Forums Neueste Beiträge
 

Baustromanschluss

01/05/2009 - 20:16 von Carsten Kreft | Report spam
Hallo,

ich bin heute durch ein Neubaugebiet gewandert und habe mal einen Blick auf
die Stromversorgung der Baustellen geworfen.
Dazu ein paar Fragen, ob ich da die Vorgaben richtig in Erinnerung habe:

1. Baustromverteiler sind als TT-System auszuführen.
2. RCD mit Idn<0mA sind für Steckdosen bis einschließlich 32A gefordert
und müssen, wenn nicht vorhanden, auch nachgerüstet werden.
3. RCD sind arbeitstàglich zu prüfen, die Prüfung ist zu dokumentieren.
4. Die Verteiler selber sind alle drei (?) Monate zu prüfen.
5. Im Bereich zwischen Anschlussschrank und Verteilerschrank sind
Steckverbinder unzulàssig.

Insbesondere Letzteres bereitet mir Kopfschmerzen.
Da baut eine große Baufirma und stellt an der Straße zwei Anschlussschrànke
auf, also ugs. "Zàhlerschrànke".
An diesen befindet sich jeweils eine kurze abgehende Gummileitung 4G16, die
auf eine CEE 5*63A Kupplungsdose führt. Im Anschlussschrank gibt es
natürlich keinen RCD. M.E. voll verboten, denn:
- Steckvorrichtung, aber RCD fehlt
- 4adrig auf 5poliger Kupplung - wie? Entweder ohne N oder ohne PE
angeschlossen? Oder mit Brücken dazwischen? Dann wàre ja der PEN dort
aufgeteilt, abgehend ist am Stecker aber wieder eine 4G16 angeschlossen.

Die abgehende Leitung - die H07RNF 4G16 - geht dann über eine Straße hinweg.
Die Leitung ist einmal scharfkantig an einer Holzkonstruktion fixiert, auf
der ca. 10m entfernten Seite um einen Baum geschlungen. Es hàngt recht wenig
durch, hat keinerlei Entlastung (ich hàtte dort ein Stahlseil genommen und
daran die Leitung fixiert).
Gibts ne erlaubte Abspannlànge für H07RNF, irgendwo nachzulesen?
Diese Leitung ist insgesamt ca. 50m lang und führt dann zum
Verteilerschrank, aber wiederum über eine Steckverbindung (kurzes Kabelstück
mit Stecker am Schrank).
Der Schrank selber hat einen RCD 30mA für Schuko und 16A Drehstrom, 32A und
63A Drehstrom laufen über einen 0,5er.
"E-Check" Plaketten von 2009 sind drauf - ich glaubs kaum.
Der Schrank selber ist mit nem Kreuzerder versehen.
Im Schrank steckt der Baukran an einer 63A Streckdose. Deswegen sehe ich
auch eine Gefahr: Wenn nun der Kran den 0,5A RCD fliegen làsst, dann wird
über kurz oder lang ein Bauarbeiter wohl auf die Idee kommen, die
Kupplungsdose der versorgenden Leitung zu nutzen. Also ohne RCD und
wahlweise (was weiß ich, wie das angeschlossen ist) ohne N oder ohne PE.

Zu den nàchsten Baustellen:
Auch hier sind immer noch die alten 0,5er RCD für den Drehstrombereich drin.
Ach, und sind eigentlich 35A Diazed für 32A CEE Dosen noch erlaubt? Ich
meine, das wàre so nicht mehr toleriert - wobei mich diese 3A nicht weiter
stören würden.
Dann ein Anschlussverteiler, der keinen Erder hat. Entweder als TN-Sytem
ausgeführt (meines Wissens verboten, auch schon, weil meines Wissens ein PEN
nicht über flexible Leitungen laufen darf), oder ohne PE.
Dann ein reiner Anschlussschrank, der ja m.W. immer in SKII auszuführen ist,
an dessen Gehàuse aber ein Gewindebolzen dran ist an dem ein Kreuzerder
befestigt ist.
Und als Letztes: Allen Anlagen gemein ist, dass grundsàtzlich die 4adrigen
Leitungen als 4Gxx ausgeführt sind. Müsste das nicht 4Xxx sein? Ist doch ein
reiner N, der da drin ist.
 

Lesen sie die antworten

#1 Carsten Kreft
01/05/2009 - 20:33 | Warnen spam
ICH schrieb:

ich bin heute durch ein Neubaugebiet gewandert und habe mal einen Blick
auf die Stromversorgung der Baustellen geworfen.
Dazu ein paar Fragen, ob ich da die Vorgaben richtig in Erinnerung habe:

1. Baustromverteiler sind als TT-System auszuführen.



Habs gerade gefunden. Als speisendes System sind (natürlich) alle System
erlaubt, ab
Speisepunkt nur noch IT, TN-S und TT.
http://www.bosecker-verteilerbau.de...chluss.pdf

2. RCD mit Idn<0mA sind für Steckdosen bis einschließlich 32A gefordert
und müssen, wenn nicht vorhanden, auch nachgerüstet werden.



Hat sich bestàtigt.

3. RCD sind arbeitstàglich zu prüfen, die Prüfung ist zu dokumentieren.



Zumindest die Tatsache, dass arbeitstàglich geprüft werden muss, hat sich
bestàtigt.

4. Die Verteiler selber sind alle drei (?) Monate zu prüfen.



Ich las auch "monatlich".

5. Im Bereich zwischen Anschlussschrank und Verteilerschrank sind
Steckverbinder unzulàssig.



Ergibt sich aus der Forderung für den RCD Schutz von Steckverbindern.



Dann ein Anschlussverteiler, der keinen Erder hat. Entweder als TN-Sytem
ausgeführt (meines Wissens verboten, auch schon, weil meines Wissens ein
PEN nicht über flexible Leitungen laufen darf), oder ohne PE.



Dass ein PEN nicht flexibel sein darf, steht in einer àlteren Ausgabe des
"Kiefers" (Bibel der Elektriker), ich denke aber dass es wohl ne Ausnahme
für das Stück vom Straßenverteiler des VNB zum Anschlussschrank gibt.
Wobei ich die Ausführung "4adrige Zuleitung mit PEN und zusàtzlichem lokalem
Erder" als Optimum bezeichnen würde.

Ähnliche fragen