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Arafat-Mord

07/11/2013 - 12:48 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
X-No-Archive: Yes

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Moin!

Der Sender Al-Dschasira hat einen Untersuchungsbericht des Centre
hospitalier universitaire vaudois (CHUV - Universitàtsspital in
Lausanne):

Expert forensic report concerning the late President Yasser Arafat

November 5th, 2013

Authors

Prof. Patrice Mangin
Prof. Francois Bochud
Dr. Marc Augsburger
Dr. Sébastien Baechler
Dr. Claude J. Bailat
Dr. Vincent Castella
Dr. Pascal Froidevaux
Dr. Katarzyna Michaud
Dr. Marietta Straub
MSc Tanya Uldin

ALJAZEERA

unter der Adresse
<http://s3.documentcloud.org/documen...te.pdf>
ins Netz gestellt.

(Diese Superkönner haben den allerdings als Bilddatei gescannt,
deswegen ist das PDF bei gut 100 Seiten über 220 MB groß. Und den
Trick, beim Scannen auf die Rückseite des Originals ein mattschwarzes
Blatt zu legen, damit die nicht durchschlàgt, kann den Arabern auch
mal jemand erklàren - noch besser den Trick, sich von den Autoren ein
nicht-graphisches PDF geben zu lassen.)

Ich habe den mal temporàr bei cshare abgelegt:
<http://de.swoopshare.com/file/f801e...de672>.

Der Bericht sieht ganz ordentlich aus. Demnach fanden sich in den
Knochen Konzentrationen von 200-900 mBq 210Po pro Gramm Ca, das sind
hochgerechnet über die seit dem Tod verstrichene Zeit ursprünglich
einige GBq/kg. Die Autoren geben an, daß bei einer Aufnahme von 1 GBq
bis zum Tod noch 4-5 % Rückstand im Körper zu erwarten wàren, also ca.
45 MBq, die bis zur Exhumierung auf ca. 15 Bq abgeklungen sein müßten.
(S. 53). Es wurden ferner Isotopenverhàltnisse von Pb und Rn gemessen
und diskutiert, ob das gefundene 210Po ein Folgeprodukt von natürlich
aufgetretenem 210Pb sein könnte. 210Pb ist stark erhöht und nicht als
natürliche Belastung zu erklàren; es wird diskutiert, daß es sich um
eine Verunreinigung kommerziell gehandelten künstlich erzeugten 210Pb
handeln könnte.

Die Autoren kommen in der Gesamtschau u. a. auch der klinischen
Symptome zu dem Schluß:

"Taking into account the analytical limitations aforementioned, mostly
time lapse since death and the nature and quality of the specimens,
the results moderately support the proposition that the death was the
consequence of poisoning with polonium-210."

(moderately: mehr als slightly, weniger als strongly)

(Sie hatten die Nullhypothese "Kein Giftmord" der Alternativhypothese
"Vergiftung durch Polonium" gegenübergestellt und dann eine
sechsstufige Wahrscheinlichkeitsskala

H0 strong - moderately - slightly - slightly - moderately - strong
H1

aufgestellt, heißt also, auf einer Skala von 0-5 hat die Mordhypothese
4 Punkte bekommen, was heißt, daß sie sich ziemlich sicher sind, daß
es Mord war.)

Stellt sich natürlich erstens die Frage "Cui bono?" und zweitens die
nach der Gelegenheit: Wer kann sich wie in den Besitz entsprechender
Mengen 210Po bringen? Das ist nun der zweite bekanntgewordene Mord
mittels Polonium, und das kann nur von einer Atommacht stammen (wird
im Neutronenfluß eines Reaktors durch Bestrahlung von 209Bi
hergestellt und ist schnell verderblich wegen seiner kurzen HWZ).

Interessant ist, daß Rußland bestreitet, daß 210Po gefunden wurde.


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

Lesen sie die antworten

#1 Helmut Wabnig
07/11/2013 - 14:02 | Warnen spam
On Thu, 07 Nov 2013 12:48:38 +0100, "Ralf . K u s m i e r z"
wrote:

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Moin!

