Astrophysik

12/05/2008 - 11:52 von horst.lauschus | Report spam
Ich interessiere mich auch für Astrophysik. Kann aber in keiner
Theorie die Synthetisierung der schweren Isotope, die neutronenreiche
Elemente in einem Stern finden. Ich frage: Ist die Lehre der Theorien
der 20er und 30er Jahre, mit vielen Widersprüchen und ungeklàrten
Fragen, heute noch zeitgemàß? Hier bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Horst_Lauschus
findet Ihr meine Fragen, meine Kritik und auch eine Alternative zum
Prozess der Nukleonsynthese in einem Stern. Im Gàstebuch meiner
Homepage www.abenteuer-atomphysik.de könnt Ihr mir Eure Meinung dazu
schreiben. Eine E-Mail könnt Ihr mir auch unter der Adresse
horst.lauschus@googlemail.com senden.
 

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#1 g.scholten
12/05/2008 - 16:24 | Warnen spam
On 12 Mai, 11:52, wrote:
Ich interessiere mich auch für Astrophysik. Kann aber in keiner
Theorie die Synthetisierung der schweren Isotope, die neutronenreiche
Elemente in einem Stern finden. Ich frage: Ist die Lehre der Theorien
der 20er und 30er Jahre, mit  vielen Widersprüchen und ungeklàrten
Fragen, heute noch zeitgemàß? Hier beihttp://de.wikipedia.org/wiki/Ben...Diskussion:Horst_Lauschus
findet Ihr meine Fragen,

Eine Bindung, einen Kraftschluss ohne eine Energie vollziehen, um dann aus dem Bruch dieser Bindung eine > Energie zu gewinnen, ist mit dem Energieerhaltungssatz nicht vereinbar



welche Bindung soll denn ohne eine Energie vollzogen werden? Aus dem
Bruch welcher Bindung soll Energie gewonnen werden? Bei der Kernfusion
wird eine Bindung erzeugt, und dadurch Energie freigesetzt. Gebrochen
wird die Bindung nicht.

Ich zitiere aus der erhaltenen Mail des MPI: „Kommen sich Deuterium und Tritium bis auf Reichweite der
Kernkraft nahe, dann làuft die Verschmelzung unter dem Einfluss dieser Kraft "von alleine": die Teilchen
ziehen sich an und fusionieren.“ und: „Damit sich die Teilchen aber so nahe kommen, müssen sie zuvor ihre > elektrische Abstoßung überwinden, also eine ganz andere Kraft – die Coulombkraft - die von der Ladung der
Teilchen abhàngig ist“ Wie stellen sich die Fusionsforscher das vor? Wenn die positiv geladenen Protonen im > Deuterium und Tritium ihre elektrische Abstoßung überwinden, ziehen sie sich dennoch nicht an.



doch, tun sie. Aufgrund der starken nuklearen Wechselwirkung (in der
Mail des MPI Kernkraft genannt). Diese wirkt zwischen Protonen und
Neutronen anziehend und ist stàrker als die elektrische Abstoßung der
Protonen, aber von kurzer Reichweite. Auf größeren Abstànden fàllt die
starke nukleare Anziehung exponentiell mit der Entfernung ab, und die
elektrische Abstoßung der Protonen überwiegt.

Nur Teilchen mit ungleichnamiger Ladung ziehen sich an. Behalten die Protonen auch nur einen Rest ihrer
Ladung, stoßen sie einander ab.



Diese Überlegung wàre richtig, wenn es in der Natur an
Wechselwirkungen nur den Elektromagnetismus gàbe. Es gibt aber noch
drei andere Wechselwirkungen: die Gravitation, die starke nukleare
Wechselwirkung, und die schwache nukleare Wechselwirkung. Für den
Zusammenhalt des Atomkerns ist die starke nukleare Wechselwirkung
verantwortlich.

Du kannst übrigens relativ einfach mit alltàglichen Mitteln den Fall
konstruieren, dass elektrische Abstoßung durch die Wirkung einer
anderen Wechselwirkung, der Gravitation, überkompensiert wird. Lade
eine Platte positiv auf und lege sie elektrisch isoliert auf einen
Tisch (so dass die Ladung nicht abfließen kann). Dann lade einen
Würfel ebenfalls positiv auf und halte ihn über die Platte und lass
ihn los. Gàbe es nur die elektromagnetische Wechselwirkung, würde der
Würfel von der Platte abgestoßen werden und gegen deine Decke knallen.
Weil der Würfel aber außerdem noch der Erdgravitation unterliegt,
passiert das nicht.

