Das Kalenderblatt 100407

07/04/2010 - 15:07 von WM | Report spam
Mathematics can also serve as an inspiration in the proof of the
existence of God, or as a "Staircase leading to God." Descartes for
example proves the existence of God through its essence, and this
relies on the "essence" of infinity. The Cartesian
"essences" will play a role in modern philosophy of mathematics (see
for example Gödel's mathematical ontological proof of the existence of
God, "IF it is possible for a rational omniscient being to exist THEN
necessarily a rational omniscient being exists." (see [5], and also
Gödel's unpublished manuscripts).

[5] Kurt Gödel, Collected works Volume III, The Clarendon Press,
Oxford University Press, Oxford, p. 403, zitiert in Mathematics and
the Divine. Quelle s. KB. 100406

Messerscharfe, tief einschneidende Logik: Wenn Zahlen sogar
existieren, obwohl sie es gar nicht können, dann muss Gott jedenfalls
existieren wenn er kann. Was wàre das denn sonst für ein Gott? Und was
taugte denn sonst die Logik? Ein verwandter Beweis geht auf Kant
(1763) zurück: Gott muss schon deswegen existieren, weil er ohne seine
eigene Existenz nicht in jeder Hinsicht vollkommen wàre. Noch 18 Jahre
sollte es dauern, bis Kant erkannte: Ebensogut könnte ein Kaufmann
seinen Kassenbestànden einige Nullen anhàngen, um seine ökonomische
Lage zu verbessern. Er orientierte allerdings diese Kritik 1781
explizit an der reinen Vernunft, die immer in einer gewissen
Opposition zum Glauben steht. Wàre es Gödel beschieden gewesen, Kants
Alter zu erreichen, so hàtte er vielleicht auch dessen Einsicht
erworben und dessen Ansicht geteilt. Ein Einfluss seines Mitexilanten
in Princeton, eines auch außerhalb von Fachkreisen bekannt gewordenen
Physikers, hat sich leider nicht bemerkbar gemacht. Ihm, den jeder
kennte - jedenfalls dem Namen nach - , wenn nur seine Name fiele
(viele werden ihn schon erraten haben - für den etwas schwerfàlligeren
Tail sei hier noch ein Hinweis gegeben: Seine Initialen sind in einer
der Permutationen der Abkürzung für Endliche Anfangsabschnitte
enthalten), einem so berühmten Denker also werden natürlich viele
Worte zugeschrieben, die er gar nicht geschrieben hat, doch hat er
geschrieben "Keine noch so feinsinnige Auslegung kann etwas daran
àndern, dass der Glaube an einen persönlichen Gott nur kindlicher
Aberglaube ist." Auch in das Reich seiner Anekdoten sind viele
Begebenheiten nachtràglich eingereicht worden, nachgereicht sozusagen:
Kürzlich berichtete mir ein Student sogar, dieser Mann habe als
Kleinkind die Hauptrolle in der Summation einer endlichen
arithmetischen Reihe bis 100 gespielt, obwohl die Begebenheit doch
authentisch vom kleinen Gauß verbürgt ist! Um es zu wiederholen: So
ein Mann soll vieles gesagt haben, was er gar nicht gesagt hat. Doch
soll er auch manches gesagt haben, was er nicht gesagt haben sollte:
"Für mich ist die unverfàlschte jüdische Religion wie alle anderen
Religionen eine Inkarnation des primitiven Aberglaubens." Um alle
Skandalisierungsbemühungen der dafür zustàndigen Medien im Keime zu
ersticken, weise ich zum dritten und letzten Mal darauf hin, dass
diese Sàtze nicht von mir stammen, sondern von jenem, der leider Gödel
nicht überzeugte. Sonst wàren Platonismus und vollendete Unendlichkeit
entsagungsvoll zu den Akten gelegt worden - und damit auch "der wahre
Grund für die Unvollstàndigkeit, welche allen formalen Systemen der
Mathematik anhaftet, [...] denn dieser liegt darin, daß die Bildung
immer höherer Typen sich ins Transfinite fortsetzen làßt [...] wàhrend
in jedem formalen System höchstens abzàhlbar viele vorhanden
sind." [Kurt Gödel: "Über formal unentscheidbare Sàtze der Principia
Mathematica und verwandter Systeme I", Monatshefte für Mathematik und
Physik 38 (1931) S.191]

Gruß, WM
 

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#1 THE MAN
07/04/2010 - 17:52 | Warnen spam
On 7 Apr., 15:07, WM wrote:
Mathematics can also serve as an inspiration in the proof of the
existence of God, or as a "Staircase leading to God." Descartes for
example proves the existence of God through its essence, and this
relies on the "essence" of infinity. The Cartesian
"essences" will play a role in modern philosophy of mathematics (see
for example Gödel's mathematical ontological proof of the existence of
God, "IF it is possible for a rational omniscient being to exist THEN
necessarily a rational omniscient being exists." (see [5], and also
Gödel's unpublished manuscripts).