Der Sender Al-Dschasira hat einen Untersuchungsbericht des Centre
hospitalier universitaire vaudois (CHUV - Universitàtsspital in
Lausanne):

Expert forensic report concerning the late President Yasser Arafat

November 5th, 2013

Authors

Prof. Patrice Mangin
Prof. Francois Bochud
Dr. Marc Augsburger
Dr. Sébastien Baechler
Dr. Claude J. Bailat
Dr. Vincent Castella
Dr. Pascal Froidevaux
Dr. Katarzyna Michaud
Dr. Marietta Straub
MSc Tanya Uldin

ALJAZEERA

unter der Adresse
<http://s3.documentcloud.org/documen...te.pdf>
ins Netz gestellt.

(Diese Superkönner haben den allerdings als Bilddatei gescannt,
deswegen ist das PDF bei gut 100 Seiten über 220 MB groß. Und den
Trick, beim Scannen auf die Rückseite des Originals ein mattschwarzes
Blatt zu legen, damit die nicht durchschlàgt, kann den Arabern auch
mal jemand erklàren - noch besser den Trick, sich von den Autoren ein
nicht-graphisches PDF geben zu lassen.)

Ich habe den mal temporàr bei cshare abgelegt:
<http://de.swoopshare.com/file/f801e...de672>.

Der Bericht sieht ganz ordentlich aus. Demnach fanden sich in den
Knochen Konzentrationen von 200-900 mBq 210Po pro Gramm Ca, das sind
hochgerechnet über die seit dem Tod verstrichene Zeit ursprünglich
einige GBq/kg. Die Autoren geben an, daß bei einer Aufnahme von 1 GBq
bis zum Tod noch 4-5 % Rückstand im Körper zu erwarten wàren, also ca.
45 MBq, die bis zur Exhumierung auf ca. 15 Bq abgeklungen sein müßten.
(S. 53). Es wurden ferner Isotopenverhàltnisse von Pb und Rn gemessen
und diskutiert, ob das gefundene 210Po ein Folgeprodukt von natürlich
aufgetretenem 210Pb sein könnte. 210Pb ist stark erhöht und nicht als
natürliche Belastung zu erklàren; es wird diskutiert, daß es sich um
eine Verunreinigung kommerziell gehandelten künstlich erzeugten 210Pb
handeln könnte.

Die Autoren kommen in der Gesamtschau u. a. auch der klinischen
Symptome zu dem Schluß:

"Taking into account the analytical limitations aforementioned, mostly
time lapse since death and the nature and quality of the specimens,
the results moderately support the proposition that the death was the
consequence of poisoning with polonium-210."

(moderately: mehr als slightly, weniger als strongly)

(Sie hatten die Nullhypothese "Kein Giftmord" der Alternativhypothese
"Vergiftung durch Polonium" gegenübergestellt und dann eine
sechsstufige Wahrscheinlichkeitsskala

H0 strong - moderately - slightly - slightly - moderately - strong
H1

aufgestellt, heißt also, auf einer Skala von 0-5 hat die Mordhypothese
4 Punkte bekommen, was heißt, daß sie sich ziemlich sicher sind, daß
es Mord war.)

Stellt sich natürlich erstens die Frage "Cui bono?" und zweitens die
nach der Gelegenheit: Wer kann sich wie in den Besitz entsprechender
Mengen 210Po bringen? Das ist nun der zweite bekanntgewordene Mord
mittels Polonium, und das kann nur von einer Atommacht stammen (wird
im Neutronenfluß eines Reaktors durch Bestrahlung von 209Bi
hergestellt und ist schnell verderblich wegen seiner kurzen HWZ).

Interessant ist, daß Rußland bestreitet, daß 210Po gefunden wurde.





In Übereinstimmung mit dem von dir erzàhlten Bericht.
Die haben ja auch KEIN 210Po gefunden.

w.

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