Aw: Re: Fragen zu Gravitationswellen und Gravitation.

27/07/2011 - 15:58 von Peter Heckert | Report spam
Am Mittwoch, 27. Juli 2011 13:09:13 UTC+2 schrieb Carla Schneider:

Was passiert wenn 2 gleich grosse schwarze loecher umeinander
rotieren und Gravitationswellen aussenden ?
Zunaechst muesste die Rotationsfrequenz zunehmen waehrend sie sich
immer naeher kommen.



Wenn sie Gravitationswellen abstrahlen, dann muss die Frequenz nicht zunehmen.
Die Gravitationswellen wurden ja so nachgewiesen: Man hat einen Doppelstern entdeckt und hat beobachtet, dass die Rotationsfrequenz des Systems abnahm.
Es wurde also Energie abgestrahlt und der Betrag stimmte bis auf 2-3 Prozent mit den aus der ART vorhergesagten Gravitationswellen überein.
Interessanter Gedanke jedenfalls, spàtestens, wenn es keine konventionelle Materie mehr gibt, weil sie in schwarzen Löchern verschwunden ist, muss das ja passieren.


Aber was passiert bei der Umwandlung in einziges schwarzes Loch ?
Wird da die Rotationsfrequenz wieder langsamer von wegen
relativistischer Zeitdilatation und bleibt am Ende stehen ?
Koennen die Theoretiker diesen Vorgang ueberhaupt beschreiben ?



Theorien gibt es sicher viele, aber keine allgemein anerkannte oder experimentell überprüfte.


>
> > Und selbst wenn
> > doch, würde das maximal zum Erliegen der Rotation führen, nicht zur
> > Auflösung des Körpers.
>
> Ich hab nicht den Eindruck, dass die Vorgànge in einem schwarzen Loch
> restlos aufgeklàrt sind.
> Dass z.B. Kernreaktionen passieren könnten, liegt nicht ausserhalb
> meiner Vorstellungskraft.

Fuer Kernreaktionen ist dieser Teil der Physik nicht zustaendig ...
Und ob schwarze Loecher sich tatsaechlich so wie in der Theorie vorhergesagt
verhalten kann man nur durch tatsaechliche Beobachtungen klaeren.
>


Ja, wahrscheinlich. Ich nehme aber an, dass aufgrund der SRT oder ART ein Körper, der so schnell rotiert, nicht homogen sein kann, er muss Turbulenzen oder Schwingungen entwickeln, d.h. es kann keine völlig isotrope Kugel sein.
Und dann muss er auch Gravitationswellen abstrahlen.


> Nach wie vor ist die Frage offen: Warum wachsen schwarze Löcher nicht
> ewig weiter? Sonst müsste es doch viel mehr davon geben, oder nicht?
Koennte ja sein dass sie ewig weiter wachsen. Mehr werden sie durch das Wachstum
auf jeden Fall nicht, nur schwerer.



Stimmt, es müssen weniger werden und die müssen immer grösser werden. Da man so grosse SL's aber nicht beobachtet, würde ich eher glauben, dass die SL's ihren Inhalt auf irgendeine ungeklàrte Weise (Gravitationswellen?) wieder abstrahlen und sich wieder auflösen.
 

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#1 Norbert Dragon
27/07/2011 - 17:10 | Warnen spam
* Peter Heckert schreibt:

* Carla Schneider schrieb:

Zunaechst muesste die Rotationsfrequenz zunehmen waehrend sie sich
immer naeher kommen.



Wenn sie Gravitationswellen abstrahlen, dann muss die Frequenz nicht zunehmen.

Die Gravitationswellen wurden ja so nachgewiesen: Man hat einen Doppelstern
entdeckt und hat beobachtet, dass die Rotationsfrequenz des Systems abnahm.



Dein Gedàchtnis trügt: beobachtet wird eine Zunahme der Rotationsfrequenz
(= Abnahme der Periodendauer) des Hulse-Taylor-Pulsars.

Ebenso nimmt die Geschwindigkeit von Satelliten zu, wenn sie durch Reibung
gebremst auf niedrigere Umlaufbahnen sacken.

So hat der Mond eine monatelange Umlaufdauer, stationàre Satelliten
(Umlaufdauer 1 Tag) sind nàher.

Aberglaube bringt Unglück

www.itp.uni-hannover.de/~dragon

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