Das Kalenderblatt 110518

17/05/2011 - 08:48 von WM | Report spam
Sein eigenes Sein selbst zu erkennen, ist naturgemàß nur dem
göttlichen Geiste. Unserer Seele aber, weil sie Form einer Materie
ist, ist es naturgemàß, nur Wesen zu erkennen, die ihr Sein in einer
Einzelmaterie haben, aber doch nicht so, wie sie in der Einzelmaterie
sind, sondern so, daß sie von ihr durch die Betrachtung des Geistes
abstrahiert werden. So können wir nach unserm Geist solche Dinge
erkennen in universali, was über der Fàhigkeit der Sinne liegt.
Aus dieser Art unserer sinnengebundenen und damit diskursiven
Vernunft ergeben sich die Schwierigkeiten der Unendlichkeitserkenntnis
und der organischen Ganzheitserkenntnis. Aus Einzelnem kann niemals
ein Unendliches gedacht werden, weil immer weiter zugegeben werden
kann und muß, nach der bloßen Möglichkeit des indefiniten Denkens. Ein
wirklich Unendliches kann nur ein totum simul, ein unendliches Ganzes
der Kraft, nicht der Menge sein. {{Der erste Satz ist zwar
zweifelhaft; er besagt, dass Gott seine unendliche Kraft nicht aus
einer Menge schöpfen kann; im Bild der mittelalterlichen Scholastik
kann Gott also keinen Stein so groß machen, dass die daraus
resultierende Schwerkraft ihn am Heben desselben verhindern würde.
Doch der zweite Satz ist mit absoluter Sicherheit richtig, denn jede
gegenteilige Annahme führt zu unauflösbaren logischen Widersprüchen,
die amüsanterweise nur von "Logikern" nicht wahrgenommen werden
können.}}
[Alois Dempf: "Das Unendliche in der mittelalterlichen Metaphysik und
in der Kantischen Dialektik", Veröffentlichungen des Katholischen
Institutes für Philosophie, Albertus-Magnus-Akademie zu Köln, Band II
Heft 1, Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster (1926) 1-91]

Gruß, WM

http://www.hs-augsburg.de/~mueckenh/KB/
 

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#1 wernertrp
17/05/2011 - 11:19 | Warnen spam
On 17 Mai, 08:48, WM wrote:
Sein eigenes Sein selbst zu erkennen, ist naturgemàß nur dem
göttlichen Geiste. Unserer Seele aber, weil sie Form einer Materie
ist, ist es naturgemàß, nur Wesen zu erkennen, die ihr Sein in einer
Einzelmaterie haben, aber doch nicht so, wie sie in der Einzelmaterie
sind, sondern so, daß sie von ihr durch die Betrachtung des Geistes
abstrahiert werden. So können wir nach unserm Geist solche Dinge
erkennen in universali, was über der Fàhigkeit der Sinne liegt.
   Aus dieser Art unserer sinnengebundenen und damit diskursiven
Vernunft ergeben sich die Schwierigkeiten der Unendlichkeitserkenntnis
und der organischen Ganzheitserkenntnis. Aus Einzelnem kann niemals
ein Unendliches gedacht werden, weil immer weiter zugegeben werden
kann und muß, nach der bloßen Möglichkeit des indefiniten Denkens. Ein
wirklich Unendliches kann nur ein totum simul, ein unendliches Ganzes
der Kraft, nicht der Menge sein. {{Der erste Satz ist zwar
zweifelhaft; er besagt, dass Gott seine unendliche Kraft nicht aus
einer Menge schöpfen kann; im Bild der mittelalterlichen Scholastik
kann Gott also keinen Stein so groß machen, dass die daraus
resultierende Schwerkraft ihn am Heben desselben verhindern würde.
Doch der zweite Satz ist mit absoluter Sicherheit richtig, denn jede
gegenteilige Annahme führt zu unauflösbaren logischen Widersprüchen,
die amüsanterweise nur von "Logikern" nicht wahrgenommen werden
können.}}
[Alois Dempf: "Das Unendliche in der mittelalterlichen Metaphysik und
in der Kantischen Dialektik", Veröffentlichungen des Katholischen
Institutes für Philosophie, Albertus-Magnus-Akademie zu Köln, Band II
Heft 1, Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster (1926) 1-91]

Gruß, WM

http://www.hs-augsburg.de/~mueckenh/KB/





Die Dinge vom Widerspruch:
-
Der menschliche Geist konstruiert selbst sich widersprechende Dinge/
Gedanken
die daraus abgeleiteten Logiken bringen das Denken des normalen
Menschen vollkommen
durcheinander. Dieses führt zu einem sofortigen Gedankenstoppen oder
zu
auf der Stelle und um das gleiche gedankenkreisende Gebilde.
Nur ein Mench der seine drei Körper den Gedankenkörper, den
Gefühlskörper und den Bewegungskörper
geübt, trainiert und erzeugt gebildet hat, kann diese Art von neuem
Bewußtsein entwickeln und ausüben
und steht dann eine Stufe höher über dem normalen Menschen und schaut
auf ihn hinab.


G.

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