BOAH, Perli!

13/01/2010 - 19:14 von Roman | Report spam
Das eine mit dem Schatten ... WOWWWWWWW

Wie tief sind so im Schnitt diese Canyons?


Mit freundlichem Gruß
Roman
 

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#1 Michael Perlitschke
14/01/2010 - 03:00 | Warnen spam
"Roman" schrieb im Newsbeitrag
news:hil2i8$u3q$
Das eine mit dem Schatten ... WOWWWWWWW

Wie tief sind so im Schnitt diese Canyons?



Tiefe ist weniger das Problem, eher die zu laufende Streckealso ich habe
mir das am "Grand Canyon" ( das meinst Du sicherlich ) gegeben und das waren
nur 20km und 1200 Hoehenmeter und dem Tag an dem ich unterwegs war bei Temp.
von 5 Grad bis 37 Grad ( also sehr moderate klimatische Bedingungen ) runter
( zum Colorado nochmal einige 100 mehr ) und 1200 Hoehenmeter wieder rauf.
Oder ganz kurz: Ich war danach 2 Tage kaum in der Lage laengere Strecken
laufen zu koennen ( mitunter bin ich sogar aus dem Auto gefallen, solche
Schmerzen hatte ich ). Am dritten Tag habe ich mir dafuer aber ein 30km Hike
( tendenziell sogar noch etwas mehrmuss das noch genau analysieren )
angetan. Das war das geilste was ich jemals gemacht habe in einer Gegend in
der sich Touris nur extrem selten reinverirren ( "Side Step Canyon"; den ich
2008 auf einer Tour zu den White Ghosts entdeckt hatte. Ein nur wenig
entzaubertes Zauberland der absoluten Superlative ! )bin gerade aber
gerade dabei, dass fuer andere zum "nachmachen" exakt zu beschreiben. Das
mit dem Grand Canyon oben ( eigentlich eine Oma-Tour ) habe ich mir aber
einfacher vorgestellt, das problem war nur der Rueckweg ( war da in Summe 11
Stunden stramm beschaeftigt ). Runter zum Colorado haette ich das auch
gepackt, aber ob ich das dann wieder am gleichen Tag mit der Ankunft spaet
Nachts und Stirnlampe ( bei naechtlichen Frost ) zurueckgeschafft haette,
wage ich stark zu bezweifeln. Schon meine "kleine" 20km Tour runter und
wieder rauf hatte mir Nachts im Hotel ueble Oberschaenkelkraempfe spendiert
( falls es Dich interessiert, hier die komplette Story:
http://mperlitsch.hintergrundbild.c.../tag9.htm. ). Absolut
empfehlenswert, aber super anstrengend. Ich hatte da wirklich sehr zu
kaempfen und Jahre hin/her ueberlegt mir das anzutun. Bin aber nun sehr froh
das ich da mal die 2,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte begreifbar und fassbar
in die Vergangenheit marschiert zu sein...

Ansonsten greife ich Canyons gerne von unten aus den Washs her an. Da ist so
ziemlich alles moeglich. Von albernen 100 Metern Hohenunterschied bis zu
mehreren 100 Metern. Der Bereich im Grand Staircase Escalante ist
Sensationell schoen. Die Bilder welche schief waren und ich bloede fand
stammen aus dem Coal Mine Canyon ( Hopi/Navajo ( spricht sich "Nawacho" )
Reservations-Gebiet. Da habe ich einen Weg runter gesucht und ich schaetze
mal das das nur 200-300 Höhenmeter sind. Das Problem war nur das die
moeglichen Abstiege die ich ausgekundschaftet habe, sehr steil und sandig
( duenenartiger Sand ) waren. Runter haette ich das ohne Probleme geschafft
( ich habe das auch angetestet ), aber ob ich das bei dem weichen
nachgebeneden Sand wieder rauf geschaefft haette, ist die finale Frage. Da
hat dann die Verknuft gesiegt, denn ich bin immer allein unterwegs und will
mich da nicht in Lebensgefahr begeben. Denn wenn man das in der einsamen
Gegend nicht mehr hoch schafft hat man ein sehr ernsthaftes Problem und wird
dehydriert krepieren .

