Brainstorming für virtuelle Arbeitsplätze unter Linux

15/10/2009 - 12:45 von Marcel Müller | Report spam
Hallo,

ich bin auf der Suche nach Lösungen für virtuelle Desktops, die physisch
auf einem zentralen Linux Server laufen. Im Moment bin ich erst mal am
Ideen sammeln.

Anforderungen:
- Ein zentraler Server soll in der Lage sein, mehrere (<5) virtuelle
Arbeitsplàtze mit eigenem OS in VMs auszuführen.
- Der User-Interface-Zugriff auf diese VMs erfolgt ausschließlich remote.
- Die VMs sollten von verschiedenen physischen Geràten aus kontrolliert
werden können. Also z.B. Notebook, PC oder auch Thin-Client.
- Vollbildunterstützung beim Remotezugriff ist Pflicht.
- Eine Übergabe einer laufenden VM-Session von einem Endgeràt zu einem
anderen (z.B. von Notebook auf Thin-Client) sollte problemlos möglich sein.
- Sound (48/16) ist ein Muss.
- Die Gast-Betriebssysteme können variieren, aber vorrangig Linux und
eComStation (eCS).
- x86-32 reicht für die nàchsten Jahre für die Gàste.
- Der Server wird allerdings schon wegen der RAM-Menge unter x64 laufen
müssen.
- Es wàre schön, wenn zumindest auf dafür geeigneten Clients auch mal
ein Filmchen (z.B. im Browser) akzeptabel funktionieren würde.
- Private Nutzung
- Die Software darf auch einmalig etwas kosten, falls Open-Source
alleine nicht reicht. 4-stellige Betràge sollten es allerdings nicht
gerade werden.
- Ich habe keine Eile. Ich bin noch sehr früh im Entscheidungsprozess
und versuche mich erstmal auf potentiell in Frage kommende Lösungen zu
fokussieren.
- Die Hardware wird passend beschafft, wenn der Rest halbwegs klar ist.

Nach meinem bisherigen Verstàndnis zerfàllt die Frage in zwei Teilfragen:
1. welche Virtualisierungslösung wird verwendet. Hier schrànkt vor allem
der Kernel von eCS schon mal ein.
2. wie erfolgt der Remote-Zugriff auf die VMs.
Natürlich wàre auch eine Remote-Kontrolle auf Ebene der
Virtualisierungslösung denkbar und sicherlich am flexibelsten, aber da
sehe ich, abgesehen vom Zugriff für Wartungsarbeiten kein Land für eine
vernünftige Integration. Oder gibt es da etwas brauchbares?

zu 1:
VirtualBox kommt mit eComStation wohl sehr gut klar (getestet). Aber ob
sich das auch für den Betrieb in dem Remote-Szenario eignet weiß ich nicht.
Alternativen:
Falls sich das Thema eCS zum Show-Stopper entwickelt, könnte man
selbiges auch innerhalb von VirtualBox in einer Linux-VM laufen lassen,
wenn so etwas grundsàtzlich möglich ist. Kann man VMs schachteln?

zu 2:
Unter Windows verwendet man üblicherweise RDP, um die Kisten
fernzusteuern, auch bei VMs. Damit geht erst mal alles bis auf die
Videos. Was würde man vergleichbar für Linux nutzen?
Gibt es Lösungen, die mit Standards soweit harmonieren, dass auch der
Einsatz fertiger Thin-Clients vernünftig erscheint?
Alternativen:
Falls Thin-Clients gar zu sehr bocken, wàren auch Lösungen mit Mini-PCs
denkbar. Das ist nur teurer und Aufwàndiger in der Wartung.
Für eCS gibt es keine vernünftige Remote-Lösung auf OS-Ebene. (Mit VNC
o.à. kann man nicht ernsthaft arbeiten.) Auch hier würde sich wieder die
Option der geschachtelten VM anbieten, falls so etwas geht.

Ich kenne ein vergleichbares Szenario bisher nur mit WinXP-Gàsten, die
über RDP kontrolliert werden und unter VMware ESX als Host laufen. Das
Konzept des virtuellen Desktops hat mich absolut überzeugt.
Allerdings ist diese Lösung für mich nicht passend, da ein ESX-Server
das private Budget natürlich sprengt und zudem kein eCS kann.
Darüberhinaus brauche ich einen vernünftigen Remotezugriff auf andere
Gàste als WinXP.

Irgendwelche Ideen und Anregungen?


