Aufkommende große Enttäuschung nach dem Beginn des Studiums

02/11/2007 - 19:39 von Peter Meister | Report spam
Hallo!

Ich bin 24 Jahre alt und bin in mehreren Bereichen hochbegabt. Meine
Kindheit/ Jugend bestand mehr aus Elektronik (+++), Mathematik (++),
Programmierung (+), Physik (+++) und Chemie (+++). Ich hatte wàhrend
meines Abiturs Einzelunterricht an einer Uni im Bereich der
anorganischen und analytischen Chemie. Nach meinem Abitur (und Zivi)
habe ich trotz Begabung "nur" eine Lehre zum IT-Systemkaufmann
gemacht. Ich war jetzt ein paar Jahre lang arbeiten im IT-Bereich und
stelle fest, dass man mit einem erlernten IT-Beruf und mehreren
Zertifizierungen absolut nichts ist. Die guten Jobs gehen an gute
Akademiker. Meine Begabungen helfen mir in der IT-Branche im Moment
gar nichts.

Das Bedürfnis, im Bereich der Forschung aktiv zu werden, hat mich vor
etwa einem halben Jahr massiv eingeholt und ich habe mich zu einem
Studium entschlossen. Ich möchte einen Pràdikatsabschluss erlangen,
was nicht unrealistisch ist. Eigentlich wàre ich gern in den Bereich
Elektronik/ Informationstechnik gegangen, aber aus Karrieregründen
habe ich mich für Wirtschaftsinformatik entschieden und ein Kombi-
Studium Elektronik-Informatik- Wirtschaft gibt es leider nicht,
deshalb Informatik-Wirtschaft. Die Fernuni Hagen bietet Elektro/
Informationstechnik, das hàtte ich nebenbei machen können, leider
nicht mehr an. Ich habe mich für den bequemen Weg (Wohnortnàhe, Nàhe
zu Freunden) entschieden und bin an die Fachhochschule in der Nàhe
gegangen, bezweifle jetzt allerdings dass das eine richtige
Entscheidung war. Ich stelle fest dass an dieser Fachhochschule viele
Nicht-Abiturienten (nur mit Fachhochschulreife) studieren, was dazu
führt, dass die Durchfallquoten in Mathe im ersten Versuch bei über
zwei Drittel liegen. So schwer kann es aber nicht sein, ich habe alle
Mathe-Prüfungen mit 1.0 gemacht. Mein Notendurchschnitt liegt bei 1.3.
Es gibt viele Studienabbrecher und viel Unzufriedenheit.

Ich denke jetzt im 3. Semester über einen Studiengangswechsel und
Wechsel der Hochschule nach, bin aber reichlich ratlos und enttàuscht
was die Möglichkeiten betrifft. Mein jetziger Bachelor dauert 7
Semester (mit Praktikum) und bringt 210 ECTS. Würde ich den Bachelor
an der TU München machen gàbe es nur 180 Punkte, weil nur 6 Semester
und ohne Praktikum. Seltsam, denn einige Hochschulen verlangen für den
Zugang zu einem Masterstudium 210 Punkte. Würde ich also an die TU
München wechseln könnte ich einen Master nicht überall machen bzw.
müsste erst wieder ein halbes Jahr lang ECTS nacharbeiten. Die RWTH
bietet zum Beispiel gar keine Wirtschaftsinformatik als Bachelor-
Studiengang.

Ich finde drei oder dreieinhalb Jahre Studium einfach viel zu kurz für
Wirtschaftsinformatik! Mag ja sein dass die Wirtschaft schnell Leute
haben will, aber man lernt ja kaum was. Ein normales Studium in 3
Jahren, okay, aber keinen Kombistudiengang in dieser Zeit.

