Das Kalenderblatt 101027

26/10/2010 - 13:43 von WM | Report spam
1966 wurde Grothendieck mit der Fields-Medaille, der höchsten
Auszeichnung der mathematischen Forschungsgemeinschaft, geehrt.

Ab 1970 begann Grothendieck seinen Rückzug aus der Mathematik und
wandte sich zunehmend der Ökologie, der Philosophie und der Esoterik
zu.

Die Anfang der 1970er Jahre in Paris gehaltenen Vorlesungen am College
de France und Orsay in Paris nutzte er dazu, über Umweltschutz und
Friedenstheorie zu reden, und bekam Schwierigkeiten mit seinen
Vorgesetzten. Auf dem Internationalen Mathematikerkongress 1970 in
Nizza verkaufte er die Zeitung seiner Gruppe und eckte bei dem
Organisator des Kongresses Jean Dieudonné an, 1973 opponierte er auf
der Antwerpen-Konferenz über Modulformen gegen die Finanzierung durch
die NATO und veràrgerte seinen langjàhrigen Freund Jean-Pierre Serre.
1974 wurde er Professor in Montpellier und hatte ab 1984 eine Stelle
beim nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) inne.
Er hielt bis 1984 Vorlesungen, allerdings nicht über sein früheres
Forschungsprogramm, sondern auf elementarer Ebene – und nach Auskunft
ehemaliger Studenten erfolgreich.

Andererseits kursieren Gerüchte über irritierende Äußerungen (goldenes
Zeitalter nach einem neuen Holocaust, kleine Abweichungen in den
Naturkonstanten seien das Werk des Teufels, Kritisches über ehemalige
Kollegen usw.) in seinen Schriften Sàen und Ernten (1983–1986) und Der
Schlüssel der Tràume, in denen er der Idee nachging, Gott würde mit
ihm in seinen Tràumen reden. Sàen und Ernten war ursprünglich als
Einleitung zu Pursuing stacks gedacht und sollte seinen neuen
Arbeitsstil intuitiver Vermutungen erlàutern, entwickelte sich dann
aber zu einer komplexen Tagebuch-artigen Gedankensammlung über die
unterschiedlichsten Themen. In einem 1000-Seiten-Exkurs (The Burial)
beschuldigte er ehemalige Schüler und Mitarbeiter, sein Werk und
seinen Arbeitsstil zu Grabe getragen zu haben, indem sie seine Ideen
stahlen und seine 1970 hinterlassenen „Baustellen“ nicht
weiterentwickelten. In einem La Lettre de la Bonne Nouvelle (Brief der
frohen Botschaft) an seine Freunde kündigte er 1990 das baldige
Heraufziehen eines „Neuen Zeitalters der Befreiung“ an, nur um die
Visionen in einem Brief kurz darauf wieder zurückzunehmen.

Anfang 2010 erklàrte Grothendieck in einem Brief, er wünsche, dass
seine Schriften nicht mehr publiziert würden. Die Internetseite
Grothendieck Circle
http://www.math.jussieu.fr/~leila/grothendieckcircle/mathtexts.php
kam diesem Wunsch nach und entfernte alle Schriften Grothendiecks aus
ihrem Angebot.

http://de.wikipedia.org/wiki/Alexan...othendieck

Gruß, WM
 

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#1 wernertrp
26/10/2010 - 20:33 | Warnen spam
On 26 Okt., 13:43, WM wrote:
1966 wurde Grothendieck mit der Fields-Medaille, der höchsten
Auszeichnung der mathematischen Forschungsgemeinschaft, geehrt.

Ab 1970 begann Grothendieck seinen Rückzug aus der Mathematik und
wandte sich zunehmend der Ökologie, der Philosophie und der Esoterik
zu.

Die Anfang der 1970er Jahre in Paris gehaltenen Vorlesungen am College
de France und Orsay in Paris nutzte er dazu, über Umweltschutz und
Friedenstheorie zu reden, und bekam Schwierigkeiten mit seinen
Vorgesetzten. Auf dem Internationalen Mathematikerkongress 1970 in
Nizza verkaufte er die Zeitung seiner Gruppe und eckte bei dem
Organisator des Kongresses Jean Dieudonné an, 1973 opponierte er auf
der Antwerpen-Konferenz über Modulformen gegen die Finanzierung durch
die NATO und veràrgerte seinen langjàhrigen Freund Jean-Pierre Serre.
1974 wurde er Professor in Montpellier und hatte ab 1984 eine Stelle
beim nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) inne.
Er hielt bis 1984 Vorlesungen, allerdings nicht über sein früheres
Forschungsprogramm, sondern auf elementarer Ebene – und nach Auskunft
ehemaliger Studenten erfolgreich.

Andererseits kursieren Gerüchte über irritierende Äußerungen (goldenes
Zeitalter nach einem neuen Holocaust, kleine Abweichungen in den
Naturkonstanten seien das Werk des Teufels, Kritisches über ehemalige
Kollegen usw.) in seinen Schriften Sàen und Ernten (1983–1986) und Der
Schlüssel der Tràume, in denen er der Idee nachging, Gott würde mit
ihm in seinen Tràumen reden. Sàen und Ernten war ursprünglich als
Einleitung zu Pursuing stacks gedacht und sollte seinen neuen
Arbeitsstil intuitiver Vermutungen erlàutern, entwickelte sich dann
aber zu einer komplexen Tagebuch-artigen Gedankensammlung über die
unterschiedlichsten Themen. In einem 1000-Seiten-Exkurs (The Burial)
beschuldigte er ehemalige Schüler und Mitarbeiter, sein Werk und
seinen Arbeitsstil zu Grabe getragen zu haben, indem sie seine Ideen
stahlen und seine 1970 hinterlassenen „Baustellen“ nicht
weiterentwickelten. In einem La Lettre de la Bonne Nouvelle (Brief der
frohen Botschaft) an seine Freunde kündigte er 1990 das baldige
Heraufziehen eines „Neuen Zeitalters der Befreiung“ an, nur um die
Visionen in einem Brief kurz darauf wieder zurückzunehmen.

Anfang 2010 erklàrte Grothendieck in einem Brief, er wünsche, dass
seine Schriften nicht mehr publiziert würden. Die Internetseite
Grothendieck Circlehttp://www.math.jussieu.fr/~leila/grothendieckcircle/mathtexts.php
kam diesem Wunsch nach und entfernte alle Schriften Grothendiecks aus
ihrem Angebot.

http://de.wikipedia.org/wiki/Alexan...othendieck

Gruß, WM



Man kann über viele Umwege zur Esoterik gelangen.
Mathematik ist einer der verkehrtesten Umwege dazu.

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