Bildkritik - wer gibt sie, wie gibt sie sie und warum?

21/06/2015 - 22:35 von Heino Tiedemann | Report spam
Hallo,

ich würde gerne den Austausch suchen, speziell im Bereich Hobby -
Knipserei (recreataion) mir ist nàmlich was aufgefallen:

Bildkritik, scheint sehr geschlechtersspezifisch.

Gerade wenn man Hobby-Modelle Knipst, sehen andere Hobby-Modelle das
Bild oft gaaanz anders als wir Knipser.

Sie achten auf was gànzlich anderes, wie mir scheint.

Technische Dinge wie Tonwerte oder Farbechtheit, "Absaufen" oder
"Ausfressen", Komposition und so weiter kommen da nicht an erster
Stelle.

Ach dieses ewige "unvorteilhaft getroffen" scheint mir da was ganz
anderes.

Wie ist Eure Erfahrung?

(Ihr redet doch mit den Modellen - nehme ich an)

Heino
 

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#1 Sebastian Zuendorf
21/06/2015 - 23:19 | Warnen spam
Am Sun, 21 Jun 2015 22:35:36 +0200 schrieb Heino Tiedemann
:

Gerade wenn man Hobby-Modelle Knipst, sehen andere Hobby-Modelle das
Bild oft gaaanz anders als wir Knipser.

Sie achten auf was gànzlich anderes, wie mir scheint.

Technische Dinge wie Tonwerte oder Farbechtheit, "Absaufen" oder
"Ausfressen", Komposition und so weiter kommen da nicht an erster
Stelle.



Das ist vollkommen unabhàngig von Motiv und Geschlecht eine Frage des
Verblödungsgrades beim Betrachter.

Poste z.B. bei Facebook ein nicht nur technisch ziemlich perfektes
Foto eines nahezu beliebigen Motivs (Katzen und andere süße Sachen
gehen nicht, ebenso wie Titten) und es wird mit etwas Glück zumindest
von anderen Fotografen oder zumindest einigen Künstlern so um die 20
Likes bekommen.
Poste ein schlechtes Handyknipsbildchen mit abgesoffenen Schatten,
überstrahlten Lichtern, einem unscharfen Hauptmotiv (vorzugsweise ein
Katzenbaby, pralle Titten oder eine Flasche Bier), gerne noch etwas
verwackelt und mit unvorteilhafter Komposition und es wird Likes
regnen. Nicht von Fotografen, aber von der breiten Masse.

Es geht in eben jener Masse nicht um Qualitàt. Nicht umsonst haben zig
hunderte schlechter Kamerabediener eine teils unglaubliche Fanbase,
die jeden noch so geruchlosen Furz toll findet und auf
offensichtliches und schlechtes pseudo-HDR abgeht wie eine Katze auf
ein Kràuterkissen - solange das "Bild" von XYZ ist und ein nicht all
zu anspruchsvolles Motiv zeigt. Vorzugsweise geschmacklos verbastelte
KFZ, Zeline oder Schackeline mit geschmacklosen Tatoos in kitschigen
Bonbonfarben, flau-digitales Grau ohne Korrektur des Schwarzpunkte als
"SW-Filmlook" oder völlig versemmelte HDR-Krebsgeschwüre aus dem
Landschaftspark Duisburg.

Hoffnungslos, es ist alles so hoffnungslos.


Sebastian

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