Das ist doch bekannt: Ohne Ladung kein Feld und ohne ein Kraftfeld keine Bindung! Es ist der totale Zerfall
beider Wasserstoffisotope. So und nicht anders ist die Energiegewinnung einer Wasserstoffbombe



das ist falsch. Die Wasserstoffbombe basiert ebenso wie der
Fusionsreaktor auf der Kernfusion: ein Deuterium- und ein Tritium-Kern
verschmelzen zu einem Helium-Kern und setzen dabei ein Neutron und
Energie frei. Die von dir postulierte Energiegewinnung durch einen
Ladungsverlust des Protons und einen dadurch ausgelösten Zerfall des
Deuterium- oder Tritium-Kern könnte nicht funktionieren: da die
Neutronen elektrisch neutral sind, kann die elektrische Ladung des
Protons gar keinen Einfluss auf die Bindung des Kerns haben. Gàbe es
die starke nukleare Wechselwirkung nicht, gàbe es nichts, was einen
Deuterium- oder Tritium-Kern zusammenhalten könnte.

Und dieser unkontrollierte Zerfall wird auch zum Bersten des Reaktors führen. Denn ein kontrollierter Prozess > wie in einem Kernreaktor ist hier nicht gegeben. Am 03. Mai 2006 waren es bereits drei Jahre nach meiner
Kritik



ja natürlich, eine Kritik von jemandem, der noch nie von der Existenz
der starken nuklearen Wechselwirkung gehört, wird wohl kaum jemand
beachten.

Denn ich kann nicht glauben, dass sie als Physiker die Eigenschaft der elektrischen Ladung und deren
Kraftfeld nicht kennen.



natürlich kennen sie die, aber außerdem kennen sie noch die starke
nukleare Wechselwirkung.

Als Steuerzahler erwarte ich hierauf eine Antwort



aber gern: es gibt die starke nukleare Wechselwirkung.

Ein energetisch tieferer Zustand ist eine Feldschwàchung und die führt zum Zerfall, zum Bruch der Bindung
und nicht zur Fusion! Dass im Helium die Kernbausteine fester gebunden sind als sie es vorher im Deuterium > und Tritium waren, belegen doch auch die Zahlen. Eine festere Bindung fordert aber auch ein stàrkeres Feld. > Wie aber aus einem energetisch tieferen Zustand, einer Feldschwàchung heraus bei einer so hohen
freigesetzten Energie eine festere Bindung mit einem stàrkeren Feld entstehen kann, sollte mir einer erklàren



aber gerne: das Entstehen einer Bindung bedeutet, dass einer
anziehenden Wechselwirkung nachgegeben wird. Und einer anziehenden
Wechselwirkung nachzugeben bedeutet stets eine Energiefreisetzung.
Beschrieben wird dies durch das Konzept der potentiellen Energie. Dies
kannst ebenfalls leicht reproduzieren: nimm eine Tasse, halte sie 1,5
m über den Fußboden (am besten Fliesenboden), und lass sie fallen.
Beim Aufprall auf den Boden zerspringt sie. Die dazu nötige
Verformungsarbeit wird dadurch gewonnen, dass die Tasse einer
Anziehungskraft (der Erdgravitation) nachgibt. Dadurch wird Energie
freigesetzt, die zunàchst (wàhrend des Fallens) in Bewegungsenergie
der Tasse umgesetzt wird und schließlich (beim Aufprall) in die
Verformungsarbeit.

Allgemein gilt: je fester eine Bindung ist, desto stàrker ist die
anziehende Kraft, die für sie verantwortlich ist, und desto größer ist
die Energie, die beim Entstehen der Bindung, wenn der anziehenden
Kraft nachgegeben wird, freigesetzt wird. In der Energiebilanz eines
gebundenen Systems àußert sich das so, dass die Gesamtenenergie im
gebundenen Zustand kleiner ist als im ungebundenen Zustand. Nach
E=mc^2 führt das auch dazu, dass die Gesamtmasse im gebundenen Zustand
kleiner ist, z.B. hat ein Heliumkern eine geringere Masse als 2
ungebundene Protonen und 2 ungebundene Neutronen zusammen.

Das BMBF kann es nicht. Sonst hàtte ich bereits eine Antwort erhalten



nicht unbedingt, vielleicht waren sie über deinen katastrophalen
Mangel an Physikkenntnissen (man halte sich vor Augen: du hast noch
nie von der starken Kernkraft gehört, dabei findet die schon in
Schulbüchern für Siebtklàssler Erwàhnung!) einfach zu sehr geschockt.

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