Waere da noch jemand gewesen, der haette Hilfe holen koennen, ich haette
keine Sekunde trotz Muskelkaters von meinem Grand Canyon Tripp gezoegert
dort mal testweise einen Abstieg zu riskieren. Das ist das gleiche wie mit
den DropOffs in den Canyon-Sots. Wenn ich da allein herumkraksel oder
runterspringe, hat man keine Chance mehr ohne Hilfe zurueck zu kommen ( drum
suche ich nach wie vor eine Alu-Klappleiter-Loesung die ich mir hinten an
den Ruecksack schnallen kann ). Und das kann toedlich enden, da es niemanden
gibt der einen entdeckt; helfen kann oder hilfe holen koennte.

Ich weiss aber das die Indianer sauteure Touren in den Coal Mine Canyon
anbieten ( von dem offenen Bereich im Hintergrund ) und wenn alles klappt
werde ich eine sicherer Abstiegsmoeglichkeit in ein paar Wochen ( bei
hoffentlich besseren Wetter, denn Du siehst ja an den Bildern wie
grenzwertig das Wetter wegen des Dunstes war ) auskundschaften. Da warten
bestimmt ein paar bildschoene Foto-Motive und Ueberraschungen, denn der Coal
Moine Canyon ist wirklich Wunderschoen ( sicherlich nach wie vor ein
Geheimtipp ). Nur allein dort runter ( ich hatte es probiert und kam sofort
wegen des weichen Sandes ins Rutschen ) und wieder testweise raufochsen geht
nicht. Da muss man oben jemanden haben der im WorstCase Fall Hilfe holen
kann, so man in Scxhweirigkeiten geraet ( ich habe da ausser einem
Hollaendischen Paar Warmduscher nur einen Indioaner getroffen der im Pickup
unterwegs war um nach den Weg zu fragen )

Ist im uebrigen das gleiche wie mit dem Vulcan Spancer Flat ( ein
fantastischer Kegel inmitten des Fels
http://www.derzopfige.de/assets/ima...lkan20.jpg ). Da wollte ich
ursprunglich auch hin; aber da hat es mein Auto unterwegs fast zerrissen (
hatte da ein Probelauf gemacht und mich am naechsten Tag nicht mehr
getraut ). Und wenn man da hingeht, muss man da auch rein. Nur das Problem
ist das man das ohne Backup-Person oben die ein Seil dabei hat besser nicht
machen sollte. Denn wenn man da unten gefangen ist, kommt man auch nicht
mehr raus ( trotz in den Fels gehauener Stufen ). Und das liegt in einem
Bereich in dem wirklich wenig Leute unterwegs sind ( eigentlich verlaeuft
sich dahin fast niemand ).

Fazit: Grand Canyon ist die Hoelle und Hyper-Anstrengend ( besonders wenn es
heiss ist ); alles andere ist verglecihsweise PillePalle. Die meisten 0815
Canyons sind selten hoeher als wenige 100 Meter ( wobei der Reiz aber dadrin
liegt im Wash oder Slot zu laufen ) . Das Problem ist nur einen Weg runter
und auch wieder rauf zu finden. Allein begibt man sich da in Lebensgefahr
und das sind die Situationen wo ich es richtig Scheisse finde allein
unterwegs zu sein. Wobei der Vorteil ist: Niemand geht einen auf den Sack.
Das ist Erlebnis pur. Nur der eigene Herzschlag und die fantastische
Natur