Was mich aber am meisten stört: Ich habe mich mit vielen
Studienplànen, Prüfungsordnungen, etc. auseinandergesetzt und komme zu
dem Schluss, dass ein Bachelor-Studium total unflexibel ist. Alle
müssen das gleiche machen, von ein paar Wahlpflichtfàchern (die ich
jetzt habe und die auch nichts anderes als stinknormale Vorlesungen
sind) mal abgesehen. Außer mit guten Noten, was im Regelfall in einem
Stipendium endet, kann man sein Studium durch nichts aufwerten. Okay,
mit einem Auslandssemester. Dazu muss die Hochschule aber erst mal a)
gute Partnerhochschulen und b) auch genügend freie Plàtze an diesen
Partnerhochschulen haben. Weiterhin darf man sein Studium im Regelfall
nicht beschleunigen. Ich würde gern mehr Vorlesungen besuchen und
Prüfungen schreiben um mein Studium zu beschleunigen oder andere Dinge
zu tun, aber das geht einfach nicht. Es ist mir zum Beispiel laut
Prüfungsordnung explizit untersagt im 1. Semester schon Prüfungen vom
3. Semester zu machen, wenn ich nicht mindestens 75% meiner ECTS-
Punkte vom 1. und 2. Semester habe. Was solln der Scheiß?

Ich verstehe auch überhaupt nicht wo man im Rahmen eines Bachelor-
Studiums der Forschung begegnet! Wenn man sich die Webseiten der
Universitàten oder Hochschulen anschaut liest man viel von Forschung,
sieht tolle Bilder mit glànzenden Geràten, Bilderchen von forschenden
Studenten, etc. Sidn das nur gestellte Fotos oder hab ich eine
Wahrnehmungsstörung? Es scheint doch eher eine Ausnahme zu sein dass
Bachelor-Studenten in Forschungsarbeiten eingebunden werden.

So richtig weiß ich nun nicht weiter. Momentan würde ich an eine
Universitàt wechseln wollen, an der ich weiter Wirtschaftsinformatik
studieren würde und ich würde es davon abhàngig machen wo die
Hochschule ihre Partnerhochschulen im Ausland hat.
Wirtschaftsinformatik ist nun aber ein Fach, in welchem man Wirtschaft
und Informatik kombinieren kann/muss. Man kann also weder das eine
noch das andere so richtig tief angehen, richtig gutes Kernwissen ist
fast unmöglich. Ich möchte aber auch keine reine Informatik studieren,
ich bin weder Nerd noch Freak und will ich mich nicht nur auf einen
Fachbereich versteifen. Höchstens ein Pràsenzstudium der reinen
Informatik oder Elektro/Informationstechnik und dann aber nebenbei ein
Fernstudium der Betriebswirtschaft.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen, wenn ihr Informatik,
Elektronik/ Informationstechnik und Wirtschaftswissenschaften unter
einen Hut bringen und mehr Einblick in die Forschung haben wollt
wàhrend des Studiums (ich glaube nicht dass ich das mein Leben lang
forschen werde)? Ziel ist eine flexible und breitbandige technische-
betriebswirtschaftliche Ausbildung bei sehr guten und sicheren
Verdienstmöglichkeiten.

Gibt es Universitàten an denen man zwei vollwertige Studiengànge
(realistisch betrachtet) parallel studieren kann? Da müssen ja
mindestens die Stundenplàne der Vorlesungen zusammenpassen.

Sonstige Tipps?

Gruß Peter
 

Lesen sie die antworten

#1 Heiko Nocon
02/11/2007 - 20:08 | Warnen spam
Peter Meister wrote:

Ich bin 24 Jahre alt und bin in mehreren Bereichen hochbegabt.


[...]
Das Bedürfnis, im Bereich der Forschung aktiv zu werden, hat mich vor
etwa einem halben Jahr massiv eingeholt


[...]
aus Karrieregründen
habe ich mich für Wirtschaftsinformatik entschieden



Alles klar. Und tschüß.

PS:
Wann und warum habe ich meinen Filter für Google-Groups als Quelle
deaktiviert? Ich muß wohl irgendwann mal besoffen gewesen sein.

Ähnliche fragen