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Bearbeitungsspuren Steinsaegen

19/01/2009 - 22:49 von Ralf Kusmierz | Report spam
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Moin,

in der Architektengruppe wurde gerade nach einer Erklàrung für
Bearbeitungsspuren an antiken Granitplatten gefragt. Ich habe einmal
folgendes Verfahren zum Abtrennen von Steinplatten oder -blöcken im
Steinbruch postuliert:

Ein Schneidseil aus einem weichen, nicht biegesteifen Material wird
kontinuierlich oben über eine Kante gezogen, wodurch sich darin eine
Nut bildet, die sich langsam nach unten vorarbeitet und so zur
Trennflàche wird. (Die Schneidarbeit leistet natürlich nicht das
empfindliche Seilmaterial, sondern Schleifkörner, die auf dessen
Oberflàche aufgeklebt sind.)

Welche geometrische Kurvenform des Schleifnutgrunds wàre zu erwarten?

Gerade wird er sicher nicht sein, denn um zu schleifen, muß das
Schleifmittel eine Andruckkraft auf den Werkstoff ausüben, und dafür
muß die Kurve gekrümmt sein. Ein Kreisbogen ist es wohl auch nicht:
Bei einem konstanten Reibungskoeffizienten ist die Zug- und
Anpreßkraft im Seil eine exponentielle Funktion des gesamten
Umschlingungswinkels, d. h. am Seilauslauf würde aufgrund der höheren
Zug- und Anpreßkraft mehr Material abgetragen als auf der
Einlaufseite. Die Krümmung wird also in Bewegungsrichtung des Seils
stetig abnehmen, die Andruckkraft bleibt dadurch über die gesamte
Bearbeitungslànge gleich. Wàre sie an einer Stelle größer, dann würde
die dafür verantwortliche "Spitze" dort schneller abgetragen, bis sie
wieder eingeebnet ist.

(Es könnte sein, daß die Lösung trivial ist; ich habe noch nicht
versucht, einen Lösungsansatz zu finden.)


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Roland Damm
20/01/2009 - 23:28 | Warnen spam
Moin,

Ralf Kusmierz schrub:

Ein Schneidseil aus einem weichen, nicht biegesteifen Material
wird kontinuierlich oben über eine Kante gezogen, wodurch sich
darin eine Nut bildet, die sich langsam nach unten vorarbeitet
und so zur Trennflàche wird. (Die Schneidarbeit leistet
natürlich nicht das empfindliche Seilmaterial, sondern
Schleifkörner, die auf dessen Oberflàche aufgeklebt sind.)

Welche geometrische Kurvenform des Schleifnutgrunds wàre zu
erwarten?



Vollkommen ohne Begründung, einfach nur weil's so aussieht:

Der Granitklotz liege im Einheitsquadrat [0..1] sowohl in x, wie
auch in y-Richtung. Das Schleifseil wird zwischen (1,0) und
(0,1) über die Ecke bei (1,1) gespannt. Dann wird geschliffen.

Die Kurve des Seils sieht zumindest so aus wie die Kurve für die
gilt:

1=(x^n+y^n)^(1/n)

mit einem n welches bei oo startet und bei 1 endet.

Nur so ganz theoriefrei aus dem Bauch heraus:-)
Vielleicht stimmt's ja sogar zufàllig.

CU Rollo

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