Das Kalenderblatt 100418

17/04/2010 - 09:21 von WM | Report spam
Und blicket sie lange verwundert an.
Drauf spricht er: "Es ist euch gelungen,
Ihr habt das Herz mir bezwungen;
Und die Treue, sie ist doch kein leeres Wort -
So traget auch mich als Genossen fort:
Ich sei, gewàhrt mir die Bitte,
In eurem Bunde der dritte!"

Eindrucksvolle Zeilen aus Schillers Skizzenbüchlein, erst kürzlich vom
KB-Team zutage gefördert, die den Ursprung des leeren Wortes belegen
und auf einen viel früheren Ursprung datieren lassen, als bisher von
Experten angenommen wurde.

Zwar hat Schiller an dieser Stelle bekanntlich das leere Wort wieder
verworfen und sich für den leeren Wahn (auch eine eindrucksvolle
Pràgung, die dem leeren Wort nicht nachsteht, sondern gewissermaßen
eine Voraussetzung dafür bildet) entschieden, doch die Authentizitàt
der literaturhistorischen Forschungen des KB-Teams werden auf
eindrucksvolle Weise durch das letzte, leider Fragment gebliebene
Drama dieses großen deutschen Dramatikers belegt:

Demetrius, Zweiter Aufzug, Erste Szene
Ansicht eines griechischen Klosters in einer öden Wintergegend am See
Belosero. Ein Zug von Nonnen in schwarzen Kleidern und Schleiern geht
hinten über die Bühne; Marfa in einem weißen Schleier steht von den
übrigen abgesondert an einen Grabstein gelehnt. Olga tritt aus dem
Zuge heraus, bleibt einen Augenblick stehen, sie zu betrachten, und
tritt alsdann nàher
[...]
MARFA. Ist dies die Fassung, die ich mir errang?
Gehört mein Herz so sehr der Zeit noch an,
Daß mich ein leeres Wort im Innersten erschüttert!
Schon sechzehn Jahr bewein ich meinen Sohn
Und glaubte nun auf einmal, daß er lebe!
Nichts weiter dazu!

Diese Schillersche Pràgung wird auch von modernen Dichtern immer
wieder gern aufgegriffen. Hier zwei ganz willkürlich aus dem Netz
gefischte Auspràgungen:

Leere Worte

Ein Gedicht der "PowerPrinzessin"; es endet mit den gefüllten und
gefühlten Worten:
Deine Gefühle sind nicht mehr,
der Abschied fàllt mir schwer.
http://www.herzklopfen-online.com/hged145.htm

Und die Böhsen Onkelz setzen ihre Leeren Worte sogar in Töne.
http://www.youtube.com/watch?v=Wui9qwwcqfg

Um eine verwandte Auspràgungen handelt es sich bei dem Roman von
Heinrich Böll: "Und sagte kein einziges Wort", der in der Urform "Und
sagte nur leere Wörter" betitelt gewesen sein soll, sich aber zu
wenig von "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen" (vom selben Autor)
unterschieden hàtte.
Auch der einstige Skandalfilm "Das Schweigen" von Ingmar Bergmann,
und der mehrfach ohne Skandal verfilmte Roman "Das Schweigen im Walde"
von Ludwig Ganghofer, sowie das im modernen Umfeld zum Bedauern seiner
Macher leider nicht mehr skandaltràchtige Opus von Thomas-Harris "Das
Schweigen den Làmmer" Teil 1 und Teil 2 gehören in dieses Genre.

Doch damit nicht genug. Das leere Wort tritt schon auf bei Georg
Wilhelm Friedrich Hegel, Gustaf af Geijerstam, Honoré de Balzac,
Aurelius Augustinus, Honoré de Balzac, Lena Christ, Georg Ebers,
Euripides, Johann Gottlieb Fichte, Johann Wolfgang von Goethe, Jean
Paul, Klabund, Kurd Laßwitz (der bekanntlich auch das Gegenteil
ersonnen hat, die vollste Bibliothek der Welt), Gotthold Ephraim
Lessing, Karl May, Gustav Meyrink, Friedrich Wilhelm Nietzsche, Johann
Heinrich Pestalozzi, Friedrich Wilhelm Riese, Arthur Schnitzler,
Laotse, Gustav Theodor Fechner, Eduard Mörike, Oswald Spengler,
Kaiserin Elisabeth von Österreich, Paul Heyse, Kardinal Wiseman,
Joseph Roth und vielen anderen.

Meine süffisante Äußerung: "Leere Wörter passen gut in leere Köpfe!"
ziehe ich deswegen hiermit und mit dem Ausdruck des größten Bedauerns
zurück.

Gruß, WM
 

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#1 VAT 69
17/04/2010 - 10:38 | Warnen spam
On 17 Apr., 09:21, WM wrote:
Und blicket sie lange verwundert an.
Drauf spricht er: "Es ist euch gelungen,
Ihr habt das Herz mir bezwungen;
Und die Treue, sie ist doch kein leeres Wort -
So traget auch mich als Genossen fort:
Ich sei, gewàhrt mir die Bitte,
In eurem Bunde der dritte!"

