Ausnutzen der noch verfügbaren Leistung eines Stromkreises

07/06/2011 - 12:45 von Ralf Koenig | Report spam
Hallo,

mich interessiert gerade, wie man große Akkus (z.B. von E-Autos, ca. 20-50
kWh Akku-Kapazitàt) *in der heutigen Infrastruktur* möglichst schnell
laden könnte. Also ohne explizit dedizierte Stromkreise für das Ladegeràt
des E-Fahrzeug-Akkus zu legen.

Ziel: Den Anwender möglichst wenig belasten mit Rechnerei oder
Einstellerei, aber trotzdem den Akku möglichst schnell volladen.

Akku-Kapazitàt: sagen wir mal ca. 20 kWh, Laden in einer Stunde (mit 1C)
wàren dann um die 20 kW Leistungsaufnahme. Das mal so als möglichen
Maximalwert. Sonst halt das, was der jeweilige Stromkreis hergibt.

Annahme 1) In der existierenden Infrastruktur (in Haushalten) gibt's
Stromkreise:

* 230V AC, 16A (Haushaltsstrom) - max. 3.6 kW
* 3x230V, 16A (z.B. der Herdanschluss in einem Haushalt) - max. 11 kW
* im làndlichen Bereich auch mal: 3x230V, 32A - max. 22 kW

Annahme 2) In diesen Stromkreisen hàngen schon Verbraucher, die eine
variable Leistung ziehen. Diese sollen vorrangig bedient werden. Das
Ladegeràt für den Fahrakku nutzt nur die jeweils verfügbare "Restleistung"
im Stromkreis, diese aber möglichst gut.

Dadurch würde halt "Laden unterwegs" einfacher. Gerade unterwegs weiß man
ja nicht: was hàngt da noch alles an dem Stromkreis dran? In einem
Gastro-Betrieb ist das mal eine Kühltruhe, die immer mal kurz angeht, in
einem landwirtschaftlichen Betrieb ist es ein Rübenschnitzler, oder was
weiß ich, was der Bauer eben mal kurz braucht. Dadurch dass man dort immer
noch ein paar Stunden làdt, will man den "Stromgeber" nicht noch mit
Sachen belasten wie: "Ich würde hier mal gern Strom schnorren, aber du
kannst in der Zeit deine Geràte an dem Stromkreis nicht nutzen." oder: "Es
kann sein, dass die Sicherung kommt." Andererseits: Will man aber auch
nicht mit nur z.B. fest 2kW an einem 3.6kW-Anschluss laden, weil das
nochmal doppelt so lange dauert. Und hàufig (TM) ja doch noch was frei ist
in dem Stromkreis.

Anforderung: Das Akku-Ladegeràt soll zu jedem Zeitpunkt möglichst gut den
"Rest" des jeweiligen Stromkreises nutzen, aber eben nicht mehr. Es soll
also nicht die Sicherung des Stromkreises kommen.

Frage: Gibt's da Ideen für eine technische Realisierung für so ein
"Auto-Sensing" der verfügbaren Restleistung des Stromkreises? Das ganze
ist erstmal ein Gedankenexperiment um die prinzipielle Realisierbarkeit.

Ralf
 

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#1 Uwe Hercksen
07/06/2011 - 13:12 | Warnen spam
Ralf Koenig schrieb:

Frage: Gibt's da Ideen für eine technische Realisierung für so ein
"Auto-Sensing" der verfügbaren Restleistung des Stromkreises? Das ganze
ist erstmal ein Gedankenexperiment um die prinzipielle Realisierbarkeit.



Hallo,

nur beim zustàndigen Leitungsschutzschalter kann man messen wieviel
Restleistung noch verfügbar ist, an der Steckdose dagegen im allgemeinen
nicht. Denn man weiß ja nicht ob die anderen Verbraucher am gleichen
Stromkreis vor oder hinter der Steckdose angeschlossen sind. Ohne die
Dose zu öffnen kann man auch den Strom den man wissen will nicht messen,
selbst wenn alle Verbraucher im Leitungszug hinter dieser Dose
angeschlossen sein sollten. Eine Steckdose 3x230V, 32A sollte allerdings
bei einer gut gemachten Hausinstallation alleine an einem exklusiven
Leitungschutzschalter angeschlossen sein. Dann stellt sich das Problem
nicht, solange man nicht mit anderen Verbrauchern an anderen
Stromkreisen zusammen die Hausanschlußsicherungen überlastet.

Bye

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