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Das Kalenderblatt 110520

19/05/2011 - 10:47 von WM | Report spam
J. G. Fichte betrachtet die Tàtigkeit des Ich als ins unendliche
gehend. Das absolute Ich ist »unendlich und unbeschrànkt«. »Alles, was
ist, setzt es, und was es nicht setzt, ist nicht (für dasselbe, und
außer demselben ist nichts). Alles aber, was es setzt, setzt es als
Ich, und das Ich setzt es, als alles, was es setzt. Mithin faßt in
dieser Rücksicht das Ich in sich alles, d. i. eine unendliche
unbeschrànkte Realitàt.« »Insofern das Ich sich ein Nicht-Ich
entgegensetzt, setzt es notwendig Schranken und sich selbst in diese
Schranken. Es verteilt die Totalitàt des gesetzten Seins überhaupt an
das Ich und an das Nicht-Ich und setzt demnach insofern sich notwendig
als endlich«. »Insofern das Ich sich als unendlich setzt, geht seine
Tàtigkeit (des Setzens) auf das Ich selbst, und auf nichts anderes,
als das Ich. Seine ganze Tàtigkeit geht auf das Ich, und diese
Tàtigkeit ist der Grund und der Umfang alles Seins. Unendlich ist
demnach das Ich, inwiefern seine Tàtigkeit in sich selbst zurückgeht,
und insofern ist denn auch seine Tàtigkeit unendlich, weil das Produkt
derselben, das Ich, unendlich ist... Die reine Tàtigkeit des Ich
allein und das reine Ich allein ist unendlich. Die reine Tàtigkeit
aber ist diejenige, die gar kein Objekt hat, sondern in sich selbst
zurückgeht.« »Endlich ist das Ich, insofern seine Tàtigkeit objektiv
ist«. Beim Setzen des Gegenstandes liegt der Grenzpunkt da, »wohin in
die Unendlichkeit ihn das Ich setzt. Das Ich ist endlich, weil es
begrenzt sein soll. aber es ist in dieser Endlichkeit unendlich, weil
die Grenze ins unendliche immer weiter hinausgesetzt werden kann. Es
ist seiner Endlichkeit nach unendlich, und seiner Unendlichkeit nach
endlich«. Das unendliche absolute Streben kommt als solches nicht zum
Bewußtsein, »weil Bewußtsein nur durch Reflexion und Reflexion nur
durch Bestimmung möglich ist«. »Dennoch schwebt die Idee einer solchen
zu vollendenden Unendlichkeit uns vor und ist im Innersten unseres
Wesens enthalten«. »Das Ich ist unendlich, aber bloß seinem Streben
nach. Es strebt unendlich zu sein«. {{Das Streben bedeutet potentielle
Unendlichkeit, ebenso wie die Zahlen der Liste

0,1
0,11
0,111
...

gegen 1/9 streben, es aber niemals erreichen, weil dazu eine
unendliche Zahl von Einsen erforderlich wàre, die aber, wenn sie
fertig existierte, fertig wàre. - Das nennt man auch beendet und
versteht darunter das Gegenteil von unbeendet oder unendlich.}}

Rudolf Eisler: "Wörterbuch der philosophischen Begriffe" (1904)
http://www.textlog.de/5329.html
http://www.buecher.de/shop/buecher/.../29270555/

Gruß, WM

http://www.hs-augsburg.de/~mueckenh/KB/
 

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#1 wernertrp
19/05/2011 - 12:30 | Warnen spam
On 19 Mai, 10:47, WM wrote:
J. G. Fichte betrachtet die Tàtigkeit des Ich als ins unendliche
gehend. Das absolute Ich ist »unendlich und unbeschrànkt«. »Alles, was
ist, setzt es, und was es nicht setzt, ist nicht (für dasselbe, und
außer demselben ist nichts). Alles aber, was es setzt, setzt es als
Ich, und das Ich setzt es, als alles, was es setzt. Mithin faßt in
dieser Rücksicht das Ich in sich alles, d. i. eine unendliche
unbeschrànkte Realitàt.« »Insofern das Ich sich ein Nicht-Ich
entgegensetzt, setzt es notwendig Schranken und sich selbst in diese
Schranken. Es verteilt die Totalitàt des gesetzten Seins überhaupt an
das Ich und an das Nicht-Ich und setzt demnach insofern sich notwendig
als endlich«. »Insofern das Ich sich als unendlich setzt, geht seine
Tàtigkeit (des Setzens) auf das Ich selbst, und auf nichts anderes,
als das Ich. Seine ganze Tàtigkeit geht auf das Ich, und diese
Tàtigkeit ist der Grund und der Umfang alles Seins. Unendlich ist
demnach das Ich, inwiefern seine Tàtigkeit in sich selbst zurückgeht,
und insofern ist denn auch seine Tàtigkeit unendlich, weil das Produkt
derselben, das Ich, unendlich ist... Die reine Tàtigkeit des Ich
allein und das reine Ich allein ist unendlich. Die reine Tàtigkeit
aber ist diejenige, die gar kein Objekt hat, sondern in sich selbst
zurückgeht.« »Endlich ist das Ich, insofern seine Tàtigkeit objektiv
ist«. Beim Setzen des Gegenstandes liegt der Grenzpunkt da, »wohin in
die Unendlichkeit ihn das Ich setzt. Das Ich ist endlich, weil es
begrenzt sein soll. aber es ist in dieser Endlichkeit unendlich, weil
die Grenze ins unendliche immer weiter hinausgesetzt werden kann. Es
ist seiner Endlichkeit nach unendlich, und seiner Unendlichkeit nach
endlich«. Das unendliche absolute Streben kommt als solches nicht zum
Bewußtsein, »weil Bewußtsein nur durch Reflexion und Reflexion nur
durch Bestimmung möglich ist«. »Dennoch schwebt die Idee einer solchen
zu vollendenden Unendlichkeit uns vor und ist im Innersten unseres
Wesens enthalten«. »Das Ich ist unendlich, aber bloß seinem Streben
nach. Es strebt unendlich zu sein«. {{Das Streben bedeutet potentielle
Unendlichkeit, ebenso wie die Zahlen der Liste

0,1
0,11
0,111
...

gegen 1/9 streben, es aber niemals erreichen, weil dazu eine
unendliche Zahl von Einsen erforderlich wàre, die aber, wenn sie
fertig existierte, fertig wàre. - Das nennt man auch beendet und
versteht darunter das Gegenteil von unbeendet oder unendlich.}}

Rudolf Eisler: "Wörterbuch der philosophischen Begriffe" (1904)http://www.textlog.de/5329.htmlhttp://www.buecher.de/shop/buecher/woerterbuch-der-philosophischen-be...

Gruß, WM

http://www.hs-augsburg.de/~mueckenh/KB/

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