Blaues Flimmern in schwarzen Flächen

03/10/2007 - 12:00 von Ralf Pfeifer | Report spam
Hallo,

ich habe mir einen neuen Monitor zugelegt. Es handelt sich um einen Samsung
Syncmaster 245B (1920 x 1200 Pixel)
(http://monitor.samsung.de/article.a...show=specs)

Wenn er schwarze oder graue Flàchen darstellt, z.B. diesen Graukeil

http://www.simpelfilter.de/farbmana...aukeil.gif

dann flimmern auf einigen dunkelgrauen und schwarzen Flàchen die blauen
Punkte, im Fall des Bildes ist es bei Feld 1, 2, 3 besonders 6 sichtbar (von
links gezàhlt). Bei der Darstellung von Fotos ist das aber nicht auffàllig.

Nun könnte die Ursache ja in der Grafikkarte (NVIDIA GeForce 7300 SE unter
WinXP) als auch im Monitor liegen.

Der Vergleich mit dem alten TFT ist leider nicht hilfreich, der war analog
angeschlossen und hatte nur 1280 x 1024 Punkte.

Kennt Ihr das oder habt Ihr eine Idee, wie ich den Verursacher
identifizieren kann oder welche Abhilfe es geben könnte?


Danke, Ralf.


www.ArsTechnica.de www.ArsMartialis.com
 

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#1 Volker Schauff
03/10/2007 - 14:08 | Warnen spam
Ralf Pfeifer schrieb:

ich habe mir einen neuen Monitor zugelegt. Es handelt sich um einen
Samsung Syncmaster 245B (1920 x 1200 Pixel)
(http://monitor.samsung.de/article.a...show=specs)



Das Geràt hat ein TN-Panel, stellt 16.7Mio Farben dar und hat dynamisch
erweiterten Kontrast. Das kann bei diesem Fehler alles von Bedeutung
sein, gar die Ursache sein.

Wenn er schwarze oder graue Flàchen darstellt, z.B. diesen Graukeil

http://www.simpelfilter.de/farbmana...aukeil.gif

dann flimmern auf einigen dunkelgrauen und schwarzen Flàchen die blauen
Punkte, im Fall des Bildes ist es bei Feld 1, 2, 3 besonders 6 sichtbar
(von links gezàhlt). Bei der Darstellung von Fotos ist das aber nicht
auffàllig.



Also:

TN-Panels können nur 2^18 Farben (2^6 = 64 Farben pro Grundfarbe R, G
und B = 64^3 bzw. 2^18 = 262144 Farbkombinationen insgesamt) darstellen.

Alte TN-Panels kamen auf 16.2 Mio Farben, indem gedithert (gerastert,
wie beim Drucker) wurde. Neue Panels kommen auf 16.7 Mio Farben und zwar
in zeitmultiplexer Ansteuerung. Das basiert auf dem gleichen Prinzip,
nach dem flimmernde Röhrengeràte nicht flimmern. Das Auge ist einfach zu
tràge, um schnelles Umschalten von Helligkeiten als Helligkeitswechsel
wahrzunehmen, stattdessen interpretiert es das als eine neue
Gesamthelligkeit. Vereinfacht gesagt: Du kannst nur Helligkeitsstufen 0,
10, 20, 30, 40, 50, 60, 70, 80, 90 und 100% darstellen, willst aber 5% -
dann schaltest du ganz oft hintereinander die Helligkeit zwischen 10 und
0% hin und her. Du willst 3% (genaugenommen 3.33)? Dann schalt in einer
Periode je zwei Bilder 0% und eines 10%

Dazu kommt die dynamische Kontrasterweiterung. Kontrast heißt Verhàltnis
Helligkeit eines hellen Bildpunktes gegen die eines dunklen Bildpunktes.
Gemessen wird nicht etwa mit einem Schachbrettmuster, sondern mit weißen
und schwarzen Vollbildern. Nun haben LCD-Monitore im Gegensatz zu
Selbstleuchtern wie Röhre oder Plasma massive Kontrastprobleme, da eine
Hintergrundbeleuchtung permanent leuchtet, die aber durch die zwei
Polarisationsfilter und die Flüssigkristalle nie 100% gesperrt werden
kann. Schwarz ist also dunkelgrau, wàhrend bei Röhre, Plasma, OLED und
Co Bildpunkt aus auch Bildpunkt aus heißt und nichts mehr durchleuchten
kann. Erkennt der Monitor ein helles Bild, schaltet er die
Hintergrundbeleuchtung auf die vom User gewünschte (=eingestellte)
Maximalhelligkeit. Erkennt er ein eher dunkles Bild, fàhrt er die
Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung zurück, um ein satteres Schwarz zu
erreichen. Bei gemischten Bildern setzt man die Hintergrundbeleuchtung
auf "das geringste Übel", in der Hoffnung, dass das Auge den
verminderten Kontrast nicht wahrnimmt (klappt bei hellen Bildern auch
ganz gut, da siehst du nicht, ob einzelne schwarze Flàchen wirklich
schwarz sind oder nur dunkelgrau, die Dynamik kannst du garnicht
wahrnehmen, bei krassen Bildern wie links weiß, rechts schwarz siehst du
den verminderten Kontrast aber entweder in einer reduzierten
Weiß-Leuchtkraft, einem fahl-grauen Schwarz oder einer Kombination aus
beidem ein bischen).

Daher setzen die Leute, die eine gewisse Farbverbindlichkeit
voraussetzen auch immer noch auf Röhren, oder wenn es flach sein muss
auf Geràte mit MVA-, S-PVA- oder S-IPS Panel, die sind nativ in der
Lage, 16.7Mio Farben darzustellen und kommen aufgrund ihres hohen
Eigenkontrastes und der deutlich besseren Blickwinkelstabilitàt ohne
dynamischen Kontrast aus.

Kennt Ihr das oder habt Ihr eine Idee, wie ich den Verursacher



Verursacher: Das Geràt, zeitmultiplexe Helligkeitserzeugung und
dynamischer Kontrast wurden offenbar eher stümperhaft umgesetzt und
TN-Panels sind sowieso nicht ernst zu nehmen (außer bei
Hardcore-Spielern, da unschlagbar schnell, aber selbst die haben
zunehmend Probleme damit, da TN-Panels immer mehr und mehr mit
Overboost, dynamischem Kontrast und zeitmultiplexer Farbdarstellung
kommen, was einen erhöhten Rechenaufwand vor der Bilddarstellung
bedeutet und nun heißt keine Schlieren und Bewegungsunschàrfen mehr,
dafür merkliche Latenzzeiten, bis das Bild überhaupt auf dem Schirm
erscheint)

identifizieren kann oder welche Abhilfe es geben könnte?



Abhilfe: Zurückgeben und vernünftigen Monitor kaufen.

Gruß... Volker Schauff (, ICQ 22823502)
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