaßnahme zum Fluten des Reaktordruckbehàlters (RDB -
Außenkühlung) ist nach Stand von Wissenschaft und Technik zu überprüfen.
Nachrüstmaßnahmen werden ggf. unverzüglich umgesetzt.




h) Rückfördermaßnahmen aus dem Reaktorgebàude (SWR) oder dem Ringraum (DWR)
sind für Lecks aus dem Sicherheitsbehàlter vorzusehen.




i) Es sind Maßnahmen zu ergreifen, die die Auswirkungen von
Wasserstoffexplosionen bei einem Stör- oder Unfall soweit mindern, dass die
Störfall- und Notfallsysteme funktionsfàhig bleiben.




j) Bei SWR: Verstàrkung der Einspeisemöglichkeiten in einen unter Druck (>
10bar) stehenden RDB zusàtzlich zu TJ und TM, um weniger von einer
Druckentlastung und Einsatz der ND-Systeme abhàngig zu sein.




k) Bei DWR: Verstàrkung der Einspeisemöglichkeiten in den Primàrkreis durch
eine dampfgetriebene Pumpe wie bei SWR vorhanden, die nur von Steuerstrom,
nicht aber Leistungsstrom abhàngig ist.




II. Ähnliche Schadensszenarien
-




a) Es wird überprüft, ob der Ausfall der Notkühlung bzw. der
Notstromversorgung bei einem Flugzeugabsturz (zufàllig, terroristisch)
verhindert werden kann.




b) Die Robustheit sowie die Dauer der Wirksamkeit der Notkühlung und der
Notstromversorgung (Notstromdiesel, Batterien) werden im Hinblick auf
làngerfristigen Ausfall der Infrastruktur (z. B. externe Stromversorgung)
überprüft.




c) Sàmtliche Notstromdiesel sind zu verbunkern.




d) Die Rohrleitungen zur Kühlung der Sicherheitssysteme sind in
zugànglichen verbunkerten Rohrleitungskanàlen zu führen.




e) Das Not- und Nachkühlsystem wird durchgàngig auf vier Strànge mit je
100% Nachkühlkapazitàt aufgerüstet. Die vier Strànge weisen eine 2+2
Diversitàt auf. Alle Strànge sind durchgàngig gegen Einwirkungen von Außen
zu schützen und ggf. ràumlich getrennt aufgebaut werden.




f) Jede der Anlagen soll zusàtzlich mit einem dampfgetriebenen,
batteriegepufferten Hochdruck-Einspeisesystem in Anlehnung an entsprechende
Systeme bei den deutschen Siedewasserreaktoren der Baulinie 69 und dem
Druckwasserreaktor Biblis A nachgerüstet werden. Diese Systeme sind gegen
den Station Black Out (totaler Stromausfall) ausgelegt.




g) Es werden zur Kühlung des BE-Lagerbeckens, neben den zwei hierzu
herangezogenen Not- und Nachkühlstràngen, zwei weitere Kühlstrànge mit
2x100% Kapazitàt gefordert, von denen wenigsten ein Strang durchgàngig
vollstàndig verbunkert und hochwassergeschützt ist.




h) Die Notstromsysteme, die die Notkühlsysteme mit Strom versorgen, sollen
durchgàngig auf 4x 100% Notstromkapazitàt aufgerüstet werden. Die vier
Strànge sind diversitàr aufzubauen. Je zwei 100% Strànge paarweise in
bauartverschiedener Konstruktion der aktiven Notstromkomponenten.




i) Mobile Notstromaggregate sowie die Installation von festen
Einspeisepunkten für diese sind vorzunehmen, um sie ohne Zeitverzug
anschließen und sicherheitstechnisch wichtige Verbraucher damit versorgen
zu können.




j) In allen Anlagen sollen durchgàngig zusàtzliche Notstandssysteme
nachgerüstet werden. Diese sind in den Vor-Konvoi- und Konvoi-Anlagen Stand
der Technik. Die nachzurüstenden Notstandssysteme sollen zu den
nachzurüstenden Not- und Nachkühlsytemen und den Notstromsystemen
konsistent sein. D. h. statt nur 4x50% Kapazitàt wie bei Konvoi-Anlagen
sollen auch hier diversitàre Systeme 4x100% eingerichtet werden, je 2x100%
+ 2x100% mit bauartverschiedenen aktiven Komponenten. Die Notstandssysteme
sind zu verbunkern.




k) In Siedewasserreaktoren ist das Kühlmittelinventar zu vergrößern durch
vergrößerte Kühlmittellagerbehàlter, die störfallfest auszuführen sind. In
Druckwasserreaktoren sollen die sogenannten Flutbehàlter in ihrem
Fassungsvermögen vergrößert werden.




l) Bei Druckwasserreaktoren soll zur Gewàhrleistung der dritten Barriere
bei sekundàrseitigem Abfahren durch Abblasen über Dach, eine
sekundàrseitige Kondensationskammer nachgerüstet werden. Diese
Kondensationskammer soll ein Wasserinventar haben, das als Vorlage zum
Abblasen – wie bei Siedewasserreaktoren – dient. Dieses Wasserinventar soll
zudem wieder in die Dampferzeuger eingespeist werden können. Für diese DWR-
Sekundàrkondensationskammer ist ein Wàrmeanfuhrsystem zu installieren.




m) Das BE-Lagerbecken ist innerhalb des Sicherheitsbehàlters vorzusehen
oder mit einer dem Sicherheitsbehàlter àquivalenten Barriere gegenüber
Freisetzungen zu versehen.




n) Ràumlich getrennte, erdbeben- und überflutungsgesicherte verbunkerte
Brunnen mit Borlagern, mobilen Notstromgeneratoren und Pumpen vor Ort sind
vorzusehen.




