Das Kalenderblatt 100420

19/04/2010 - 12:39 von WM | Report spam
"Das Problem ist nur, dass Professor Mückenheim Folgerungen aus dem
Unendlicheitsaxiom sieht, die sonst keiner sieht."
[Zitat eines dsm-Teilnehmers vom April 2010 (nicht autorisierte
Wiedergabe)]

Betrachtet man die Evidenz für die klare Erkenntnis der Widersprüche
der transfiniten Mengenlehre, wie sie zum Beispiel durch zahlreiche
öffentlich zugàngliche im KB zitierte Quellen belegt ist, so kann die
obige Äußerung nur als bewusste Falschaussage, vulgo Lüge, bezeichnet
werden.

Nicht jeder, der Cantors berühmten Beweis verstanden hat, ist ein
Mathematiker. Doch wer tief genug in die Materie eingedrungen ist, um
die Fehler dieses Beweises zu erkennen, kann wohl mit Fug und Recht
als Mathematiker bezeichnet werde. Ich selbst kenne viele solche
Mathematiker, die diese Widersprüche erkannt und dies auch zugegeben
haben. Andere verschließen bewusst die Augen und weigern sich, die
Widersprüche weiter zu verfolgen und in ihr Bewusstsein eindringen zu
lassen. Unabhàngig davon ist der Satz bewiesen: Jede endliche oder
unendlich Zeichenfolge ist echte oder unechte Teilfolge einer
abzàhlbaren Menge von unendlichen Folgen.

Dieser Satz ist eine unmittelbare Konsequenz der folgenden einfachen
Überlegung: Alle Knoten des vollstàndigen, unendlichen Binàren Baums
können mit den unendlichen Pfaden aus einer abzàhlbaren Menge A
überdeckt werden. Das heißt: Jeder Knoten und alle seine nach der
Struktur des Binàren Baums möglichen Vorgànger sind in einem der Pfade
von A enthalten. Um das wenigstens formal zu bezweifeln, muss die
Existenz von mehr als jedem Knoten vorausgesetzt werden - Matheologie
eben.

Die auch von anderen Forschern am Binàren Baum gewonnenen Erkenntnisse
führen gegenwàrtig zu einer stetig wachsenden Zahl von Austritten aus
der Matheologie. Selbstverstàndlich wird diese dadurch nicht
verschwinden. Genau so, wie es auch heute noch einen Freundeskreis des
1949 in die Öffentlichkeit getretenen Wunderheilers Bruno Gröning gibt
http://www.bruno-groening.org/
dessen 1959 eingetretener Tod zumindest Zweifel an seiner Heilkraft
geweckt haben sollte, genauso werden sicherlich auch die
Arbeitsgemeinschaft Cantorisme (AC) oder Zermelos Freundes Cirkel
(ZFC) noch auf absehbare Zeit bestehen, zumal diesen Organisationen in
über einhundert Jahren zu wachsen vergönnt war und auch nicht mit
einem so drastisch strafbewehrten Verbot wie im Falle des
Illuminatenordens
http://de.wikipedia.org/wiki/Illuminatenorden
zu rechnen ist. Dessen Struktur ist übrigens mit der in der
Matheologie vorgefundenen vergleichbar: Fast 70 Prozent der
Illuminaten hatten eine akademische Ausbildung!

Doch die immer wieder aus diesen Kreisen vernehmbaren Behauptungen der
oben angegeben Art entbehren jeder realen Grundlage - ebenso wie die
Matheologie selbst.

Gruß, WM
 

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#1 Rainer Rosenthal
19/04/2010 - 16:16 | Warnen spam
WM schrieb:

Unabhàngig davon ist der Satz bewiesen: Jede endliche oder
unendlich Zeichenfolge ist echte oder unechte Teilfolge einer
abzàhlbaren Menge von unendlichen Folgen.



Hallo Wolfgang,

was soll das denn bitte heißen?

Nehmen wir mal die endliche Zeichenfolge

Z = "alle_meine_entchen" (1)

Nach Deinem Satz muss es nun eine abzàhlbare Menge M von
unendlichen Folgen geben derart, dass gilt:

Z ist echte oder unechte Teilfolge von M. (2)

Das ist jedenfalls meine erste direkte Interpretation Deines
Satzes. Was aber soll das bitte bedeuten?

"A ist Teilfolge von B" ergibt doch nur dann Sinn, wenn sowohl
A als auch B Folgen sind. So gesehen ist (2) also sinnlos, weil
M ja keine Folge ist.

Gruß,
Rainer Rosenthal

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