An Wies'n Lothar: kleinste Objekte und Vektorfelder

26/02/2013 - 00:39 von Gregor Scholten | Report spam
Hi Lothar,

Laut deiner Theorie sollen ja physikalische Vektorfelder wie z.B. das
elektrische Feld Strömungsfelder von kleinsten Objekten (harten Kugeln,
Uhr-Atomen, Strukturonen, whatever) sein. D.h. also wenn an einem Punkt
im Raum das elektrische Feld in irgendeine Richtung zeigt, dann strömen
an diesem Punkt bzw. in dessen nàherer Umgebung welche von deinen
kleinsten Objekten in die betreffende Richtung. Soweit richtig?

Außerdem bist du ja der Ansicht, die heute bekannten Elementarteilchen
seien Ansammlungen dieser kleinsten Objekte. Betrachten wir das mal
anhand einer ebenen elektromagnetischen Welle. Die Welle breite sich in
x-Richtung aus. Dann liegt die Richtung des elektrischen Feldes, da EM-
Wellen transversal sind, in der y-z-Ebene. Nehmen wir an, das
elektrische Feld zeige in y-Richtung. Dann hieße das nach deiner
Theorie, dass die kleinsten Objekte in y-Richtung, in Richtung des
elektrischen Feldes, strömen. Halten wir das mal fest.

Nun quantisieren wir die Welle, d.h. wir gehen in die Theorie der
Photonen. Da sich die Welle in x-Richtung ausbreitet, zeigen auch die
Impulsvektoren der Photonen, die der Mode des Feldes, zu der die Welle
gehört, angehören, in x-Richtung. D.h. die Photonen propagieren in x-
Richtung. Dann aber kann unmöglich deine Ansicht zutreffen, die Photonen
seien Ansammlungen der kleinsten Objekte. Denn die kleinsten Objekte
strömen ja in y-Richtung, senkrecht zur Propagationsrichtung der
Photonen.

Und was ist eigentlich mit dem magnetischen Feld? Das zeigt bei einer
EM-Welle ja in eine Richtung senkrecht zum elektrischen Feld, in
betrachteten Fall also in z-Richtung. In welche Richtung strömen die
kleinsten Objekte also, in die das elekrischen Feldes (y-Richtung) oder
in die das magnetischen Feldes (z-Richtung)? Oder gibt es für jedes
Vektorfeld eine eigene Sorte von kleinsten Objekte, so dass die zum
elektrischen Feld gehörenden kleinsten Objekte in y-Richtung strömen und
die zum magnetischen Feld gehörenden in z-Richtung?

Nehmen wir noch eine andere Situation, ein elektrostatisches Feld um
eine einzelne Ladung herum. Die elektrischen Feldlinien laufen radial
von der Ladung weg bzw. auf diese zu. In deiner Theorie müsste sich das
ja so darstellen, dass fortwàhrend kleinste Objekte radial von der
Ladung weg bzw. zu ihr hin strömen. Dann aber müsste die Ladung doch
irgendwann alle kleinsten Objekte abgestrahlt haben bzw. alle kleinsten
Objekte aufgenommen haben, die sie maximal aufnehmen kann.
Elektrostatische Felder müssten also irgendwann zusammenbrechen. Es gibt
jedoch keine Beobachtung, die darauf hindeutet, dass so etwas
tatsàchlich passiert. Offenbar kollidiert hier deine Theorie mit den
empirischen Daten.

Mathematisieren wir das ganze mal. Nach der Maxwellschen Elektrodynamik
gilt für die Divergenz des elektrischen Feldes

\div \vec E = ho_el

wobei ho_el die elektrische Ladungsdichte ist. In deiner Theorie der
kleinsten Objekte sollte, wenn \vec E das Ströumgsfeld der kleinsten
Objekte ist, eine Kontinuitàtsgleichung gelten

\div \vec E + \partial_t ho_ko = 0

<=> \div \vec E = -\partial_t ho_ko

wobei ho_ko die Dichte der kleinsten Objekte ist und \partial_t die
Ableitung nach der Zeit. An Orten mit \div \vec E != 0, also mit einer
nichtverschwindenden elektrischen Ladungsdichte, sollte die Dichte der
kleinsten Objekte folglich mit der Zeit immer größer oder immer kleiner
werden.
 

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#1 Lothar Wiese
26/02/2013 - 11:01 | Warnen spam
Am 26.02.2013 00:39, schrieb Gregor Scholten:
Hi Lothar,

Laut deiner Theorie sollen ja physikalische Vektorfelder wie z.B. das
elektrische Feld Strömungsfelder von kleinsten Objekten (harten Kugeln,
Uhr-Atomen, Strukturonen, whatever) sein. D.h. also wenn an einem Punkt



Uratome, Struktronen oder harte Kugeln waren nur Bezeichnungen für das,
was jetzt bei einem festen Abstand zur Berührung und dann einem
Geschwindigkeitstausch parallel zur Berührungsnormale führt.

im Raum das elektrische Feld in irgendeine Richtung zeigt, dann strömen
an diesem Punkt bzw. in dessen nàherer Umgebung welche von deinen
kleinsten Objekten in die betreffende Richtung. Soweit richtig?



