CO2-Bilanz

17/11/2011 - 04:29 von ram | Report spam
Ich hörte wie eine Person sagte »Unsere Pellets sind
CO2-neutral, weil bei der Verbrennung nur das CO2 frei wird,
das die Pflanzen vorher aus der Luft geholt haben.«

Aber stimmt das wirklich?

Einmal muß man sich fragen, was mit dem C und O aus Pflanzen
geschieht, die nicht verbrannt werden. Wird das dann auch
irgendwann als CO2 freigesetzt? Wenn nicht, dann wàre ja
doch nach der Verbrennung mehr CO2 in der Luft als ohne sie.
(Man würden den sonst gegebenen Effekt der CO2-Bindung mindern.)

Wenn extra Pflanzen für die Pellets angebaut werden, müßte
man vielleicht sehen, ob dabei andere Arten des Pflanzenbaus
verdràngt werden und welche CO2-Bilanz diese sonst hàtten.
Und holen Pflanzen C und O nur aus der Luft oder nicht auch
aus dem Boden?

Natürlich könnte es auch sein, daß man für die Pellets nur
Reste von Nutzpflanzen verwendet, die man sonst entsorgen
würde oder verrotten lassen würde. Dann müßte man sich
fragen, ob verrottende Pflanzen das CO2 auch an die Luft
abgeben.

Wenn Erdöl aus Pflanzen entstanden sein sollte, dann wàre
darin Luft-CO2 sehr langfristig gebunden. Das wàre ein Indiz
dafür, daß nichtverbrannte Pflanzen das C und O auch sehr
lange binden können. Dann kann man doch nicht sagen, daß es
neutral sei, wenn man dafür sorgt, daß dies dann gleich
wieder in die Luft kommt, weil man damit einen Luft-CO2-
mindernden Prozeß unterbinden würde und in Vergleich zu
diesem zusàtzliches CO2 in die Luft bringt.
 

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#1 Armin Wolf
17/11/2011 - 09:17 | Warnen spam
"Stefan Ram" schrieb

Ich hörte wie eine Person sagte »Unsere Pellets sind
CO2-neutral, weil bei der Verbrennung nur das CO2 frei wird,
das die Pflanzen vorher aus der Luft geholt haben.«

Aber stimmt das wirklich?



Nein, denn bei der Holzernte und Produktion der Pellets wurden
nicht unerhebliche Mengen an Strom und normalen Treibstoffen
verwendet.

Einmal muß man sich fragen, was mit dem C und O aus Pflanzen
geschieht, die nicht verbrannt werden.



- vermodern -> letztlich wird alles wieder frei oder von anderen
Pflanzen aufgenommen. (Kreislauf)

- Verwandeln sich in Kohle oder Erdöl zur Endlagerung des CO2

Wird das dann auch
irgendwann als CO2 freigesetzt? Wenn nicht, dann wàre ja
doch nach der Verbrennung mehr CO2 in der Luft als ohne sie.



Theoretisch ja, aber da gleichzeitig genauso viel Holz nachwàchst,
wie verbrannt wird, bleibt die Bilanz neutral.

Ginge bei Erdöl genauso, aber da dauert das "Nachwachsen"
viel zu lange.

(Man würden den sonst gegebenen Effekt der CO2-Bindung mindern.)



Es ist verfluchte Scheisse, wenn zu viel Holz verbrannt wird.

1. CO2 in der Luft
2. CO2- Bindung ist durch den Kahlschlag vermindert

-> Vorschlag: Doppelte Energiesteuer auf Holzverbrennung!!!

Natürlich könnte es auch sein, daß man für die Pellets nur
Reste von Nutzpflanzen verwendet, die man sonst entsorgen
würde oder verrotten lassen würde. Dann müßte man sich
fragen, ob verrottende Pflanzen das CO2 auch an die Luft
abgeben.



Ein Entsorgen (Verbuddeln) ist der erste Schritt zur Kohlege-
winnung, also CO2- Einlagerung.

Unter diesen Voraussetzungen ist Holz als steuerbefreiter Ener-
gietràger in Ordnung:

- Es werden zusàtzliche Holzfarmen gepflanzt, um die Sonnen-
energie (= Holzwachstum) zu speichern, und im Winter wieder
als Wàrme freizugeben.

- Lokale Forstbetriebe nutzen ihre Ernte (und forsten wieder auf)

- Es wird berücksichtigt, wie viel konventionelle Energie bei der
Produktion der Pellets verwendet wird, und die CO2 - BIlanz
wird entsprechend korrigiert.

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