Marcel
 

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#1 Stefan Sprungk
15/10/2009 - 16:37 | Warnen spam
Marcel Müller schrieb:



Hallo Marcel,

ich habe sowohl meinen Admin-Arbeitsplatz als auch meine private
Umgebung zu Hause mit virtuellen Desktops ausgestattet. Meine
Konfiguration derzeit besteht aus openSuSE11.1 als Tràgersystem und
VirtualBox in der etwas veralteten Version 2.0.1 für die
Virtualisierungsschicht. Folgende Systeme sind virtualisiert. Windows-XP
und openSuSE. OpenSolaris und verschiedene BSD Umgebungen habe ich
testweise untersucht und sie haben auch funktioniert. Als Hardware
verwende ich AMD 64Bit Quadcore Rechner mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher.

Im folgenden spiegel ich meine Erfahrungen mit Deiner Anforderungsliste,

Anforderungen:
- Ein zentraler Server soll in der Lage sein, mehrere (<5) virtuelle
Arbeitsplàtze mit eigenem OS in VMs auszuführen.



Bis drei virtuelle Maschinen parallel getestet. Ergebnis befriedigend.

- Die VMs sollten von verschiedenen physischen Geràten aus kontrolliert
werden können. Also z.B. Notebook, PC oder auch Thin-Client.
- Vollbildunterstützung beim Remotezugriff ist Pflicht.



Meine Clients verwenden ausschließlich Linux. Ich tunnel X11 über ssh in
einer xterm Konsole. In dieser Konsole wird VirtualBox gestartet. Von
hier kann ich mir die gestarteten virtuellen Maschinen remote auf den
Desktop holen. Für Windows kann man Putty verwenden und einen lokalen
X-Server starten. In àhnlichen Fàllen habe ich hierfür XMing verwendet.

- Eine Übergabe einer laufenden VM-Session von einem Endgeràt zu einem
anderen (z.B. von Notebook auf Thin-Client) sollte problemlos möglich
sein.



Das habe ich noch nicht probiert. Ich tippe darauf, das es klappt, da
jede gestartete VirtualBox Instanz mir alle, auch die schon gestarteten
Maschinen anbietet.

- Sound (48/16) ist ein Muss.


Funzt bei mir.

- Die Gast-Betriebssysteme können variieren, aber vorrangig Linux und
eComStation (eCS).



Linux geht, s.o. eComStation sagt mir nichts.

- x86-32 reicht für die nàchsten Jahre für die Gàste.
- Der Server wird allerdings schon wegen der RAM-Menge unter x64 >laufen
müssen.



Die Maschine sollte soviel Power bieten wie möglich. Möglichst viel
Arbeitsspeicher, für Deinen Fall mindestens 6 GigaByte. Vier
Prozessorkerne mit jeweils mindestens 2,6 Gigahertz oder mehr solltest
Du auch vorsehen.

- Es wàre schön, wenn zumindest auf dafür geeigneten Clients auch mal
ein Filmchen (z.B. im Browser) akzeptabel funktionieren würde.



Das habe ich nicht getestet. Videos lasse ich ohne
Virtualisierungsschicht laufen. Ich halte virtualisierte Instanzen für
keine guten Multimediaserver. Wenn Du so etwas planst würde ich mir noch
zusàtzlich einen Kopf über eine geschickte Platten und
Partitionsausfteilung machen. Außerdem würde ich dann überlagen das
Netzwerkinterface mit Gigabit-Ethernet zu realisieren.

zu 1:
VirtualBox kommt mit eComStation wohl sehr gut klar (getestet). Aber ob
sich das auch für den Betrieb in dem Remote-Szenario eignet weiß ich


nicht.
Alternativen:
Falls sich das Thema eCS zum Show-Stopper entwickelt, könnte man
selbiges auch innerhalb von VirtualBox in einer Linux-VM laufen lassen,
wenn so etwas grundsàtzlich möglich ist. Kann man VMs schachteln?



Ich weiß nicht, ob schachteln geht. Theoretisch müsste es gehen. Wenn es
geht, dann sind die Perfomanceverluste derart hoch, das dies keine
Freude mehr bereitet. Bei 30% Verlust, bei einer Virtualisierungsstufe,
müssten bei zwei Stufen schon mindestens ein Verlust von 51% auftreten.

(1-(1-0,3)*0,3)*100Q

Ich selber verwende meine virtualisierten Desktops für folgendes.

1. Verschiedene Test und Arbeitsumgebungen für Projekte die ich betreue
2. Verschiedene Adminclients zur Serveradministration
3. Zahlungsverkehr mit Banken in besonders abgesicherter Umgebung
4. Testen, spielen und Kennenlernen neuer Software

MFG Stefan

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