Alternativen für Bios-Update mit Images größer 2 MB

15/12/2011 - 08:33 von Andreas Hartmann | Report spam
Hallo zusammen,

manchmal kommt man in die Lage, ein Bios updaten zu müssen, dessen
Image > 2 MB ist. Da BIOS-Updates öfter unter DOS laufen, muß man in so
einem Fall irgendwie ein DOS booten, welches das Image beinhaltet.

Dafür gibt es ja freedos und passende bootfàhige Images (1,4 und 2,8
MB). Das Problem ist nur: BIOS-Images größer 2 oder 3 MB (oder gar
weniger) bekommt man da nicht mehr zusàtzlich mit unter.

Das ist eigentlich noch nicht weiter problematisch, weil man das mit
Unetbootin problemlos in den Griff bekommt: USB-Stick rein, mit
unetbootin und freedos-Image bootfàhig machen und dann noch die
BIOS-relevanten Dateien dazu kopieren, unmounten - fertig.

Blöd wird es, wenn das BIOS den Stick, aus welchen Gründen auch immer,
hinterher nicht booten will.

In diesem Fall kann man sich eine kleine, freie, unverschlüsselte
Partition auf einer HD mit einem vfat Filesystem bauen und mit
Unetbootin an diese Stelle das Freedos-Image einrichten lassen (anstatt
eines USB-Sticks) und dann die fürs Bios notwendigen Files in einem neu
angelegten Verzeichnis reinkopieren.
Nachdem man die Partition wieder unmounted hat, kann man daraus eine
Image-Datei machen mit dd: dd if=/dev/sda3 of=dos.img.

Das Image legt man z.B. ins /boot -Verzeichnis, zusammen mit der Datei
memdisk (aus syslinux, bei openSUSE /usr/share/syslinux/memdisk).
Gebootet wird das Ganze mit Grub, indem man sich einen passenden
Eintrag in der /boot/grub/menu.lst anlegt:

title DOS
root (hd0,0)
kernel /boot/memdisk
initrd /boot/dos.img

(Der Eintrag für die Platte / Partition / Pfad / Dateinamen muss
natürlich bei Bedarf angepaßt werden).

Das so gewonnene Image kann man spàter immer wieder anpassen
(mittels mount -o loop /boot/dos.img /mnt).

Warnung 1:
Angeblich soll es beim Booten von der Festplatte beim Flashen hinterher
schon Probleme gegeben haben:
An einer Stelle im Inet habe ich einen Hinweis gefunden, daß es wohl
Boards geben soll (ist in diesem konkreten Fall passiert), welche nicht
von einer aktiven HD aus geflashed werden wollen (zumindest war das ein
Erklàrungsversuch), weil das Flashen dann mittendrin hàngen blieb und
das Bios (und damit das Board) hinterher unbrauchbar waren.

Ich habe das trotzdem so gemacht (-> erfolgreich!), weil mein
Gigabyte-Board ein dual bios board ist und im Notfall das zweite,
unberührte Bios übernehmen kann.


Wer das Ganze für mehrere Maschinen benötigt (oder weil er nicht von der
aktiven Platte aus flashen möchte), kann das Image auch via
PXE bereitstellen (falls die Maschine eine PXE-fàhige Netzwerkkarte hat
und ein zweiter Rechner mit einer PXE-Umgebung zur Verfügung steht). Der
PXE-Booteintrag hierzu lautet:

LABEL dos
kernel /dos/memdisk
append initrd=/dos/dos.img

(Die Pfade müssen natürlich wieder angepaßt werden.)


Warnung 2:
Es sei hier auch betont, daß das Updaten eines Bios immer mit dem Risiko
verbunden ist, daß im Falle eines Problems wàhrend des Flashens oder
auch aus beliebigen anderen Gründen, das Bios (und alles, was dranhàngt)
hinterher unbrauchbar ist! Ich übernehme keinerlei Garantie für die
Funktionsfàhigkeit / Einsetzbarkeit der hier beschriebenen Tips. Das
Flashen eines Bios erfolgt immer auf eigenes Risiko!


Andreas
 

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#1 Michael Paul
15/12/2011 - 09:17 | Warnen spam
On 15 Dez., 08:33, Andreas Hartmann
wrote:

manchmal kommt man in die Lage, ein Bios updaten zu müssen, dessen
Image > 2 MB ist. Da BIOS-Updates öfter unter DOS laufen, muß man in so
einem Fall irgendwie ein DOS booten, welches das Image beinhaltet. (...)



Moderne Mainboards haben (sehr oft) die Flash-Routine im Bios. Da
braucht man nur noch das Bios-Binary auf einen USB-Stick (der muss
nicht einmal bootfàhig sein) zu werfen oder eine CD zu brennen und dem
Flashdings sagen, wo es das Bios hernehmen soll.

Michael

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