Bourns Überspannungsschutz für VDSL-Modems

10/04/2015 - 16:03 von Manuel Reimer | Report spam
Hallo,

scheinbar werden die Modems mit jeder Generation immer empfindlicher.
Beim letzten kleinen Gewitter hat es in der Nachbarschaft gleich mehrere
moderne DSL-Router zerstört.

Ich frage mich schon lànger warum es eigentlich immer die
"Endkundenseite" trifft? Neuer Router und der Anschluss geht wieder.
Folglich sind die (Outdoor-)DSLAMs wohl ordentlich gesichert.

Auf der Suche nach einer Lösung, vor allem mit der Frage "was ist denn
da in den DSLAMS verbaut" im Hinterkopf, bin ich auf das gestoßen:

http://www.farnell.com/datasheets/1839836.pdf

Die liefern àhnliches auch für die "Betreiberseite". Meine laienhafte
Folgerung: Vielleicht funktioniert das Zeug wirklich?

Genau das Kit finde ich nicht bei einem "endkundentauglichen" Versender
aber diese Variante von Conrad hat die gleichen Teile in ausreichender
Menge um damit mehrere Baugruppen aufzubauen:

http://www.conrad.de/ce/de/product/1055739/

Beim Datenblatt, das Conrad hat, sind auch für die ganzen Komponenten
weitere Infos.

So wie ich das sehe sitzt zum Anschluss hin erstmal eine SMD-Sicherung
mit 1,25A. Danach ein Gasableiter und danach irgendein komischer IC
dessen Funktion im verborgenen bleibt.

Könnte sowas wirklich helfen, dass bei Überspannung mal nicht das
DSL-Modem den Löffel abgibt?

Gruß

Manuel
 

Lesen sie die antworten

#1 Marcel Mueller
10/04/2015 - 17:34 | Warnen spam
On 10.04.15 16.03, Manuel Reimer wrote:
scheinbar werden die Modems mit jeder Generation immer empfindlicher.
Beim letzten kleinen Gewitter hat es in der Nachbarschaft gleich mehrere
moderne DSL-Router zerstört.



Wenn es wirklich mal in der unmittelbaren Umgebung rein haut, habe die
Biester keine echte Chance. Insofern hat ein solche Einzelfall wenig
Aussagekraft.

Ich frage mich schon lànger warum es eigentlich immer die
"Endkundenseite" trifft? Neuer Router und der Anschluss geht wieder.
Folglich sind die (Outdoor-)DSLAMs wohl ordentlich gesichert.



Klar, die wollen doch nicht bei jedem Huster einen Techniker los schicken.

Auf der Suche nach einer Lösung, vor allem mit der Frage "was ist denn
da in den DSLAMS verbaut" im Hinterkopf, bin ich auf das gestoßen:

http://www.farnell.com/datasheets/1839836.pdf



Eine Gasableiter alleine wird Dich nicht retten. Du brauchst auch die
Elektronik dahinter, die das, was die Funkenstrecke übrig làsst,
überlebt. Außerdem haben die Gasableiter auch eine Ansprechzeit.

Die liefern àhnliches auch für die "Betreiberseite". Meine laienhafte
Folgerung: Vielleicht funktioniert das Zeug wirklich?



Das Zeug funktioniert, korrekt eingesetzt, prima.

So wie ich das sehe sitzt zum Anschluss hin erstmal eine SMD-Sicherung
mit 1,25A. Danach ein Gasableiter und danach irgendein komischer IC
dessen Funktion im verborgenen bleibt.

Könnte sowas wirklich helfen, dass bei Überspannung mal nicht das
DSL-Modem den Löffel abgibt?



Ja, es könnte. Ob es sich lohnt, ist eine andere Frage.

Zudem muss man bei privaten Installationen auch das Thema Schàden durch
Common-Mode Impulse berücksichtigen. Dagegen hilft das alles genau gar
nichts. Da hilft nur gute Isolation, wenig kapazitive Kopplung und vor
allem keine Masseschleifen. Letztere fangen die EM-Felder von Blitzen
wie riesige Antennen ein. Bei einer solchen Verkabelung kann so ein
Überspannungsableiter den Schaden sogar vergrößern. Natürlich nicht
ursàchlich, sondern durch unsachgemàße Verwendung. Allen
Überspannungsableitern ist gemein, dass sie eine solide Erdung brauchen,
um die abgeleiteten Ströme wieder los zu werden. Hat man die nicht,
macht das ganze Geràte einen Potential-Hüpfer und es fließen
Ausgleichsströme durch möglicherweise nicht dafür vorgesehene Leitungen.
Und damit entstehen neue/höhere Spannungsdifferenzen zu benachbarten,
angekabelten Geràten. Die sind natürlich noch schlechter dagegen
geschützt, weil keiner damit rechnet. Hàufigste Ursache solcher
Verschleppungen und Masseschleifen sind die üblichen STP-Netzwerkkabel.
Vom DSL zum Switch, vom Switch zum PC vom PC über Analog Audio oder HDMI
zum AV-Equipment und von dort zum TV-Kabel. Eigentlich sollte eine
STP-Verkabelung nur an genau einer Stelle einen Potentialausgleich
haben, üblicherweise in der Verteilung (Switch). Daran hàlt sich in
Privathaushalten nàherungsweise genau gar keiner. Jeder PC verbindet das
Netzwerkkabel mit PE.


Marcel

Ähnliche fragen