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Das Kalenderblatt 101216

15/12/2010 - 14:06 von WM | Report spam
Krieg der Frösche und der Màuse (13)

{{Study gibt keiner Seite Recht:}} "Da Herr Weyl - derselbe Weyl,
dessen Gottàhnlichkeit die Zahlen und mit ihm alle Mathematik aus dem
Nichts hervorzuzaubern versteht, immerfort von Unsinn redet [...] so
wird er sich nicht beklagen dürfen, wenn ich nunmehr den letzten Satz
samt allem, wovon im Abschnitt XVI die Rede war, für reinen Unsinn
erklàre, und seine redseelige sogenannte Philosophie für gestaltlosen
Brei." [...] "Der Formalismus, den Br.[ouwer] mit Recht, aber mit
ungeeigneten Mitteln bekàmpft, ist eine ganz moderne Modekrankheit!
Man sieht hier so klar, wie man nur sehen kann, dass der ganze neuere
Grundlagenstreit ein Familienzwist ist, in dem beide Parteien Unrecht
haben; oder ein Hader zweier Sekten derselben Religion {{sic}}, deren
Angehörige von Gespensterfurcht besessen sind."

Einerseits fand er das Ganze ausgesprochen làcherlich, sonst hàtte er
den zweiten Teil nicht mit einem Zitat aus dem "Froschmàusekrieg"
begonnen {{Möglicherweise hat Einstein, der auf Studys Versendeliste
stand, sein Bonmot aus einem Brief Studys entnommen. Doch hat diesen
der Streit auch sehr geàrgert, denn er entkleidete die Mathematik
ihrer Geschlossenheit (die wesentliche Ursache dafür ist natürlich in
Cantors Thesen zu sehen):}} die Mathematiker waren zweitausend Jahre
lang die einzigen unter allen Menschen, die sich über Sinn und Unsinn
verstàndigen konnten. {{Das hat die transfinite Mengenlehre über
hundert Jahre lang erfolgreich verhindert!}}

[Yvonne Hartwich: "Eduard Study (1862-1930), ein mathematischer
Mephistopheles im geometrischen Gàrtchen", Dissertation, Mainz (2005)
152ff]
http://ubm.opus.hbz-nrw.de/volltext...f/diss.pdf

Gruß, WM
 

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#1 Albrecht
16/12/2010 - 08:55 | Warnen spam
On 15 Dez., 14:06, WM wrote:
Krieg der Frösche und der Màuse (13)

{{Study gibt keiner Seite Recht:}} "Da Herr Weyl - derselbe Weyl,
dessen Gottàhnlichkeit die Zahlen und mit ihm alle Mathematik aus dem
Nichts hervorzuzaubern versteht, immerfort von Unsinn redet [...] so
wird er sich nicht beklagen dürfen, wenn ich nunmehr den letzten Satz
samt allem, wovon im Abschnitt XVI die Rede war, für reinen Unsinn
erklàre, und seine redseelige sogenannte Philosophie für gestaltlosen
Brei." [...] "Der Formalismus, den Br.[ouwer] mit Recht, aber mit
ungeeigneten Mitteln bekàmpft, ist eine ganz moderne Modekrankheit!
Man sieht hier so klar, wie man nur sehen kann, dass der ganze neuere
Grundlagenstreit ein Familienzwist ist, in dem beide Parteien Unrecht
haben; oder ein Hader zweier Sekten derselben Religion {{sic}}, deren
Angehörige von Gespensterfurcht besessen sind."

Einerseits fand er das Ganze ausgesprochen làcherlich, sonst hàtte er
den zweiten Teil nicht mit einem Zitat aus dem "Froschmàusekrieg"
begonnen {{Möglicherweise hat Einstein, der auf Studys Versendeliste
stand, sein Bonmot aus einem Brief Studys entnommen. Doch hat diesen
der Streit auch sehr geàrgert, denn er entkleidete die Mathematik
ihrer Geschlossenheit (die wesentliche Ursache dafür ist natürlich in
Cantors Thesen zu sehen):}} die Mathematiker waren zweitausend Jahre
lang die einzigen unter allen Menschen, die sich über Sinn und Unsinn
verstàndigen konnten. {{Das hat die transfinite Mengenlehre über
hundert Jahre lang erfolgreich verhindert!}}

[Yvonne Hartwich: "Eduard Study (1862-1930), ein mathematischer
Mephistopheles im geometrischen Gàrtchen", Dissertation, Mainz (2005)
152ff]http://ubm.opus.hbz-nrw.de/volltext...f/diss.pdf




Man könnte ja geradezu von einer Vermenschlichung der Mathematik durch
Cantor sprechen, wenn vor ihm zwar auch Meinungsverschiedenheit unter
Mathematikern herrschte, aber doch Einigkeit in der Hinsicht, dass bei
zwei sich widersprechenden Meinungen sicher nur einer Recht haben
konnte (tertium non datur). Jetzt endlich ist auch Mathematik zur
Geschmackssache geworden.
Und über den Geschmack làsst sich bekanntlich trefflich streiten.

Gruß
Albrecht

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