Aber wie gesagt man muss immer aufpassen, denn ich neige manchmal dazu
unnoetige Risiken einzugehen. So passiert im "Side Step Canyon" ( weil ich
wusste das die Strecke ich ich mir angetan habe erst wenige Menschen
gelaufen sind ). Da bin ich weit reingelaufen und fand eine Slot-Passage aus
einem Lehmartigen Slot. Da sich da kaum eine Socke hinverirrt und das saueng
wird, bin ich da sogar reingekrochen ( den Ruecksack musste ich liegen
lassen, denn der passte nicht mehr ). Wenn sich dabei nur ein Brocken Lehm
loest, steckt man fest und wird Tage; Wochen oder Monate lang nicht
gefunden. Als ich da kriechend unterwegs war, kam mir das wieder in den Sinn
und ich fragte mich auf was fuer einen Selbstmord-Kommando ist dort
unterwegs kriechend war. Manchmal wird man wirklich fast zu uebermuetig und
ignoriert die Gefahren. Denn neben Lehmklumpen die einen dort zementieren
koennen gibt es dort auch Skorpione; Schlangen; Spinnen und anderes
Dreckszeugs das einem massiv in Schwierigkeiten bringen kann. Da muss man
seinen Ehrgeiz und Euphorie mitunter sehr zuegeln, denn der einzige der
einem im Idealfall helfen koennte, liegt im Rucksack und heisst "Erste
Hilfe" Kit. Auch die Temperaturen sind brutal. Bis in den Side Step Canyon
war ich ca. 30km zufuss in sandigen Gelaende unterwegs und hatte da meine
mitgeschleppten 6 Liter Wasser fast aufgebraucht ( bis auf eine Pulle fuer
den Rueckweg als Not-Reserve ). Und was man da an Wasser saufen muss um
nicht umzukippen ist unglaublich...

Ein paar Touren habe ich noch auf dem Zettel die ich nur mit Begleitung
machen werde, denn die Hoehe ist weniger das Problem. Das Problem ist, dass
man dort im grunde niemals allein rumkrakseln sollte. Wenn man das tut
steigt die Gefahr, aber dafuer auch der Erlebnisfaktor, denn das sind
manchmal fast relegiose Momente die man dort erleben kann. Nebenbei lernt
man auch viel ueber seine Limits, wobei wenn man die ueberschreitet man ein
Fall fuer den Abdecker ist. Zum Glueck bin ich mir der Gefahren immer sehr
bewusst und sei es nur das man sich mal verlaeuft ( trotz sehr guten
Orientierubngssinn ). Das ist mir in den Bisti Wilderniss letztes mal
uebelst passiert ( da werde ich nochmal ein paar Tage verbringen ). Eine
Ecke die so wunderschoen ist, dass ich dort wie auf Steroiden lustgewandelt
bin und irgendwann nicht mehr wusste woher ich kam. Zum Glueck hatte ich mir
wie in solchen Faelen ueblich die Kooerdinaten notiert und konnte mit meinem
Telefon ( XDA/MDA ) per GPS wieder den korrekten Weg ( anstrengend, aber
machbar ) irgendwie zurueck finden. Waere um ein Haar fast in die Hose
gegangen

Also wenn Du mal Bock hast Roman, bist Du herzlich eingeladen ein paar
Touren -welche man besser gemeinsam unternehmen sollte- zu stemmen ;-) Ich
habe da soviel abgefahrene Sachen auf meiner To-Do List stehen, dass wuerde
fuer mehrere Jahre reichen. Hoffe das ich einen kleinen Teil in kuerze
wieder entzaubern kann. Muesstest nur den Flug bezahlen ( 550
Euro...javergleichsweise viel Asche aber immernoch deutlich billiger als
ein Tuerkei oder Malle-Ausflug mit Air-Berlin ) oder man koennte ich dann
auch gerne mal unterwegs abgesprochen fuer ein paar kleine berechenbare
Canyon-Abenteuer treffen. Zimmer und Wagen stehen so oder so zur Verfuegung
und wuerden nichts kosten ( das zahl ich ohnehin aus der Portokasse ) ! Mal
den Wagen volltanken waere ganz nett, aber ist natuerlich kein Muss

Vielleicht gibt es hier ja ein paar Canyon-Begeisterte die Bock auf einsamen
und bizarre Gegenden haben und meine Interessen im groben teilen oder
zusammen mit mir ein paar nette Canyons entdecken moegen ?!

Mit freundlichem Gruß
Roman



Gruss,
Micha

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