Chrome und die Zukunft von FF

03/09/2008 - 14:20 von Oliver Naumann | Report spam
Hallo Welt,

es gibt einen neuen Browser. Er ist schneller als alles bisher
Dagewesene; glànzt mit Standardkomformitàt; bietet ein vertrau-
enerweckendes, auf das Nötigste reduziertes Benutzerinterface
mit einer Adreßleiste, die man eigentlich nur als awesome be-
zeichnen kann, und State-of-the-art Phishing-Schutz - habt Ihr
in diesen Tagen auch ein Déjà-vu?

Immer dachte ich, Firefox sei der Google-Browser schlechthin,
aber nun wirft die böse Firma ihren eigenen Lowest-Common-
Denominator-WWW-Betrachter auf den Markt, und der muß natür-
lich nicht erst ein paar Millionen mal heruntergeladen werden,
bevor er es in die "Tagesthemen" schafft.

Bin ich der Einzige, dem das ein wenig Sorge macht? Berufene
Leute[1] packen den Evangelisten aus und meinen, Konkurrenz
sei gut für's Geschàft, aber im Zweifelsfall sei Firefox ja
nur ein erster Schritt gewesen auf dem Weg zum offenen Web.
Unklar bleibt mir, warum Chrome zuvorderst als Angriff auf
Microsoft verstanden wird[2]: Google wird doch sicherlich
nicht zuerst die Leute erreichen, die ihren Browser als
verlàngerten Arm ihres Betriebssystems ansehen und sich nur
dunkel bewußt sind, daß sie ihrem PC Alternativgliedmaßen
aufsetzen können und dann haben sie das WWW besser im Griff.

Die ersten, die auf Chrome einen Blick werfen, sind doch
sicherlich diejenigen, die heute schon innovative Webappli-
kationen (etwa die von Google) einsetzen - wie groß ist denn
da die Schnittmenge mit der IE-Stammkundschaft? Wer in den
letzten Jahren den großen Schritt gewagt hat, vom IE weg
auf einen alternativen Browser zu wechseln, der wird sicher
eine geringe Hemmschwelle haben, wenn nun ein Client daher-
kommt, der alle die Vorzüge, mit denen damals für den Wechsel
geworben wurde, noch zielstrebiger verfolgt. Mit WebKit hat
Chrome ja sicherlich die attraktiven (gleich wie belanglosen)
100% bei Acid 3, man hat die schnelle JS-Engine, eine Ober-
flàche, die so reduziert ist, daß Webapplikationen bald
wirklich wie Desktopanwendungen aussehen, ein separater
Prozeß für jeden Tab ist sicher die Endstufe, was Stabilitàt
betrifft...

Klar, langfristig bastelt Google hier nicht an einem WWW-
Browser, sondern an der perfekten Plattform für Webanwendungen
- das wird Microsoft sicher zu schaffen machen. Aber wird das
neue Programm nicht kurzfristig FF viel hàrter treffen?
Ganz unabhàngig auch davon, was nach 2011 mit Googles Finanz-
spritzen für Mozilla geschieht - ist das nicht doch kurios,
daß man diese lange Kooperation hat, und dann entscheidet man
sich im eigenen Produkt nicht einmal für Gecko?

Ach ja, und spricht eigentlich für den Normalverbraucher
irgendwas gegen den Wechsel von FF zu Chrome? Eigentlich
nur die Extensions, oder?

Grüße!
Oliver
(ursprünglich für dcs.mozilla.browser gedacht, aber hier wohl
besser aufgehoben)

[1]
<http://john.jubjubs.net/2008/09/01/...-more/>
<http://blog.lizardwrangler.com/2008...hrome/>

[2]
<http://www.pcpro.co.uk/news/222147/...s.html>
<http://www.techcrunch.com/2008/09/0...iller/>
 

Lesen sie die antworten

#1 Michael Mueller
03/09/2008 - 14:30 | Warnen spam
Ich schicke das ganze dennoch mal Richtung dcs.mozilla.browser mit FUP
hierher zurück um die Diskussion anzuregen. Was haltet Ihr von Googles
Chrome ...

es gibt einen neuen Browser. Er ist schneller als alles bisher
Dagewesene; glànzt mit Standardkomformitàt; bietet ein vertrau-
enerweckendes, auf das Nötigste reduziertes Benutzerinterface
mit einer Adreßleiste, die man eigentlich nur als awesome be-
zeichnen kann, und State-of-the-art Phishing-Schutz - habt Ihr
in diesen Tagen auch ein Déjà-vu?

