Axiomatische Mengenlehre für Ingenieure?

10/10/2015 - 10:58 von WM | Report spam
Kürzlich konnte man im Internet von einem Ingenieur lesen, der auch axiomatische Mengenlehre studiert hat. Über seine Motive teilte er nichts mit. Was kann einen Ingenieursaspiranten reizen, axiomatische Mengenlehre zu hören? Wollte er sich überzeugen lassen, dass ES unzàhlbar viele Zàhlzahlen gibt und ES sie auch zàhlen kann?

Wàre es nicht nützlicher gewesen zu lernen, wie man Horoskope interpretiert oder sogar konstruiert? Dafür gibt es mindestens drei gute Gründe.

1) Mehr Menschen den je glauben an Horoskope. Zeitungen ohne Horoskope haben mit sinkenden Auflagen zu kàmpfen.
2) Das Wissen um die Zukunft ist Grundlage einer vorausschauenden Lebensplanung. Die Astrologie ist die Grundlage dieser Wissenschaft (behaupten 99,3 % aller Astrologen).
3) Die Astrologie ist eine konsistente Wissenschaft. Interne Widersprüche in der Astrologie sind bisher nicht bekannt geworden. Eigentlich glaubt kein Astrologe ernsthaft daran, dass es solche gibt. Zwar sind immer wieder Widerleger am Werk, aber die kennen nicht einmal elementarste Grundlagen wie die Definitionen eines Hauses. Feinheiten wie der Unterschied zwischen siderischer und tropischer Basis sind ihnen ein Buch mit sieben Sigillen. Allenfalls mit àußerster Unheholfenheit wissen sie die demotische Sprache zu gebrauchen, sind also durchweg Cranks.

Historisch betrachtet sind Astronomie und Astrologie nicht zu trennen. Es ist nicht mehr genau feststellbar, von welchem großen Astrolomen der Satz stammt: Astrologie ist Astronomie. Möglicherweise geht er auf Dr. Kepler zurück oder auf Dr. Faustus oder auf Dr. Ahmosis. Heute dagegen, das sei nicht verhehlt, sprechen Verleumder von einer Pseudowissenschaft. Doch erstens ist das ein Angriff, wie er in der einen oder anderen Form keiner Wissenschaft erspart bleibt (wir nennen nur ein Stichwort: Relativitàtstheorie), und zweitens ist Pseudowissenschaft immer noch nützlicher als gar keine Wissenschaft. (Beweis: Niemand würde ein Pseudonym benutzen, wenn es keinen Vorteil gegenüber gar keinem Nym bràchte.)

Hauptsàchliche Ursache für eine skeptische Einstellung von ernsthaften Gelehrten mag die Frage nach der richtigen Astrologie sein (ein Argument, das, wie Bertrand Russell vorbrachte, auch gegenüber den Weltreligionen gilt.) Doch eine möglichst breite Diversifikation ist gerade von Vorteil, erlaubt sie doch den Rückgriff auf Reserven, falls ein Ansatz versagt. Die bedeutenden Unterschiede zwischen altàgyptischer Astrologie (AÄA), Astrologie der Babylonier und Sumerer (ABS), Astrologie der Chinesen (AC) und vedisch-indischer Astrologie (VIA) öffnen dem Kundigen immer einen Weg, um zur gewünschten Prognosen zu gelangen.

Selbstverstàndlich gab und gibt es ernstzunehmende Gegner der Astrologie. Das ist eine legitime Einstellung. Einer von ihnen war Martin Luther, der seiner persönlich-subjektiven Aversion unumwunden Ausdruck verliehen hat mit den Worten: "Es ist ein Dreck um ihre Kunst." Doch hat er damit natürlich nicht behauptet (wie Cranks immer wieder missverstehen möchten), einen internen Widerspruch aufgedeckt zu haben. Selbstverstàndlich hat noch niemand einen internen Widerspruch in der Astrologie gezeigt. Was in aller Welt muss also einen Ingenieursaspiranten geritten haben, axiomatische Mengenlehre zu hören?

Gruß, WM
 

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#1 0#
01/01/1970 - 01:00 | Warnen spam
"IV" Wrote:
Sinn und Ziel des Postings verstehe ich nicht.



Die tàglichen Postings zeigen, dass WM Langeweile hat und
Gespràchspartner sucht, die mit ihm auf Stammtischniveau
diskutieren. Als Idiot ist man sehr einsam.


Zunàchst einmal könnte man den Ingenieur selbst fragen. (Vielleicht besuchte
eine interessante Kommilitonin die Vorlesung, vielleicht wollte er einfach
Zeit überbrücken, oder sich im Hörsaal aufwàrmen, oder ...)



Vielleicht will er Mathematik nicht nur anwenden,
sondern auch das Fundament aller Mathematik verstehen.
Ein seniler Narr wie WM kann das nicht nachvollziehen.

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