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19/09/2010 - 16:30 von Aguirre | Report spam
So Richard Feynman im Interview zur Superstring Theorie.
 

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#1 Aguirre
19/09/2010 - 22:27 | Warnen spam
On 19 Sep., 16:30, Aguirre wrote:
So Richard Feynman im Interview zur Superstring Theorie.



John Schwarz:
Frage: Die Idee "Strings" als Modelle elementarer Partikel zu
verwenden, làßt sich ziemlich weit zurückverfolgen. Können
Sie uns etwas aus der Frühzeit der String-Theorie erzàhlen?
Antwort John Schwarz

"Die String-Theorie hat eine merkwürdige Geschichte.
Urspünglich war sie für die Lösung eines ganz anderen
als des Problems gedacht, für dessen Untersuchung sie
heute eingesetzt wird. In ihrer 1968-1970 entstandendenen Urform
stellt sie einen Versuch zur Erklàrung der starken Kernkraft dar.
Sie war dabei auch bis zu einem gewissen Grad erfolgreich, wenn
auch niemals ganz zufriedendenstellend. Mitte der 70er Jahre
entstand eine andere Theorie, die "Quantenchromodynamik",
mit der die starken Wechselwirkungen erfolgreich beschrieben
werden konnten. So kehrten die meisten Leute der
String-Theorie den Rücken, obwohl bereits dieser frühen
Phase ein enormer Arbeitsaufwand in die Theorie gesteckt
worden war. Der Grund, warum ich die Sache weiter
verfolgte, war der, daß ich etwa zur Zeit der Entstehung der
QCD zusammen mit dem französischen Physiker Joel Scherk,
der zu dieser Zeit hier am Caltech zu Gast war, eine interessante
Entdeckung machte: Immer, wenn wir versuchten, die String-Theorie
auf die Beschreibung der starken Kernkraft anzuwenden, lieferte
sie eine Teilchenart, für die es in diesem Bereich keinen Platz gab-
ein Teilchen ohne Masse, aber mit zwei Drehimpuls-Einheiten,
das keinem Partikel entsprach, die bei Kernprozessen beobachtet
werden.
Wir wußten jedoch, daß es genau das Teilchen war, das in Einsteins
Relativitàtstheorie eine Rolle spielt, die, wie bekannt, eine Therorie
der Gravitation darstellt. Es handelt sich um ein quantenmechanisches
Teilchen, das die Gravitationskraft übertràgt und gewöhnlich als
"Graviton" bezeichnet wird. Die Gravitation ist von der Kernkraft
völlig verschieden- unter normalen Bedingungen ist sie viel, viel
schwàcher.
Da dieses Teilchen in der Theorie aber nun einmal auftrat, beschlossen
wir, die Benutzung der
String-Theorie für die Beschreibung der starken Kernkraft aufzugeben
und statt dessen zu probieren, ob sie sich nicht zur Beschreibung
der Gravitation oder weiterer fundamentaler Kràfte eignen könnte,
die sich im Laufe der Zeit noch dazugesellen könnten."

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