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Das Kalenderblatt 090727

26/07/2009 - 18:28 von WM | Report spam
Gleichzeitig unter Kreuzband ein merkwürdiges Werkchen von Bolzano,
welches ich Ihnen verehre, da ich zufàllig noch ein Exemplar davon
besitze.
Trotzdem darin Vieles, vielleicht das meiste verfehlt ist, war es für
mich doch àußerst anregend, namentlich durch die Widersprüche, welche
er in mir erregt hat.
[Cantor an Dedekind, 7. 10. 1882]

Mit Dedekind's Schrift bin ich nie recht einverstanden gewesen.
[Cantor an Jourdain, 18. 7. 1901]

In Heft II vom XXII Bd der Annalen pag 249 làsst Klein wieder seinen
Aufsatz über Functionsstreifen abdrucken, den ich von jeher für das
non plus ultra höheren Unsinns gehalten habe, trotzdem sich darin Herr
Klein auf die Weisheit des Herrn Kronecker beruft. Wenn Sie meine
Abhandl. „Grundlagen" aufmerksam gelesen haben, so werden Sie finden,
daß ich auf pag. 9, 10, 11 und auf pag. 19 und 20 gerade diese
Ansichten Kroneckers auf schàrfste angreife und verurtheile; auf pag.
20 mache ich ihm in anderer Beziehung; jedoch zusammen mit Dedekind
(worüber er sich sehr aergert) ein Compliment [...]
[Cantor an Mittag-Leffler, 9. 9. 1883]

Die erste alte Tante sprach:
Wir müssen nun auch dran denken,
Was wir zu ihrem Namenstag
Dem guten Sophiechen schenken.

Drauf sprach die zweite Tante kühn:
Ich schlage vor, wir entscheiden
Uns für ein Kleid in Erbsengrün,
Das mag Sophiechen nicht leiden.

Der dritten Tante war das recht:
Ja, sprach sie, mit gelben Ranken!
Ich weiß, sie àrgert sich nicht schlecht
Und muß sich auch noch bedanken.

[W. Busch: Kritik des Herzens. (1874)]
http://de.wikisource.org/wiki/Die_e...nte_sprach

Für Ihre Auskunft in Bezug auf die französische Übersetzung von Paul
du Bois Reymond's jàmmerlichem Werke über Funktionentheorie sage ich
Ihnen vielen Dank [...]
[Cantor an Mittag-Leffler, 4. 8. 1888]

Und die „Acta" sollen gut genug dazu sein, dieses schmutzige Zeug zu
verbreiten, sein eigenes Journal will er dazu nicht nehmen. [...] für
meine Arbeiten beanspruche ich Parteilichkeit, aber nicht für meine
vergàngliche Person, sondern Parteilichkeit für die Wahrheit, welche
ewig ist und mit der souverànsten Verachtung auf die Wühler (u.a.
Kronecker) herabsieht, die sich einzubilden wagen, mit ihrem elenden
Geschreibsel gegen sie auf die Dauer etwas ausrichten zu können.
[Cantor an Mittag-Leffler, 26. 1. 1884]

I am quite an adversary of Old Kant, who, in my eyes has done much
harm and mischief to philosophy, even to mankind; as you easily see by
the most perverted development of metaphysics in Germany in all that
followed him, as in Fichte, Schelling, Hegel, Herbart, Schopenhauer,
Hartmann, Nietzsche, etc. etc. on to this very day. I never could
understand that and why such reasonable and enabled peoples as the
Italiens, the English and the French are, could follow yonder
sophistical philistine, who was so bad a mathematician.
And now it is that in just this abominable mummy, as Kant is, Monsieur
Poincare felt quite enamoured, if he is not bewitched by him. [Cantor
an Russell, 19. 9. 1911]

Mit Mathematikern ist kein heiteres Verhàltnis zu gewinnen.*)
[Goethe an Zelter, 18. 1. 1823.]

Gruß, WM

*) Goethe schrieb eigentlich, was aber hier nicht so passend wirkt und
etwas stört, "Mit Philologen und Mathematikern ist kein heiteres
Verhàltnis zu gewinnen [...]".
 

