Antimaterie und Antigravitation

27/11/2007 - 10:56 von ingo.thies | Report spam
Moin, moin von de waterkant,


Ich ging bislang davon aus, dass es allgemein akzeptiert sei, dass
Antimaterie die gleichen gravitativen Eigenschaften wie Materie hat, d.h.
dass Materie und Antimaterie sich genauso anziehen wie zwei Materie- oder
Antimateriekörper. In einer früheren Diskussion im Fidonet hat mir jemand
(ich glaube, Ting Chen, falls den noch jemand kennt) erklàrt, dass eine
negative schwere Masse schon bei Antiteilchen in Speicherringen
aufgefallen wàre, da bei diesen bereits der Einfluss der Gravitation
magnetisch kompensiert werden müsse.

Nun bin ich auf folgendes Paper gestoßen, dass diese Aussage in Frage
stellt:

http://de.arxiv.org/abs/gr-qc/0612088

Der Autor weist darauf hin, dass die (Vorzeichen)gleichkeit von schwerer
und tràger Masse nur theoretisch angenommen, nicht aber experimentell
verifiziert sei, und geht im folgenden von abstoßender Gravitation
("Antigravitation") zwischen M und AM aus.

Was ist davon zu halten? Vollkommener Blödsinn bzw. nur eine nette
"waswàrewenn"-Spielerei mit der ART (immerhin gibt es keinerlei Hinweis
auf ein peer review), oder ist die Vorzeichengleichkeit bei der schweren
Masse bei M und AM tatsàchlich (und entgegen der Fido-Aussagen) bisher
nur theoretisch hergeleitet worden?

Gruß, Ingo
 

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#1 Norbert Dragon
27/11/2007 - 14:24 | Warnen spam
* Ingo Thies schreibt:

Ich ging bislang davon aus, dass es allgemein akzeptiert sei, dass
Antimaterie die gleichen gravitativen Eigenschaften wie Materie hat, d.h.
dass Materie und Antimaterie sich genauso anziehen wie zwei Materie- oder
Antimateriekörper.



Natürlich bleibt es Aufgabe der Physik, auch allgemein akzeptierte
Sachverhalte zu prüfen.

In einer früheren Diskussion im Fidonet hat mir jemand
(ich glaube, Ting Chen, falls den noch jemand kennt) erklàrt, dass eine
negative schwere Masse schon bei Antiteilchen in Speicherringen
aufgefallen wàre, da bei diesen bereits der Einfluss der Gravitation
magnetisch kompensiert werden müsse.



Beim Einfluß der Gravitation auf die Speicherringe handelt es sich
meines Wissens nach nicht um den Einfluß auf die Teilchen, sondern
auf die Ablenkmagnete. Sie werden von den Gezeitenkràften von Mond
Sonne rhythmisch verstellt und müssen nachgeregelt werden. Im
Regelstrom zeigen sich die Mondphasen.

http://de.arxiv.org/abs/gr-qc/0612088

Der Autor weist darauf hin, dass die (Vorzeichen)gleichkeit von schwerer
und tràger Masse nur theoretisch angenommen, nicht aber experimentell
verifiziert sei, und geht im folgenden von abstoßender Gravitation
("Antigravitation") zwischen M und AM aus.



In die Allgemeine Relativitàtstheorie ist die Gleichheit von tràger und
schwerer Masse eingebaut. Daß die Energiedichte der Materie nach unten
beschrànkt ist, daß es insbesondere nur nichtnegative Massen gibt, muß
allerdings postuliert werden: die Einsteingleichungen werden auch von
der Schwarzschildlösung mit negativer Masse gelöst. Solch eine negative
Masse würde Testteilchen -- unabhàngig von ihrer Masse -- abstoßen statt
anziehen.

Eine Theorie, in der sich Materie und Antimaterie gravitativ abstoßen,
krankt unmittelbar daran, daß es Teilchen gibt, die ihre eigenen
Antiteilchen sind -- Photonen beispielsweise -- und daß Photonen
gravitativ in Übereinstimmung mit der Allgemeinen Relativitàtstheorie
von der Sonne angezogen werden. Da sie auch Antimaterie sind, müßten
sie ebenso abgestoßen werden.

Aberglaube bringt Unglück

www.itp.uni-hannover.de/~dragon

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