Forums Neueste Beiträge
 

Burgers-Vektor

13/02/2009 - 16:07 von beheiger | Report spam
Hallo Leute,

eine möglicherweise dumme Frage:
In der Festkörperphysik wird der Burgers-Vektor
einer Versetzung definiert als derjenige Gittervektor,
um den sozusagen eine im idealen Gitter geschlossene
Kurve, die die Versetzung umrundet, nicht mehr
schliesst.
Frage: Warum hàngt das nicht von den
Details der Gestalt der Kurve ab? Im Nahebereich
der Versetzung ist doch das Gitter elastisch verzerrt,
sodaß für eine Kurve, die die Versetzung "eng"
umrundet, dieser Vektor ja sozusagen ebenfalls "verzerrt" ist.
Ist der Burgers-Vektor nur in "genügend grosser Entfernung"
von der Versetzung definiert? Wenn ja, was ist "genügend
weit weg?"

Gruss,

Andi
 

Lesen sie die antworten

#1 Roland Damm
14/02/2009 - 00:55 | Warnen spam
Moin,

beheiger schrub:

In der Festkörperphysik wird der Burgers-Vektor
einer Versetzung definiert als derjenige Gittervektor,
um den sozusagen eine im idealen Gitter geschlossene
Kurve, die die Versetzung umrundet, nicht mehr
schliesst.
Frage: Warum hàngt das nicht von den
Details der Gestalt der Kurve ab? Im Nahebereich
der Versetzung ist doch das Gitter elastisch verzerrt,
sodaß für eine Kurve, die die Versetzung "eng"
umrundet, dieser Vektor ja sozusagen ebenfalls "verzerrt" ist.
Ist der Burgers-Vektor nur in "genügend grosser Entfernung"
von der Versetzung definiert? Wenn ja, was ist "genügend
weit weg?"



Genügend weit halt:-)

Angenommen ein einfachstes kubisches Gitter. Die Kurve ohne
Versetzung könnte lauten: Gehe 10 Atome nach vorne, dann 90°
Drehung nach links, dann wieder 10 Atome weit nach vorne, wieder
Drehung, und man kommt wieder an dem Atom an, an dem man
gestartet ist. Wenn diese Kurve eine Versetzung umschlingt,
kommt man nicht mehr am Ausgangspunkt an.
Was die Verzerrung angeht: Man làuft die Kurve natürlich in der
Art ab, als dass man nur immer von einem Atom zum nàchsten geht.
Und dort richtet man sein persönliches Koordinatensystem wieder
neu auf die umgebenden Atome aus. Und zwar so, wie es die
geringste Änderung der Ausrichtung erfordert.

Zum Vergleich: Wenn du auf der Erde erst 10 Breitengrade nach
Süden gehst, dann 10 Breitengrade nach Osten, dann 10 nach
Norden und wieder 10 nach Westen, bist du alles andere als ein
Quadrat abgelaufen. Aber du bist dennoch genau wieder beim
Ausgangspunkt angekommen (exotische Startpositionen mal außer
Acht gelassen). Dass das Gradnetzgitter der Erde verzerrt ist,
stört also garnicht. Du kommst nach dieser Vorschrift für deinen
Weg deswegen wieder bei Ausgangspunkt der Reise an, weil das
Gradnetz der Erde keine Versetzung hat. Hàtte es eine, könnte es
z.B. sein, dass du 10m über deinem Ausgangspunkt ankommst. Dann
hast du einen Differenzvektor. Und der ist unabhàngig vom Weg
den du gehst.

CU Rollo

Ähnliche fragen