C14-Entstehungsraten

03/04/2010 - 03:55 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
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Moin,

ich hàtte gerne für das letzte halbe Jahrtausend die jàhrlichen
C14-Entstehungsraten gewußt, um daraus die relative Änderung der
durchnittlichen jahresweisen Intensitàt der kosmischen Strahlung
approximativ ableiten zu können. Was man im Netz findet, ist die
INTCAL04-Tabelle (z. B. <http://c14.arch.ox.ac.uk/intcal04.14c>). Die
Frage wàre, was man damit anfangen kann...

Unschönerweise sind die Daten nur in 5-Jahres-Intervallen tabelliert
(kann ich die für die letzten 500 Jahre vielleicht auch irgendwo
jahresweise bekommen?). Aber die geben mir natürlich nicht die
Produktionsraten, sondern repràsentieren eigentlich nur den relativen
14C-Gehalt zu einem bestimmten Zeitpunkt. Und der hàngt ab von:

- der im fraglichen Zeitraum bereits vorhandenen atmosphàrischen
14C-Menge,
- der vorhandenen 12C-Menge sowie
- der Änderung beider, die durch Ein- und Austràge beider C-Isotope
zustandekommt (wobei zu den Eintràgen auch die mich eigentlich
interessierende Neubildung gehört)

Nun kann man den Austrag atmosphàrischen 14C's vielleicht abschàtzen:
An den Analysedaten vom Schauinsland
(<http://cdiac.esd.ornl.gov/ftp/trend...nd.c14>) sieht
man den Kernwaffeneffekt - nach dem Ende der atmosphàrischen
Kernwaffentests fàllt der zehnfach überhöhte 14C-Gehalt exponentiell
langsam mit einer Zeitkonstante von ca. 17 Jahren auf seinen
Normalwert ab. (Anmerkung: Das ist ein "Mischwert", der sich sowohl
aus dem Eintrag des Radiocarbons ins Meerwasser, das es zunàchst
einmal relativ langfristig den atmosphàrischen Vorgangen entzieht, wie
auch der Rückführung aus saisonal verrottender Biomasse (Laubfall
usw.) in die Atmosphàre ergibt. Man müßte daraus also eigentlich
schlußfolgern können, daß CO2 mit einer àhnlichen Zeitkonstante auf
einen natürlichen Gleichgewichtswert zurückgeht, wenn man den Eintrag
aus fossilen Brennstoffen beendet. Andersherum müßte sich darau bei
konstantem zusàtzlichen CO2-Eintrag auch die erhöhte
Gleichgewichtskonzentration und damit im Prinzip auch der Endwert der
Kliamerwàrmung berechnen lassen.)

Man kann also annehmen, daß sich innerhalb von 5 Jahren eine
vorhandene 14C-Menge auf ca. 3/4 reduziert. Die Produktionsmenge eines
5-Jahres-Intervalls sollte also in etwa proportional zu

k_n+1 - 3/4 * k_n

sein.

Hm, ich sehe gerade, daß das nicht funktioniert: Die
Schauinsland-Zeitkonstante gilt wohl nur für ein ungesàttigtes Meer -
sobald die relative 14C-Konzentration im Ozean genauso hoch wie in der
Atmosphàre ist, dürften die Abklingzeitkonstanten ziemlich lang
werden. Entsprechend wird das Meer auch wohl kaum CO2 so schnell
absorbieren - andererseits: da passen bis zu einem Gleichgewicht auch
sehr große Mengen CO2 rein. Lt. Wikipedia enthàlt das Wasser 38 Eg C
und die Atmosphàre 0,8 Eg. Ein Rückgang von 385 auf 280 ppm CO2 in der
Atmosphàre würde also die C-Menge im Ozean um 0,57 % erhöhen - fàllt
mir schwer zu glauben, daß das außerhalb des Möglichen liegen sollte.
(Sinkende Temperaturen erhöhen das Lösungsvermögen des Wassers.)

Zurück zur kosmischen Strahlung: Woher bekomme ich dafür Proxys, die
aus palàontologischen Daten und nicht auf Sonnenfleckenzahlen beruhen?


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Vogel
03/04/2010 - 09:04 | Warnen spam
"Ralf . K u s m i e r z" wrote in news:81nlgrFgtdU1
@mid.uni-berlin.de:


Unschönerweise sind die Daten nur in 5-Jahres-Intervallen tabelliert



Warum wohl?




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