Eindrucksvolle Zeilen aus Schillers Skizzenbüchlein, erst kürzlich vom
KB-Team zutage gefördert, die den Ursprung des leeren Wortes belegen
und auf einen viel früheren Ursprung datieren lassen, als bisher von
Experten angenommen wurde.

Zwar hat Schiller an dieser Stelle bekanntlich das leere Wort wieder
verworfen und sich für den leeren Wahn (auch eine eindrucksvolle
Pràgung, die dem leeren Wort nicht nachsteht, sondern gewissermaßen
eine Voraussetzung dafür bildet) entschieden, doch die Authentizitàt
der literaturhistorischen Forschungen des KB-Teams werden auf
eindrucksvolle Weise durch das letzte, leider Fragment gebliebene
Drama dieses großen deutschen Dramatikers belegt:

Demetrius, Zweiter Aufzug, Erste Szene
Ansicht eines griechischen Klosters in einer öden Wintergegend am See
Belosero. Ein Zug von Nonnen in schwarzen Kleidern und Schleiern geht
hinten über die Bühne; Marfa in einem weißen Schleier steht von den
übrigen abgesondert an einen Grabstein gelehnt. Olga tritt aus dem
Zuge heraus, bleibt einen Augenblick stehen, sie zu betrachten, und
tritt alsdann nàher
[...]
MARFA. Ist dies die Fassung, die ich mir errang?
Gehört mein Herz so sehr der Zeit noch an,
Daß mich ein leeres Wort im Innersten erschüttert!
Schon sechzehn Jahr bewein ich meinen Sohn
Und glaubte nun auf einmal, daß er lebe!
Nichts weiter dazu!

Diese Schillersche Pràgung wird auch von modernen Dichtern immer
wieder gern aufgegriffen. Hier zwei ganz willkürlich aus dem Netz
gefischte Auspràgungen:

Leere Worte

Ein Gedicht der "PowerPrinzessin"; es endet mit den gefüllten und
gefühlten Worten:
Deine Gefühle sind nicht mehr,
der Abschied fàllt mir schwer.http://www.herzklopfen-online.com/hged145.htm

Und die Böhsen Onkelz setzen ihre Leeren Worte sogar in Töne.http://www.youtube.com/watch?v=Wui9qwwcqfg

Um eine verwandte Auspràgungen handelt es sich bei dem Roman von
Heinrich Böll: "Und sagte kein einziges Wort", der in der Urform "Und
sagte nur leere  Wörter" betitelt gewesen sein soll, sich aber zu
wenig von "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen" (vom selben Autor)
unterschieden hàtte.
Auch der  einstige Skandalfilm "Das Schweigen" von Ingmar Bergmann,
und der mehrfach ohne Skandal verfilmte Roman "Das Schweigen im Walde"
von Ludwig Ganghofer, sowie das im modernen Umfeld zum Bedauern seiner
Macher leider nicht mehr skandaltràchtige Opus von Thomas-Harris "Das
Schweigen den Làmmer" Teil 1 und Teil 2  gehören in dieses Genre.

Doch damit nicht genug. Das leere Wort tritt schon auf bei Georg
Wilhelm Friedrich Hegel, Gustaf af Geijerstam, Honoré de Balzac,
Aurelius Augustinus, Honoré de Balzac, Lena Christ, Georg Ebers,
Euripides, Johann Gottlieb Fichte, Johann Wolfgang von Goethe, Jean
Paul,  Klabund,  Kurd Laßwitz (der bekanntlich auch das Gegenteil
ersonnen hat, die vollste Bibliothek der Welt), Gotthold Ephraim
Lessing, Karl May, Gustav Meyrink, Friedrich Wilhelm Nietzsche, Johann
Heinrich Pestalozzi, Friedrich Wilhelm Riese, Arthur Schnitzler,
Laotse, Gustav Theodor Fechner, Eduard Mörike, Oswald Spengler,
Kaiserin Elisabeth von Österreich, Paul Heyse, Kardinal Wiseman,
Joseph Roth und vielen anderen.

Meine süffisante Äußerung: "Leere Wörter passen gut in leere Köpfe!"
ziehe ich deswegen hiermit und mit dem Ausdruck des größten Bedauerns
zurück.

Gruß, WM




Es war für mich schwierig die leeren Worte der Mathematik mit Inhalt
zu füllen.
STETIG - TRANSZENDENT - TENSOR - TOTALBESCHRÄNKT ..
doch dafür sind Lehrer ja da.

Total àrgerlich sind Grüppchenbildungen von arbeitslosen
Mathematikern - mit ihrer " Geheimsprache "
schinden sie Eindruck .. bei Frauen.

Dafür sind die Lehrer NICHT DA.

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