III. generellen Neubewertung von Risiken





a) Sofortige Inkraftsetzung des neuen kerntechnischen Regelwerks
(Sicherheitskriterien für Kernkraftwerke).
b) Das Einzelfehlerkonzept ist zu überprüfen, u. U. ist das gleichzeitige
Auftreten von mehreren Einzelfehlern zu unterstellen.




c) Die Beherrschung der Auslegungsstörfàlle, die nach dem heutigen Stand
von Wissenschaft und Technik zu unterstellen sind (Modul 3
Sicherheitskriterien), muss nachgewiesen werden.




d) Ein wirksames IT-Security-konzept wird in allen deutschen Anlagen
kurzfristig umgesetzt. Dadurch wird gewàhrleistet, dass der sichere Betrieb
der Anlagen nicht durch IT-Angriffe beeintràchtigt werden kann.




e) Digitale Systeme im Reaktorschutz werden nur eingeführt, wenn diese mit
gleicher Sicherheit vor Manipulationen geschützt werden können, wie die
derzeit verwendete Analogtechnik.




f) Auswirkungen auf die Sicherheit von KKW aufgrund von Stromnetzausfàllen
z.B. bei simultanen IT-Angriffen auf Einrichtungen der
Stromversorgungsinfrastruktur müssen ausgeschlossen werden.




g) Es wird geprüft, ob durch simultane IT-Angriffe auf mehrere KKW
gleichzeitige Schnellabschaltungen ausgelöst werden können.




h) Kurzfristige Umsetzung von Sicherheitsverbesserungen auf der Basis der
„Nachrüstungsliste“ des BMU unter Verzicht auf die Konditionierung von
Nachrüstforderungen durch Wahrscheinlichkeitsüberlegungen (P2-Punkte) als
Voraussetzung für die Nutzung der zusàtzlichen Strommengen aus der
Laufzeitverlàngerung.




i) Die Qualitàt von Einrichtungen und Maßnahmen zur Beherrschung von
Ereignissen, die bisher als seltene Ereignisse der Sicherheitsebene 4a
zugeordnet wurden, soll an das Niveau der Sicherheitsebene 3 herangeführt
werden.




j) Systematische Überprüfung der Einrichtungen und Maßnahmen der
Sicherheitsebene 4 b und c in Hinblick auf Qualitàt und Wirksamkeit,
entsprechend dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik.




k) Die Auslegung für Reaktordruckbehàlter und deren Einbauten bei
Siedewasserreaktoren der Baulinie 69 sind mit Verfahren nach Stand von W&T
für alle Schwachstellen hinsichtlich Ermüdung und Versprödung mit allen
möglichen Belastungsfàllen (für aktuelle Kernbeladungen, Anreicherungen,
Abbrandzustànden, Schwingungen) nachzuvollziehen. Dabei sind die
eingeschrànkten Prüfmöglichkeiten hinsichtlich Auffindbarkeit von Rissen
sowie mögliche Korrosion zu berücksichtigen.




l) Für alle Behàlter und Rohrleitungen der Druckführenden Umschließung ist
der Bruchausschluss für die nach dem heutigen Stand von Wissenschaft und
Technik möglichen Belastungsfàlle (Flugzeugabsturz, Erdbeben, Störfàlle,
ATWS) für die vorgesehene Betriebszeit zu gewàhrleisten. Der Zustand
(Ermüdung, Verlagerungen, Schwingungen, Dehnungen) sind kontinuierlich zu
ermitteln und auszuwerten.




m) Für alle Behàlter und Rohrleitungen sind die Nachweise für die
Verankerungen (z.B. Dübel) der sicherheitstechnisch wichtigen Systeme nach
Stand von W&T und allen Belastungen vorzulegen.
n) Freischaltungen der Sicherheitskühlsysteme wàhrend des
Leistungsbetriebes zur vorbeugenden Instandhaltung sind unzulàssig. Sie
sollen stattdessen in der Revision erfolgen.




IV. Überprüfungsverfahren




a) Für jede Anlage wird ein Gutachterteam gebildet, dem nur Mitarbeiter von
Sachverstàndigenorganisationen angehören, die nicht in der jeweiligen
Anlage als Hauptgutachter tàtig waren, also: andere TÜV, GRS, Öko-Institut,
Physikerbüro, ESN u. a.




b) Die Bundesaufsicht erhàlt ohne Einschrànkung alle gewünschten Unterlagen
und zieht die RSK zu übergeordneten Fragen hinzu.




c) Die geforderten Maßnahmen sind für alle Anlagen kurzfristig und als
Voraussetzung für die Nutzung der zusàtzlichen Strommengen aus der
Laufzeitverlàngerung umzusetzen.









































Wie im letzten Punkt erwàhnt sind diese Forderungen unabdingbar damit die
Laufzeitverlàngerungen überhaupt umgesetzt werden dürfen.




Na da nin ich mal gespannt.


 

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#1 Vogel
18/03/2011 - 19:20 | Warnen spam
Vogel wrote in
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http://www.rbb-
online.de/kontraste/sendestrecke_beitraege/interner_sicherheits.file.pdf

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