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#1 Happi Dada
26/07/2009 - 19:48 | Warnen spam
On 26 Jul., 18:28, WM wrote:
Gleichzeitig unter Kreuzband ein merkwürdiges Werkchen von Bolzano,
welches ich Ihnen verehre, da ich zufàllig noch ein Exemplar davon
besitze.
Trotzdem darin Vieles, vielleicht das meiste verfehlt ist, war es für
mich doch àußerst anregend, namentlich durch die Widersprüche, welche
er in mir erregt hat.
[Cantor an Dedekind, 7. 10. 1882]

Mit Dedekind's Schrift bin ich nie recht einverstanden gewesen.
[Cantor an Jourdain, 18. 7. 1901]

In Heft II vom XXII Bd der Annalen pag 249 làsst Klein wieder seinen
Aufsatz über Functionsstreifen abdrucken, den ich von jeher für das
non plus ultra höheren Unsinns gehalten habe, trotzdem sich darin Herr
Klein auf die Weisheit des Herrn Kronecker beruft. Wenn Sie meine
Abhandl. „Grundlagen" aufmerksam gelesen haben, so werden Sie finden,
daß ich auf pag. 9, 10, 11 und auf pag. 19 und 20 gerade diese
Ansichten Kroneckers auf schàrfste angreife und verurtheile; auf pag.
20 mache ich ihm in anderer Beziehung; jedoch zusammen mit Dedekind
(worüber er sich sehr aergert) ein Compliment [...]
[Cantor an Mittag-Leffler, 9. 9. 1883]

Die erste alte Tante sprach:
Wir müssen nun auch dran denken,
Was wir zu ihrem Namenstag
Dem guten Sophiechen schenken.

Drauf sprach die zweite Tante kühn:
Ich schlage vor, wir entscheiden
Uns für ein Kleid in Erbsengrün,
Das mag Sophiechen nicht leiden.

Der dritten Tante war das recht:
Ja, sprach sie, mit gelben Ranken!
Ich weiß, sie àrgert sich nicht schlecht
Und muß sich auch noch bedanken.

[W. Busch: Kritik des Herzens.  (1874)]http://de.wikisource.org/wiki/Die_e...nte_sprach

Für Ihre Auskunft in Bezug auf die französische Übersetzung von Paul
du Bois Reymond's jàmmerlichem Werke über Funktionentheorie sage ich
Ihnen vielen Dank [...]
[Cantor an Mittag-Leffler, 4. 8. 1888]

Und die „Acta" sollen gut genug dazu sein, dieses schmutzige Zeug zu
verbreiten, sein eigenes Journal will er dazu nicht nehmen. [...] für
meine Arbeiten beanspruche ich Parteilichkeit, aber nicht für meine
vergàngliche Person, sondern Parteilichkeit für die Wahrheit, welche
ewig ist und mit der souverànsten Verachtung auf die Wühler (u.a.
Kronecker) herabsieht, die sich einzubilden wagen, mit ihrem elenden
Geschreibsel gegen sie auf die Dauer etwas ausrichten zu können.
[Cantor an Mittag-Leffler, 26. 1. 1884]

I am quite an adversary of Old Kant, who, in my eyes has done much
harm and mischief to philosophy, even to mankind; as you easily see by
the most perverted development of metaphysics in Germany in all that
followed him, as in Fichte, Schelling, Hegel, Herbart, Schopenhauer,
Hartmann, Nietzsche, etc. etc. on to this very day. I never could
understand that and why such reasonable and enabled peoples as the
Italiens, the English and the French are, could follow yonder
sophistical philistine, who was so bad a mathematician.
And now it is that in just this abominable mummy, as Kant is, Monsieur
Poincare felt quite enamoured, if he is not bewitched by him. [Cantor
an Russell, 19. 9. 1911]

Mit Mathematikern ist kein heiteres Verhàltnis zu gewinnen.*)
[Goethe an Zelter, 18. 1. 1823.]

Gruß, WM

*) Goethe schrieb eigentlich, was aber hier nicht so passend wirkt und
etwas stört, "Mit Philologen und Mathematikern ist kein heiteres
Verhàltnis zu gewinnen [...]".




Schöne Marginalien - das verführt mich dazu gleich einen neuen Satz
zum Besten zu geben :


Satz von Dauer über " Punktfüllungen "
*********************************************

Sei die Màchtigkeiten M1 und M2 der Punktmengen P1 und P2 gleich deren
Flàche ( d.h. übliche Metrik ),
dann gilt :

Wenn p aus P1 und wenn M2 < M1 dann ist p geschnitten mit P1 nicht die
Leere Menge.

*********************************************

Das ist genau das Denken über Stetigkeit von Bolzano, ABER CANTOR SAGT
WAS GANZ ANDERES !

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