Nein. Meine Überlegungen dazu habe ich auf meiner Homepage und die haben
im Laufe der Zeit einige Wandlungen über sich ergehen lassen müssen. Das
was du schreibst, gehörte auch mal dazu, ist aber nur Bestandteil meines
historischen Weges zur diskreten Erweiterung der Standardphysik.

Irgend wann habe ich dir mal geschrieben, dass ich nur untersuche, was
in einem einfachen Gas harter Kugeln passieren kann. Das kann nur
mathematisch erfolgen.

Die Spekulationen über elektromagnetische Felder sind natürlich
interessant, weil sie ja aus meinem Axiom irgendwie folgen müssen, wenn
dieses eine gewisse Bedeutung haben soll. Für eine Theorie, wo natürlich
auch erst einmal definiert werden muss, was z.B. als elektrischer oder
magnetischer Feldvektor betrachtet werden soll, sind solche Zuordnungen,
wie deine obige, natürlich erforderlich. So kommst du zu deiner
Privattheorie, auf die sich alles Folgende bezieht.

Außerdem bist du ja der Ansicht, die heute bekannten Elementarteilchen
seien Ansammlungen dieser kleinsten Objekte. Betrachten wir das mal
anhand einer ebenen elektromagnetischen Welle. Die Welle breite sich in
x-Richtung aus. Dann liegt die Richtung des elektrischen Feldes, da EM-
Wellen transversal sind, in der y-z-Ebene. Nehmen wir an, das
elektrische Feld zeige in y-Richtung. Dann hieße das nach deiner
Theorie, dass die kleinsten Objekte in y-Richtung, in Richtung des
elektrischen Feldes, strömen. Halten wir das mal fest.



Das ist nur in deiner Privattheorie so, die damit schon falsifiziert wàre.

Bei mir ist eine elektromagnetische Welle eine Störung, die wir im
dreidimensionalen Raum über die Zeit verfolgen müssen, was ich noch
nicht in Angriff genommen habe. Aber das Gerüst dafür habe ich sogar auf
meiner Internetseite in Form des Mathcad-Arbeitsblattes und alten
.pdf's, wo ich auch in der Richtung experimentiert habe. Die Änderungen
von Geschwindigkeiten durch Stöße müssten gespeichert und dann im
nàchsten Programmlauf weiter verwendet werden. Zusàtzlich müssten die
Änderungen der Orte verfolgt und daraus die Geometrie der neuen
Stoßwahrscheinlichkeiten aus allen Raumrichtungen für den nàchsten
Programmdurchlauf ermittelt werden.

Nun quantisieren wir die Welle, d.h. wir gehen in die Theorie der
Photonen. Da sich die Welle in x-Richtung ausbreitet, zeigen auch die
Impulsvektoren der Photonen, die der Mode des Feldes, zu der die Welle
gehört, angehören, in x-Richtung. D.h. die Photonen propagieren in x-
Richtung. Dann aber kann unmöglich deine Ansicht zutreffen, die Photonen
seien Ansammlungen der kleinsten Objekte. Denn die kleinsten Objekte
strömen ja in y-Richtung, senkrecht zur Propagationsrichtung der
Photonen.



Erst wenn man das tatsàchlich mal rechnet, lohnt es sich, solche
Ansichten zu diskutieren. Die mathematischen Ausdrücke, welche aus
meinem Axiom folgen, müssen einerseits die elementare Wechselwirkung,
also Stöße enthalten, dazu sind die Stoßtransformationen erforderlich.
Diese erfordern schon acht reelle Parameter. Andererseits muss das Ganze
in der Raumzeit verfolgt werden, wodurch wir Felder erhalten. Was dabei
strömt, sind nicht die kleinsten Objekte, sondern beispielsweise die aus
deren Bewegungsgrößen gebildeten Durchschnittswerte an den verschiedenen
Raumzeitpunkten. Dafür bieten sich verschiedene mathematische
(Beschreibungs-) Methoden an.

Und was ist eigentlich mit dem magnetischen Feld? Das zeigt bei einer
EM-Welle ja in eine Richtung senkrecht zum elektrischen Feld, in
betrachteten Fall also in z-Richtung. In welche Richtung strömen die
kleinsten Objekte also, in die das elekrischen Feldes (y-Richtung) oder
in die das magnetischen Feldes (z-Richtung)? Oder gibt es für jedes
Vektorfeld eine eigene Sorte von kleinsten Objekte, so dass die zum
elektrischen Feld gehörenden kleinsten Objekte in y-Richtung strömen und
die zum magnetischen Feld gehörenden in z-Richtung?



