Das Kalenderblatt 101210

09/12/2010 - 07:54 von WM | Report spam
Krieg der Frösche und der Màuse (7)

"[...] dann habe ich mich in eine fulminante Streischrift gegen die
Intuitionisten gestürzt, deren unerhörtes Auftreten doch endlich
einmal eine Antwort verlangt, denn was Hilbert als einziger gegen sie
geschrieben hat, ist klàglich und zum Teil sogar falsch, wie auch
seine sogenannte Beweistheorie. Die Arbeit ist nahezu fertig. [...]
Empörend finde ich es auch, wie der Intuitionismus um sich frisst.
Alle jüngeren Kollegen, die ich in den letzten Monaten kennen gelernt
habe, hatten recht viel übrig für diesen Schwindel, denn etwas anderes
ist es nicht, und die Bewunderung für Weyl, den Gipfel von Unklarheit
und Frechheit, ist allgemein.[...] Das Brouwer'sche Beispiel [...] ist
falsch[...]. Er [Brouwer] muss im Kopf nicht richtig sein. Seine ganze
Theorie beruht auf der angeblichen Existenz einer neuen Art rechter
Zahlen, und zu dem kommt er ein einfach dadurch, dass er die (richtige
aber triviale) Alternative entweder-oder durch ein weder-noch ersetzt.
Sollte man wohl so etwas für möglich halten?"

[Yvonne Hartwich: "Eduard Study (1862-1930), ein mathematischer
Mephistopheles im geometrischen Gàrtchen", Dissertation, Mainz (2005)
152]
http://ubm.opus.hbz-nrw.de/volltext...f/diss.pdf

Gruß, WM
 

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#1 Philo
09/12/2010 - 10:25 | Warnen spam
On 9 Dez., 07:54, WM wrote:

Krieg der Frösche und der Màuse (7)



Haben Sie eigentlich sonst nichts zu tun als tagtàglich dieses
bruchstückhafte Kalenderblatt-Geschwafel ins Netz zu stellen? Wer sich
für diese Themen interessiert, der findet auch an Cantor-Kritik leicht
Besseres und vor allem Zusammenhàngendes. Dazu ist wahrscheinlich
alles schon gesagt und jeder kann für sich entscheiden, ob er die
transfinite Mengenlehre für paradiesisch hàlt wie Hilbert oder wie
manch andere für schlechte Philosophie, die vielleicht in der
ausgepràgten Religiositàt ihres Erfinders wurzelt.

Was wollen Sie den Lesern eigentlich mitteilen? Dass Ihre Forschung
aus zusammenhangloser Zettelwirtschaft und dem Anhàufen von Anekdoten
über dieses und jenes besteht? Dass es über die Grundlagen der
Mathematik verschiedene Meinungen gibt? Dass es dabei wie üblich auch
zu persönlichen Unvertràglichkeiten zwischen den Beteiligten kommt:
Zermelo gegen Gödel, Hilbert gegen Brouwer, Study gegen alle? Oder was
sonst? Lichtenbergs Gedankensplitter aus seinen Sudelbüchern sind
wenigstens lustig oder geistreich: "Es ist ein Glück, daß die Gedanken-
Leerheit keine solche Folge hat, wie die Luftleerheit, sonst würden
manche Köpfe, die sich an die Lesung von Werken wagen, die sie nicht
verstehen, zusammengedrückt werden." Ihre Kalenderblàtter sind weder
geistreich noch lustig. Würden Sie statt anekdotenhaften Getratsches
die eigentlichen sachlichen Unterschiede und verschiedenen Positionen
z. B. zwischen Hilbert und Frege kurz und pràzise darstellen, dann
hàtte das möglicherweise einen Wert für die eine oder andere Person
aus dem großen Kreis derjenigen, die wàhrend ihres Studiums außer
Formalismus nichts gelernt haben. Aber in dieser Form ist es fast
völlig wertlos.

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