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Beobachtungsabende - wie laeuft das bei euch ab

25/11/2007 - 19:08 von Ulrike S. | Report spam
Hallo!

Mir ging so durch den Sinn, wie laufen denn die Beobachtungsabende in
anderen Volkssternwarten so ab.

Gesetzt den Fall, es stehen 50 oder mehr Leute auf der
Beobachtungsplattform oder vor/in der Kuppel. Es kann ja nur eine
einzige Person durch das Fernrohr schauen. Davor stehen dann die
Besucher Schlange.

Wie viele Mitarbeiter/innen kümmern sich denn bei euch an einem
Beobachtungsabend um die Besucher? Was bietet ihr euren Besuchern
nebenbei so an, damit das Warten, um einen Blick durch das Teleskop
werfen zu können, nicht langweilig wird? Nutzt ihr mehrere Teleskope?

Was tun, wenn nur eines motorisiert ist? (Das zweite Teleskop bei uns
ist leider defekt.) Was tun, wenn nur ein/e Mitarbeiter/in sich um die
Besucher kümmern kann? Nutzt ihr Computer bei Beobachtungsabenden? Nutzt
ihr Videookulare/Webcams zur Beobachtung und projiziert das Bild auf
einen Monitor? (Das ersetzt natürlich einen "echten" Blick durch das
Okular nicht ganz, oder?) Laßt ihr ein Astro-Video nebenbei laufen?

Ich mache das so, daß ich vor die Beobachtung eine kurze Einführung im
Planetarium lege. Ich halte einen Grundkurs "Orientierung am
Sternhimmel" ab. Der große Wagen wird vorgestellt, das Auffinden des
Polarsterns beschrieben. Vielleicht weise ich auf Alkor und Mizar hin.
Dann nenne und zeige ich im Planetarium die wichtigsten Sternbilder, die
am Abend zu sehen sein werden. (Für wenig förderlich halte ich, dann im
voraus schon die Beobachtungsobjekte als Dia oder Bild zu zeigen, die
wir dann beim Beobachtungsabend mit den Teleskopen auch sehen werden.
Dann sind viele Besucher sicherlich enttàuscht. Ein Hubble-Teleskop
steht uns an der Sternwarte natürlich nicht zur Verfügung. Auch kein
Tautenburger 2-m-Spiegel...)

Auf der Plattform benutze ich eine lichtstarke Taschenlampe als
Zeigestab. Ein mir verbundener Sternfreund brachte mal einen grünen
Laser mit, den er hàtte glatt als Laserschwert verwenden können. So ein
Teil ist natürlich als Zeigestab am Himmel besser geeignet. Wie ich
erfahren habe, ist so ein Laser aber in Deutschland nicht zugelassen und
wenn, dann bràuchte man wieder mal irgendeinen Schein (wie immer in
Deutschland, da ist alles verboten, außer, es ist ausdrücklich
erlaubt...). Natürlich liegen in meiner Nàhe eine drehbare Sternkarte
und der Karkoschka. Je nach Thema des Beobachtungsabends auch der Rückl
Mond-Mars-Venus und andere Vorbereitungen. (Alle Zahlen kann man ja nun
nicht im Kopf haben.)

Ich bitte um rege Beteiligung an diesem Thread.


Tschüßi

Uli

Es gibt Gelegenheiten, bei denen die Risiken, die einem drohen, die
Risiken diktieren, die man eingehen muß.

(Harry Bosch in die "Rückkehr des Poeten" von Michael Connelly.)
 

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#1 Frank Feger
26/11/2007 - 00:40 | Warnen spam
Hi!

Ulrike S. schrieb:

Nutzt ihr mehrere Teleskope?



Ja, und oft auch den Sucher.

Nutzt ihr Computer bei Beobachtungsabenden?



Bevorzugt zum schnellen Aufsuchen.

Nutzt
ihr Videookulare/Webcams zur Beobachtung und projiziert das Bild auf
einen Monitor?



Manchmal eine Webcam an einem Teleskop, wàhrend die Leute durch das
Okular des anderen nacheinander das Objekt direkt schauen können.

Ich mache das so, daß ich vor die Beobachtung eine kurze Einführung im
Planetarium lege. Ich halte einen Grundkurs "Orientierung am
Sternhimmel" ab. Der große Wagen wird vorgestellt, das Auffinden des
Polarsterns beschrieben. Vielleicht weise ich auf Alkor und Mizar hin.
Dann nenne und zeige ich im Planetarium die wichtigsten Sternbilder, die
am Abend zu sehen sein werden.



Das machen wir in Siegen bei großem Andrang (oder zwischendurch) auf
der Plattform, weil wir keinen Raum für das Baader-Planetarium haben,
man so gleich nach Wolken oder àhnlichen Störungen suchen kann und
der Blick in den echten Himmel ohnehin immer noch nicht zu ersetzen
ist. Gleichzeitig schàrft man das Bewußtsein für das Problem der in
der Bevölkerung wenig bekannten Lichtverschmutzung.

Auf der Plattform benutze ich eine lichtstarke Taschenlampe als
Zeigestab. Ein mir verbundener Sternfreund brachte mal einen grünen
Laser mit, den er hàtte glatt als Laserschwert verwenden können. So ein
Teil ist natürlich als Zeigestab am Himmel besser geeignet.



ACK

Wie ich
erfahren habe, ist so ein Laser aber in Deutschland nicht zugelassen und
wenn, dann bràuchte man wieder mal irgendeinen Schein



Bei kleiner Leistung (<1 mW, AFAIK) ist er erlaubt, darüber müßte man
wohl eine Erlaubnis beantragen. "Müßte", denn: "Wo kein Klàger, da
kein Richter."

Natürlich liegen in meiner Nàhe eine drehbare Sternkarte
und der Karkoschka.



Klar, und auch ein paar Iridiumflares oder ISS-Vorbeiflüge sollten
nicht fehlen, sofern welche zu erwarten sind.


Grüße,

F^2


http://astro1.physik.uni-siegen.de/...index.html

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