Wenn wir bei unseren Gedankenspielen bei deiner falsifizierten
Privattheorie bleiben, können wir an ihr natürlich etwas àndern. Ordne
doch mal versuchsweise den elektrischen Feldkomponenten nur die
Geschwindigkeiten zu und den magnetischen den tatsàchlichen Transport
von solchen kleinsten Objekten. Dabei ergeben sich auch Widersprüche.

Nach meinem Axiom kann es übrigens keine verschiedenen Sorten von
kleinsten Objekten geben. Alles muss sich aus der Struktur und Dynamik
in diesem einfachen Gas ergeben. Dass diese einfach zu beschreiben wàre,
behaupte ich nicht.

Nehmen wir noch eine andere Situation, ein elektrostatisches Feld um
eine einzelne Ladung herum. Die elektrischen Feldlinien laufen radial
von der Ladung weg bzw. auf diese zu. In deiner Theorie müsste sich das
ja so darstellen, dass fortwàhrend kleinste Objekte radial von der
Ladung weg bzw. zu ihr hin strömen. Dann aber müsste die Ladung doch
irgendwann alle kleinsten Objekte abgestrahlt haben bzw. alle kleinsten
Objekte aufgenommen haben, die sie maximal aufnehmen kann.
Elektrostatische Felder müssten also irgendwann zusammenbrechen. Es gibt
jedoch keine Beobachtung, die darauf hindeutet, dass so etwas
tatsàchlich passiert. Offenbar kollidiert hier deine Theorie mit den
empirischen Daten.



Deine Schlüsse wàren nur dann logisch, wenn es zusàtzlich zu den
Systemen andere kleinste Objekte außerhalb geben würde. Das entspricht
aber nicht meinem Axiom und ist deshalb nur eine Folge deiner
Privattheorie. Nach meinem Axiom müssten Ladungen aus den Eigenschaften
der Ansammlungen erklàrt werden. Das Abstrahlen von solchen
Eigenschaften kann man schön in meinem Versuch zur Erklàrung des
Entstehens der Feinstrukturkonstante erkennen. Dazu hat aber bisher
niemand Lust gezeigt, in die Tiefen dieses Programms einzusteigen.

Mathematisieren wir das ganze mal. Nach der Maxwellschen Elektrodynamik
gilt für die Divergenz des elektrischen Feldes

\div \vec E = ho_el

wobei ho_el die elektrische Ladungsdichte ist. In deiner Theorie der
kleinsten Objekte sollte, wenn \vec E das Ströumgsfeld der kleinsten
Objekte ist, eine Kontinuitàtsgleichung gelten

\div \vec E + \partial_t ho_ko = 0

<=> \div \vec E = -\partial_t ho_ko

wobei ho_ko die Dichte der kleinsten Objekte ist und \partial_t die
Ableitung nach der Zeit. An Orten mit \div \vec E != 0, also mit einer
nichtverschwindenden elektrischen Ladungsdichte, sollte die Dichte der
kleinsten Objekte folglich mit der Zeit immer größer oder immer kleiner
werden.



Die Dichte könnte einen Grenzwert nur überschreiten, wenn die kleinsten
Objekte keine Ausdehnung hàtten. Dann kàmen wir zu àhnlichen Problemen
wie im Standardmodell der Elementarteilchen.

Wenn du mit mir über solche Themen diskutieren möchtest, dann gibt es
dafür den von mir eröffneten Thread "Ist die Feinstrukturkonstante
Ergebnis von Stößen?". Erst danach ist es sinnvoll, dann konkret über
weitere Theorien zu diskutieren. Vielleicht entwickelt jemand eine
solche, die Problemstellungen der Standardphysik einfacher durch
Simulationen mit Zufallsgeneratoren lösen, als mit den jetzigen Methoden
der Störungstherie,... Vielleicht gelingt es sogar, zu zeigen, dass
verschiedene solche Vorgehensweisen zu gleichen Lösungen führen (àhnlich
Matrizen- und Wellenmechanik).

Hier sehe ich eher die Möglichkeit zu interessanten (philosophischen?)
Spielereien, was denn daraus folgen würde, wenn man mein Axiom als Basis
allen Naturgeschehens und die Existenz von damit konstruierbaren
effektiven Feldtheorien als real annimmt.

Auf Quanten.de habe ich übrigens unter "Theorien jenseits der
Standardphysik" das Thema "Ist die Standardphysik einfacher als
gedacht?" zur Diskussion gestellt.

MfG
Lothar W.

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