[5] Kurt Gödel, Collected works Volume III, The Clarendon Press,
Oxford University Press, Oxford, p. 403, zitiert in Mathematics and
the Divine. Quelle s. KB. 100406

Messerscharfe, tief einschneidende Logik: Wenn Zahlen sogar
existieren, obwohl sie es gar nicht können, dann muss Gott jedenfalls
existieren wenn er kann. Was wàre das denn sonst für ein Gott? Und was
taugte denn sonst die Logik? Ein verwandter Beweis geht auf Kant
(1763) zurück: Gott muss schon deswegen existieren, weil er ohne seine
eigene Existenz nicht in jeder Hinsicht vollkommen wàre. Noch 18 Jahre
sollte es dauern, bis Kant erkannte: Ebensogut könnte ein Kaufmann
seinen Kassenbestànden einige Nullen anhàngen, um seine ökonomische
Lage zu verbessern. Er orientierte allerdings diese Kritik 1781
explizit an der reinen Vernunft, die immer in einer gewissen
Opposition zum Glauben steht. Wàre es Gödel beschieden gewesen, Kants
Alter zu erreichen, so hàtte er vielleicht auch dessen Einsicht
erworben und dessen Ansicht geteilt. Ein Einfluss seines Mitexilanten
in Princeton, eines auch außerhalb von Fachkreisen bekannt gewordenen
Physikers, hat sich leider nicht bemerkbar gemacht. Ihm, den jeder
kennte - jedenfalls dem Namen nach - , wenn nur seine Name fiele
(viele werden ihn schon erraten haben - für den etwas schwerfàlligeren
Tail sei hier noch ein Hinweis gegeben: Seine Initialen sind in einer
der Permutationen der Abkürzung für Endliche Anfangsabschnitte
enthalten), einem so berühmten Denker also werden natürlich viele
Worte zugeschrieben, die er gar nicht geschrieben hat, doch hat er
geschrieben  "Keine noch so feinsinnige Auslegung kann etwas daran
àndern, dass der Glaube an einen persönlichen Gott nur kindlicher
Aberglaube ist." Auch in das Reich seiner Anekdoten sind viele
Begebenheiten nachtràglich eingereicht worden, nachgereicht sozusagen:
Kürzlich berichtete mir ein Student sogar, dieser Mann habe als
Kleinkind die Hauptrolle in der Summation einer endlichen
arithmetischen Reihe bis 100 gespielt, obwohl die Begebenheit doch
authentisch vom kleinen Gauß verbürgt ist! Um es zu wiederholen: So
ein Mann soll vieles gesagt haben, was er gar nicht gesagt hat. Doch
soll er auch manches gesagt haben, was er nicht gesagt haben sollte:
"Für mich ist die unverfàlschte jüdische Religion wie alle anderen
Religionen eine Inkarnation des primitiven Aberglaubens." Um alle
Skandalisierungsbemühungen der dafür zustàndigen Medien im Keime zu
ersticken, weise ich zum dritten und letzten Mal darauf hin, dass
diese Sàtze nicht von mir stammen, sondern von jenem, der leider Gödel
nicht überzeugte. Sonst wàren Platonismus und vollendete Unendlichkeit
entsagungsvoll zu den Akten gelegt worden - und damit auch "der wahre
Grund für die Unvollstàndigkeit, welche allen formalen Systemen der
Mathematik anhaftet, [...] denn dieser liegt darin, daß die Bildung
immer höherer Typen sich ins Transfinite fortsetzen làßt [...] wàhrend
in jedem formalen System höchstens abzàhlbar viele vorhanden
sind." [Kurt Gödel: "Über formal unentscheidbare Sàtze der Principia
Mathematica und verwandter Systeme I", Monatshefte für Mathematik und
Physik 38 (1931) S.191]

Gruß, WM



Gott hat die natürlichen Zahlen geschaffen - alles andere ist
Menschenwerk !
( Kronecker )

Gruß,

THE MAN

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