Das Kalenderblatt 110503

02/05/2011 - 09:37 von WM | Report spam
Wenn endlich der menschliche Geist trotz einer gewissen
antizipierenden personalistischen Intuition und trotz einer kritisch
berechtigten intuitiven Ergànzung seiner diskursiven Erkenntnisse
wesentlich in deren Schranken gebannt bleibt, dann muß die Idee und
Wirklichkeit eines freischöpferischen intuitiven Denkens zum
Aufleuchten gebracht werden, das allein die reale ontologische Ordnung
der Dinge allmàchtig schaffend setzen kann, und das ist der göttliche
Geist. Bleibt ein rein formales Apriori nur Dichtung oder nur
kritische Mythologie, dann ist die Metaphysik einer realen Ordnung nur
möglich als personal theistische Metaphysik und muß der Gottesbegriff
und das Dasein eines persönlichen Gottes schon mit in die Grundlegung
einer Metaphysik des Unendlichen, der Erkenntnis und der Seele
aufgenommen werden. Dies ist die Rechtfertigung und Bedeutung einer
komplexen Behandlung des einen Themas der schlechten und echten
Unendlichkeit.
[Alois Dempf: "Das Unendliche in der mittelalterlichen Metaphysik und
in der Kantische Dialektik", Veröffentlichungen des Katholischen
Institutes für Philosophie, Albertus-Magnus-Akademie zu Köln, Band II
Heft 1, Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster (1926) 1-91, p.
19]

Für Neulinge auf diesem Gebiet: Die schlechte Unendlichkeit drückt
sich am übersichtlichsten in der Folge reeller Zahlen aus:
1,1
11,11
111,111
...
Die echte Unendlichkeit verbirgt sich hingegen in reellen Zahlen wie
1/9 = 0,111...
Die Zahl ...111 existiert nicht, weil sie Ziffern an mindestens einer
Stelle besàße, die nicht durch natürliche Zahlen indizierbar sind,
denn alle endlich indizierbaren Vorkommastellen kommen schon in der
obigen Folge vor. Das behauptet zumindest jeder Zahlenkundler, für den
Dezimalzahlen durch Ziffern und nur durch Ziffern fixiert sind. Die
Zahl 0,111... dagegen existiert, weil sie keine Ziffern an einer
Stelle besitzt, die nicht durch natürliche Zahlen indizierbar sind,
denn alle endlich indizierbaren Vorkommastellen kommen in der obigen
Folge nicht vor und nicht einmal hinter dem Komma vor.
Dem objektiven Zahlenkundler mag dieses zweite Argument mehr schlecht
als recht erscheinen. Sollte man demnach den Geltungsbereich der
echten Unendlichkeit nicht auf ihre einzige nicht logisch widerlegbare
Unbeschrànktheit beschrànken - auf das Dasein eines persönlichen
Gottes?

Gruß, WM
 

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#1 Michael Klemm
02/05/2011 - 10:03 | Warnen spam
WM wrote:
...
Die Zahl ...111 existiert nicht, weil sie Ziffern an mindestens einer
Stelle besàße, die nicht durch natürliche Zahlen indizierbar sind,
denn alle endlich indizierbaren Vorkommastellen kommen schon in der
obigen Folge vor. Das behauptet zumindest jeder Zahlenkundler, für den
Dezimalzahlen durch Ziffern und nur durch Ziffern fixiert sind.



Das behaupten nur Zahlenunkundige:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Hensel

Gruß
Michael

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