Immer dachte ich, Firefox sei der Google-Browser schlechthin,
aber nun wirft die böse Firma ihren eigenen Lowest-Common-
Denominator-WWW-Betrachter auf den Markt, und der muß natür-
lich nicht erst ein paar Millionen mal heruntergeladen werden,
bevor er es in die "Tagesthemen" schafft.

Bin ich der Einzige, dem das ein wenig Sorge macht? Berufene
Leute[1] packen den Evangelisten aus und meinen, Konkurrenz
sei gut für's Geschàft, aber im Zweifelsfall sei Firefox ja
nur ein erster Schritt gewesen auf dem Weg zum offenen Web.
Unklar bleibt mir, warum Chrome zuvorderst als Angriff auf
Microsoft verstanden wird[2]: Google wird doch sicherlich
nicht zuerst die Leute erreichen, die ihren Browser als
verlàngerten Arm ihres Betriebssystems ansehen und sich nur
dunkel bewußt sind, daß sie ihrem PC Alternativgliedmaßen
aufsetzen können und dann haben sie das WWW besser im Griff.

Die ersten, die auf Chrome einen Blick werfen, sind doch
sicherlich diejenigen, die heute schon innovative Webappli-
kationen (etwa die von Google) einsetzen - wie groß ist denn
da die Schnittmenge mit der IE-Stammkundschaft? Wer in den
letzten Jahren den großen Schritt gewagt hat, vom IE weg
auf einen alternativen Browser zu wechseln, der wird sicher
eine geringe Hemmschwelle haben, wenn nun ein Client daher-
kommt, der alle die Vorzüge, mit denen damals für den Wechsel
geworben wurde, noch zielstrebiger verfolgt. Mit WebKit hat
Chrome ja sicherlich die attraktiven (gleich wie belanglosen)
100% bei Acid 3, man hat die schnelle JS-Engine, eine Ober-
flàche, die so reduziert ist, daß Webapplikationen bald
wirklich wie Desktopanwendungen aussehen, ein separater
Prozeß für jeden Tab ist sicher die Endstufe, was Stabilitàt
betrifft...

Klar, langfristig bastelt Google hier nicht an einem WWW-
Browser, sondern an der perfekten Plattform für Webanwendungen
- das wird Microsoft sicher zu schaffen machen. Aber wird das
neue Programm nicht kurzfristig FF viel hàrter treffen?
Ganz unabhàngig auch davon, was nach 2011 mit Googles Finanz-
spritzen für Mozilla geschieht - ist das nicht doch kurios,
daß man diese lange Kooperation hat, und dann entscheidet man
sich im eigenen Produkt nicht einmal für Gecko?

Ach ja, und spricht eigentlich für den Normalverbraucher
irgendwas gegen den Wechsel von FF zu Chrome? Eigentlich
nur die Extensions, oder?

Grüße!
Oliver
(ursprünglich für dcs.mozilla.browser gedacht, aber hier wohl
besser aufgehoben)

[1]
<http://john.jubjubs.net/2008/09/01/...-more/>
<http://blog.lizardwrangler.com/2008...hrome/>

[2]
<http://www.pcpro.co.uk/news/222147/...s.html>
<http://www.techcrunch.com/2008/09/0...iller/>



Heute getestet und ich muß sagen das ich von Chrome angenehm überascht bin.
Einfach, schnell und unkompliziert. Das einzige was meiner nach noch für FF
spricht sind die unzàhligen Addons, welche das Leben erleichtern. Aber an
sonsten ...

Michi

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