Anwendungsbeispiel Hohlkugeln in der ART: 'Die Uhrenhantel'

23/06/2012 - 08:06 von SCR | Report spam
Guten Morgen zusammen!

Gedankenexperiment 'Uhrenhantel':

Wir stellen uns zwei Hohlkugeln vor - Eine doppelt so massiv wie die andere.

Wir legen beide in der Schwerelosigkeit nebeneinander.

Wir berücksichtigen diesmal explizit ihre gegenseitige gravitative Beeinflussung ->
1. Wir bringen einen materiellen Stab an um den Abstand der beiden Hohlkugeln zueinander konstant zu halten.
2. Weiterhin formen wir die beiden Hohlkugeln asymmetrisch aus um die Auswirkungen des G-Feldes der Nachbarkugel auf den jeweils eigenen Mittelpunkt auszugleichen: Dort sollen sich weiterhin alle angreifenden G-Kràfte exakt aufheben.

Wir platzieren an den jeweiligen (nach obigen Modifikationen nun leicht verschobenen) 'Mittelpunkten' zwei baugleiche Uhren:

http://img838.imageshack.us/img838/...hantel.jpg

Wir beobachten:
1. Die Uhr in der massiveren Hohlkugel làuft langsamer.
2. Auf keine der beiden Uhren wirken Kràfte.
3. Das kann man sich jetzt formulierungstechnisch aussuchen:
a) Beide Uhren ruhen trotzdem zueinander (insbesondere die im Bild linke Uhr bewegt sich nicht auf die langsamer laufende rechte zu -> Eine 'Zeitkrümmung' allein verursacht keine Anziehung zweier Objekte).
b) Und dass obwohl doch beide Uhren zueinander ruhen.

Nehmen wir an, eine derartige Uhrenhantel, die den genannten Anforderungen genügt, könne tatsàchlich konstruiert werden.

Modifizieren wir die Konstruktion gegebenenfalls auch noch so, dass der Hantelstab etwas größer im Durchmesser ausfàllt und innen hohl gestaltet ist -> Beide Uhren könnten sich dann sogar gegenseitig "sehen", es befànde sich dann keinerlei Materie sondern nur noch "Raum" auf direkter Linie zwischen ihnen.

Diese Konstruktion - an einen Lagrangepunkt unseres Universums gebracht - sollte es IMHO dann ermöglichen, die "Ausbreitungsgeschwindigkeit der Gravitation" zu messen, indem man, ausgehend von einer stabilen Ausgangsruhelage der beiden (ponderablen) Uhren zueinander, eine der beiden bewußt in Bewegung versetzt: Die andere Uhr sollte sich dann genau entgegegesetzt zur ersten bewegen.

Was meint Ihr zu der Apparatur / dem Vorschlag?

- Man müsste ja nicht einmal unterschiedlich schwere Hohlkugeln nehmen: Dann befànden sich beide Uhren auf ein und demselben G-Potential und wir könnten 'reine SRT' zwischen ihnen anwenden.
...

Kurz: Mit Hohlkugeln kann man meines Erachtens die Gravitation sehr gut studieren - In manchen Bereichen gelangt man zumindest zu 'neuen Sichten' im Vergleich zu den standardmàßigen Punktmassen.

Gruß
SCR

P.S.: Bin dann erst einmal weg
 

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#1 SCR
23/06/2012 - 11:09 | Warnen spam
btw.:

Post by Gregor Scholten

mir ist keine Lösung der ART-Feldgleichungen für
eine gravitierende Hohlkugel bekannt, daher kann
ich auch nur mutmaßen. > Wenn wir aber davon ausgehen,
dass die Raumzeit innerhalb der Hohlkugel [...]




Könnte in diesem Fall eine solche nicht einmal einer von Euch entwickeln?
Das übersteigt leider meine mathematischen Fàhigkeiten bei weitem. :-(

-> Aktuell wende ich in Ermangelung anderweitiger Mittel im Inneren der Uhrenhantel 'Newton' an. Und Newton bedeutet, dass sich die Gravitationswirkung instantan ausbreitet.

Was wiederum in Konsequenz bedeutet:
Wenn ich die linke Uhr bewege, bewegt sich instantan die rechte Uhr in die entgegengesetzte Richtung - Und das völlig unabhàngig davon, wie weit die Uhren auch voneinander entfernt sein mögen.

-> Newton besagt eine makroskopische Verschrànkung der beiden Uhren in der Uhrenhantel.
Gruß
SCR

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