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Audio-Anfängerfragen

19/10/2015 - 19:50 von Jan Bruns | Report spam
Hallo.

Ich habe gestern einen vor Jahren selbst zu Testzwecken
zusammengefrikelten Mikrofonverstàrker vorgekramt. Das ist
bereits ein Thema, bei dem mein theoretisches Elektronikwissen
mitsamt Praxiserfahrung an allen Ecken und Kanten endet.

Ich beschreibe mal erst kurz, was ich (zur Verwendung mit einem
ECM-8000, wohl wenig V/Pa) vorgefunden habe (soweit richtig
reverse-Inged):

Beide Signalphasen über Elkos und 390 Ohm an gemeinsame Masse,
dann weiter zum OpAmp (NE5532, TI), die invertierte Phase über
27K, Feedback über 2,2M. Dann Unity-Gain, und mit Gleichspannung
über ein wahrscheinlich halbwegs passend niederohmiges Poti raus
zu einem konkreten Geràt.

Im Störgeràuschteppich sind zwar Netzfrequenzanteile dominant,
ragen aber (in Relation zum optischen Eindruck des Aufbaus
geradezu wundersamerweise) nicht sehr weit aus dem nach normalem
Rauschen aussehendem Rest heraus. Ich nehme an, daß dieser dieser
Teppich auch ohne diese Netzanteile klar über dem vom Mikro liegt.
Praxistauglichkeit der Gesamtzusammenstellung ist dadurch etwas
eingeschrànkt, wenn es um leise Geràusche geht (konkret bspw. beim
Zigarrettendrehen: knistern des Beutels gar null Problem, Papier-
rascheln beim Drehen und Atemgeràusche aber kaum über Störteppich).


Fragen:
- Sind 2x390 Ohm am Eingang nicht eigentlich etwas zu wenig?
Ich glaube, ich wollte damals wegen Spannungsrauschen aber auch
nicht mehr.
- Ich meine mich zu erinnern, beim Aufbau gemeint zu haben, daß der
OpAmp selbst bereits eine limitierende Rauschquelle ist.
Kann das hinkommen?
- Wie könnten Verbesserungsmassnahmen dann also aussehen? Es steht ja
irgendwie ausser Frage, daß es besser geht.

Gruss

Jan Bruns
 

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#1 Marcel Mueller
19/10/2015 - 21:11 | Warnen spam
On 19.10.15 19.50, Jan Bruns wrote:
Ich beschreibe mal erst kurz, was ich (zur Verwendung mit einem
ECM-8000, wohl wenig V/Pa) vorgefunden habe (soweit richtig
reverse-Inged):



Guck doch ins Datenblatt. Ist aber für Messmikrofone normal.

Beide Signalphasen über Elkos und 390 Ohm an gemeinsame Masse,
dann weiter zum OpAmp (NE5532, TI), die invertierte Phase über
27K, Feedback über 2,2M.



Hmm, ob das der 5532 noch gut packt? +40dB könnte noch gehen.
27k ist aber deutlich jenseits des Sweet-Spot vom 5532.

Dann Unity-Gain, und mit Gleichspannung
über ein wahrscheinlich halbwegs passend niederohmiges Poti raus
zu einem konkreten Geràt.



Poti will man bei einem Messmikro eher nicht; würde es doch jede
Kalibrierung zunichte machen.

Im Störgeràuschteppich sind zwar Netzfrequenzanteile dominant,



Entweder ist das Abschirmkabel Schrott oder das Netzteil.

ragen aber (in Relation zum optischen Eindruck des Aufbaus
geradezu wundersamerweise) nicht sehr weit aus dem nach normalem
Rauschen aussehendem Rest heraus.



Ich hàtte vmtl. keinen 5532 genommen. Das ist halt das
Lieblingsspielzeug der HiFi Enthusiasten. Nicht schlecht, aber oft gibt
es preiswertere oder bessere (z.B. von New Japan Radio oder Burr Brown
alias TI). Ich habe einen OP27 am Messmikro (MCE 2000). Der ist schon
ganz gut.
Aber ich denke mal, am OP wird es nicht primàr liegen.

Wenn natürlich der FET im ECM 8000 schon rauscht, kannst Du nichts
machen. Es ist halt ein recht günstiges Messmikro.


Ich nehme an, daß dieser dieser
Teppich auch ohne diese Netzanteile klar über dem vom Mikro liegt.



Gut möglich. Check mal die Versorgungsspannungen. Wenn die Rauschen,
knallt Dir das rein. => RC-Glieder in die Versorgung. Vor allem auch auf
die Phantom-Speisung aufpassen.

Praxistauglichkeit der Gesamtzusammenstellung ist dadurch etwas
eingeschrànkt, wenn es um leise Geràusche geht (konkret bspw. beim
Zigarrettendrehen: knistern des Beutels gar null Problem, Papier-
rascheln beim Drehen und Atemgeràusche aber kaum über Störteppich).



Das sind halt recht leise Geràusche. Sollte aber gehen.

Fragen:
- Sind 2x390 Ohm am Eingang nicht eigentlich etwas zu wenig?



Das Mikro hat laut Datenblatt 600 Ohm. Das passt schon.

Allerdings wàre es um einige Größenordnungen schlauer die Energie nicht
in den Widerstànden zu vernichten, sondern lieber dem OP zum Verstàrken
zuführen.

- Ich meine mich zu erinnern, beim Aufbau gemeint zu haben, daß der
OpAmp selbst bereits eine limitierende Rauschquelle ist.
Kann das hinkommen?



Dazu muss man die gesamte Schaltung checken. Die Datenblattwerte
erreicht man oft nur unter unrealistischen Bedingungen.

- Wie könnten Verbesserungsmassnahmen dann also aussehen? Es steht ja
irgendwie ausser Frage, daß es besser geht.



Falls die ECM-8000 das können, würde ich sie direkt an virtuelle Erde
hàngen, also faktisch für AC kurzschließen. Das bringt nochmal 6dB.
Alternativ sollte man zumindest mit den 390 Ohm an die virtuelle Masse
gehen, so dass die Energie des Mikros nicht verloren geht. Implizit in
der ersten Stufe gleich einen Differenzverstàrker aufbauen geht auch.
Man braucht halt sehr toleranzarme Widerstànde.


Marcel

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