Annex-J doppelt besser als Annex-B?

04/04/2013 - 14:24 von Ron Schauer | Report spam
Hallo NG,

ein Bekannter hatte lange Zeit DSL light an seinem ISDN-Anschluß der T...
und wurde nach langem Betteln auf DSL 3000RAM umgestellt. Effektiv kommen
dabei knapp über 2000 Mbit/s raus.
Nun wurde ihm im T-Punkt geraten, auf den IP-basierten Anschluß umzustellen,
dann könne man ihm 6000 Mbit _garantieren_. Fax und Kassen-Modem gingen auch
weiterhin. Er nutzt eine TK-Anlage am internen S0 der FBF, hat aber kein
Business-Tarif. Die Fritzbox "schàtzt" die Leitungskapazitàt auf 5832 Mbit/s
im Downstream.

Gibt es bei Annex-J noch andere Verbesserungen als den vergrößerten
Upstream-Bereich, oder ist das eine Masche, um ISDN-Kunden auf IP zu locken?

Was haltet Ihr davon?
Ron
 

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#1 Michael Landenberger
04/04/2013 - 17:34 | Warnen spam
"Ron Schauer" schrieb am 04.04.2013 um 14:24:50:

Gibt es bei Annex-J noch andere Verbesserungen als den vergrößerten
Upstream-Bereich, oder ist das eine Masche, um ISDN-Kunden auf IP zu locken?



Annex-J erhöht vor allem die Bandbreite im Upstream. Verbesserungen im
Downstream haben so gut wie nichts mit Annex-J zu tun. Um im Downstream mehr
Bandbreite zu erhalten, muss man andere Maßnahmen treffen, z. B. müssen die
Leitungswerte verbessert und/oder die Dàmpfungsgrenzen dahingehend veràndert
werden, dass bei gegebenen Leitungswerten mehr Bandbreite bereitgestellt
werden kann.

Bessere Leitungswerte erhàlt man, wenn man die Leitung verkürzt. Das wiederum
kann durch die Aufstellung von Outdoor-DSLAMs geschehen, die nàher am
Teilnehmer stehen als der bisher genutzte DSLAM. Wenn nun ein solcher
Outdoor-DSLAM neu installiert wurde, dieser aber nur Annex-J unterstützt, dann
muss man zwingend zu Annex-J wechseln, um von den Verbesserungen profitieren
zu können. Würde der Outdoor-DSLAM dagegen auch Annex-B unterstützen, so kàme
man auch ohne Wechsel zu Annex-J in den Genuss einer höheren
Downstream-Bandbreite. Wenn die Telekom trotz Annex-B-Unterstützung des DSLAMs
den Kunden Annex-J-Anschlüsse aufs Auge drücken will, dann wàre das reine
Vermarktungsstrategie ohne technische Notwendigkeit.

Was die "garantierten" 6 MBit/s betrifft: die bekommt man nur, wenn einem
verbindlich (!) ein Produkt zugesagt wird, für das in der
Leistungsbeschreibung eine Mindestbandbreite von 6 MBit/s oder höher
festgeschrieben ist. Bei Telekom-DSL müsste das DSL 16000 sein, denn da liegt
die Mindestbandbreite bei 6.304 kbit/s. Wird dagegen nur DSL 6000 verbindlich
zugesagt, so darf man nicht fest mit 6 MBit/s rechnen. Die vertraglich
zugesichterte Mindestbandbreite bei DSL 6000 liegt nàmlich nur bei 2048
kbit/s.

Unabhàngig davon würde ich aber von einem IP-Anschluss die Finger lassen, so
lange darüber irgend eine Datenverbindung (wie z. B. das Kassen-Modem) laufen
soll.

Gruß

Michael

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