Das Kalenderblatt 110304

03/03/2011 - 11:18 von WM | Report spam
Krieg der Frösche und der Màuse (91)

Am 12. 12. 1928 richtete Courant den folgenden Brief an Einstein:

Sehr verehrter Herr Einstein!

Es tut mir sehr leid, dass ich Sie noch einmal mit der leidigen
Annalen-Angelegenheit behelligen muss. Ich kann sehr gut verstehen,
dass Sie keine Lust haben, sich um die
Sache überhaupt zu kümmern. Aber ich möchte Sie doch sehr herzlich
bitten, mich an kommenden Sonnabend irgendwann für wirklich wenige
Minuten zu empfangen, um im Zusammenhang mit einem neuen Plan die
ganze Angelegenheit möglichst schnell und reibungslos zu liquidieren.
Harald Bohr und ich haben uns die grösste Mühe gegeben, um einen
raschen und versöhnlichen Ausweg aus den entstandenen Schwierigkeiten
zu finden; Carathéodory hat Ihnen über diesen Plan schon geschrieben.
Er ist inzwischen noch etwas verbessert worden und die Frage, ob er
durchgeführt werden kann, hàngt absolut von Ihrer Haltung ab.
Da es sich schliesslich bei der ganzen Sache doch darum handelt, ob
eine tiefgehende Verstimmung zwischen den verschiedenen Kreisen der
deutschen Mathematiker entstehen soll oder vermieden werden kann, so
hoffe ich, dass Sie mir am Sonnabend die Gelegenheit zu einer kurzen
Besprechung geben werden. Ich will Sonnabend früh zu diesem Zwecke
nach Berlin kommen und werde mir erlauben, dann gleich in Ihrer
Wohnung telephonisch anzufragen.
Seien Sie nicht böse, über diese Belàstigung, die übrigens nach
Rücksprache und im Einverstàndnis mit Franck erfolgt.

Mit vielen herzlichen Grüssen
Ihr
R. Courant

[Ich danke Dirk van Dalen für eine Abschrift des Briefes.]

Gruß, WM
 

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#1 Torn Rumero DeBrak
03/03/2011 - 16:47 | Warnen spam
Am 03.03.2011 11:18, schrieb WM:
Krieg der Frösche und der Màuse (91)

Am 12. 12. 1928 richtete Courant den folgenden Brief an Einstein:

Sehr verehrter Herr Einstein!

Es tut mir sehr leid, dass ich Sie noch einmal mit der leidigen
Annalen-Angelegenheit behelligen muss. Ich kann sehr gut verstehen,
dass Sie keine Lust haben, sich um die
Sache überhaupt zu kümmern.



Ich würde auch nicht unbedingt das Thema Hàmorrhoiden erwàhnen.

Aber ich möchte Sie doch sehr herzlich
bitten, mich an kommenden Sonnabend irgendwann für wirklich wenige
Minuten zu empfangen, um im Zusammenhang mit einem neuen Plan die
ganze Angelegenheit möglichst schnell und reibungslos zu liquidieren.
Harald Bohr und ich haben uns die grösste Mühe gegeben, um einen
raschen und versöhnlichen Ausweg aus den entstandenen Schwierigkeiten
zu finden; Carathéodory hat Ihnen über diesen Plan schon geschrieben.
Er ist inzwischen noch etwas verbessert worden und die Frage, ob er
durchgeführt werden kann, hàngt absolut von Ihrer Haltung ab.
Da es sich schliesslich bei der ganzen Sache doch darum handelt, ob
eine tiefgehende Verstimmung zwischen den verschiedenen Kreisen der
deutschen Mathematiker entstehen soll oder vermieden werden kann, so
hoffe ich, dass Sie mir am Sonnabend die Gelegenheit zu einer kurzen
Besprechung geben werden. Ich will Sonnabend früh zu diesem Zwecke
nach Berlin kommen und werde mir erlauben, dann gleich in Ihrer
Wohnung telephonisch anzufragen.
Seien Sie nicht böse, über diese Belàstigung, die übrigens nach
Rücksprache und im Einverstàndnis mit Franck erfolgt.

Mit vielen herzlichen Grüssen
Ihr
R. Courant

[Ich danke Dirk van Dalen für eine Abschrift des Briefes.]

Gruß, WM

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