Beispiele aktueller Implementierungen in Forth fuer Bachelor Thesis

11/01/2013 - 02:15 von Oliver Bach | Report spam
Hallo und ein frohes neues Jahr 2013 noch!

Derzeit schreibe ich an meiner Bachelor Thesis ueber Threaded Code
und Threaded Interpretive Languages.

Hierfuer bin ich noch auf der Suche nach aktuellen Anwendungsbeispielen
aus der Wirtschaft und Industrie fuer den Einsatz von TILs und Forth im Besonderen.

Habt ihr vielleicht ein oder mehrere Beispiele fuer mich,
die ich in meine Thesis aufnehmen koennte?

Schon jetzt vielen Dank fuer Ihre Hilfe!

Viele Gruesse
  Oliver Bach
 

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#1 Ewald Pfau
11/01/2013 - 13:18 | Warnen spam
Oliver Bach :

Habt ihr vielleicht ein oder mehrere Beispiele fuer mich,
die ich in meine Thesis aufnehmen koennte?



Parallel dazu, dass die Vorlàufer des ISO-Forth, als draft proposal
ANS-Forth Gestalt annahmen, hatte ich diese jeweils frisch implementiert und
Anwendungen damit realisiert, mit deren Hilfe Projekte von Künstlern
umgesetzt wurden (Österreich, z.T. Schweiz). Das begann mit dpANS6, wird
dann mit der Veröffentlichung des ANS-Forth eine der ersten Anwendungen mit
diesem Standard gewesen sein.

Kurzfassung -

Im Gedenken an die Ärztin Aigner-Rollett: Öffentlich aufgestellte Skulpturen
mit per E-Mail eingespeisten Bildsequenzen. (Graz, 1996)

Made in Hongkong: Einspeisen von Daten von Chipkarten in eine überregional
synchronisierte Datenbank. (Graz usw., 1995)

Gong: Permutationen von Klangfragmenten von einem Komponisten, als
Pausenzeichen in einer allgemeinbildenden Schule in der Schweiz. (Zug,
1995)

Magic Wall: Animiertes Objekt und interaktives Spiel in einem Schulfoyer.
(Zug, 1995)

Kunstlicht: Steuerung von Scheinwerfergruppen und synthetisierten
Lautsprecheransagen nach Sensorendaten. (Innsbruck, 1994)

Winke winke: Dekodierung von Videosignalen, die eine Semaphore-Figur zeigen,
welche per Flaggenalphabet Texte buchstabiert (Anwendung für den RTX2000).
(Graz usw., 1994)

Technik Anfang der 1990er war Dial-In-Modemverbindungen, Geràtesteuerung
mittels generierter und dekodierter Mails; für Embedded Controlling waren
auch die ganz normalen Desktop-Rechner ganz praktisch, wenn man denn genug
Platz hat. Von den Langzeitprojekten hab ich nicht gehört, dass es Ausfàlle
gegeben hàtte. Das erstgenannte Projekt ist leider irgendwann zwischendurch
an der kurzen Leine der beteiligten Stellen hàngengeblieben (die beiden
Skulpturen gibt es, der je eingefasste Bildschirm leider nur mit
Symbolwert, lange her, dass mich das zuletzt interessierte).

****

Schon jetzt vielen Dank fuer Ihre Hilfe!



(In Newsgroups ist das Duzen die generelle Umgangsform, gern auch in der
literarisch gehobenen Form, wenn es denn sein muss: bitte sich diesbezüglich
ein wenig umzuschauen.)

Wenn denn Handwerk auch zàhlt, nicht nur Industrie?

Ja, im industriellen Sinn wàre das Forth-Projekt einer "Open Terminal
Architecture" zu bemessen, das Europay International ab Mitte der 1990er
betrieb (~in weiterer Folge eines EU-geförderten Sendit-Projekts - das làsst
sich gewiss recherchieren), mit dem Ergebnis des ISO-Standards 20060 (der
jüngst wieder aufgefrischt wurde). "Die Industrie" hatte allerdings in
weiterer Konsequenz womöglich keine allzu große Freude damit, wenn durch
eine virtuelle OTA-Zwischenschicht des Codes auf Chipkartenterminals die
enge Kundenbindung mittels je proprietàrer Lösungen aufgeweicht würde.

Zudem war auch da und dort von abschreckenden Lizenzbedingungen die Rede,
für die das Bankenkonsortium aber nun wiederum nichts kann.

Nun, dafür habe ich das (mittlerweile global auf Chipkarten dominierende)
Zahlungsmodell 'EMV' als Library ausprogrammiert, für den Proof of Concept,
für ein eigenes Laufzeitmodell zudem beginnend mit Langzahlenarithemtik bis
zu DES, SHA1, modularer Exponentation für RSA, dazu eine Implementation der
TLV-Datenbank (entsprechend der Anforderungen der zentralen Norm zu
Chipkarten ISO-7816), die nach dem Muster des ASN-1-Modells gestrickt ist.

****

Von Seite der Theorie wàre es schön zu wissen, dass die Programmiersprache
nicht nur als eine von mehreren Zeitgeistmoden auftaucht, wenn es eine sehr
stabile Rückverkettung der ganz eigenen Notationsweise in den Horizont des
stringenten logischen Aussagekalküls gibt, was in den 1930er Jahren Jan
Lukaskjewicz erarbeitete, als Modellfall einer Möglichkeit, klammerlos zu
notieren (von daher "Polnische Notation"). Man muss das dem Mainstream
gegenüber immer wieder explizit sagen, dass sich damit ein vollstàndiges
Aussagekalkül ergibt, soll heißen, dies ist in allen Belangen eine gültige
Alternative zur typischen algebraischen Notation. Das möchte ich rein als
Anregung stehenlassen.

Auf jeden Fall schön zu hören, dass zu Zeiten des neoliberalen TINA-Prinzips
("There Is No Alternative!") diesem getrotzt und auch in weniger populàren
Ecken Nachschau gehalten wird.

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